ausführlichen Artikel mitgetheilt haben. Die N. B. Review ſagt:
„Wohin er auch ging, und es war ſein Loos, daß in den vier verſchiedenen Sphären, in welche ſein Geſchick ihn warf, dieſelben Beziehungen immer wieder erſchienen, ſo war es ſein feſter Entſchluß, daß die Intereſſen der unterwor⸗ fenen Racen— die emancipirten Sclaven in Jamaica, die franzöſiſchen Canadier, die Chineſen in ihrem Verkehr mit den in China wohnenden Europäern, die iadiſche Bevölke— rung in ihren Beziehungen zu den anglo⸗indiſchen Eroberern — vor der Ungeduld oder der Gewaltthätigkeit ſeiner eignen Landsleute geſchützt werden ſollten. Daß ſeine Hand ſich von jedem Blutvergießen rein gehalten hatte, war ſein Stolz in Canada.„Keine menſchliche Macht ſoll mich beſtimmen, das Amt eines Unterdrückers des Volkes anzunehmen,“ waͤr ſein aufrichtiger Entſchluß in China. Der Befehl, den kai⸗ ſerlichen Sommerpalaſt bei Peking niederzubrennen, wurde ihm nur durch das dringende Gefühl der Nothwendigkeit der Kriſis abgerungen. Als er ſich in Oſtindien befand, war der Schutz der Eingebornen für ihn eine beſtändige Quelle der Sorgſamkeit. Die ſtrenge Entſchloſſenheit, mit welcher er die Hinrichtung eines engliſchen Soldaten ausführen ließ, weil derſelbe den Tod eines Eingebornen verſchuldet hatte, beweiſt hinlänglich das ſtarke Gefühl deſſen, was für die In— tereſſen der eroberten Race von dem General⸗Gouverneur von Oſtindien zu erwarten war.„Die in ihm vereinigte ſpeculative und praktiſche Geſchicklichkeit“, ſchrieb ein Mann, der Lord Elgin's Gemüth aus Erfahrung gründlich kannte, machte ihn beſſer als irgend einen andern Mann, den ich je gekannt, dazu geeignet, das Problem zu löſen, wie dieſe unter⸗ jochten Racen regiert werden müſſen.“ Es mag ſein, daß er in dieſen Acten blos dazu diente, die wachſende Humanität und Gerechtigkeit unſres Zeitalters zu vertreten; aber es iſt eine große Gabe für die Menſchheit, wenn die beſten Tendenzen des Zeitalters eine verwandte Seele ſinden, in der ſie wurzeln und Frucht bringen können; und eine ſolche Seele war die des Lord Elgin in jedem Sinne. Man könnte beinah ſagen, daß das Gefühl der Verantwortlichkeit für die ſeiner Sorge anvertrauten Claſſen, beſonders derjenigen, welche verhältnißmäßig freundlos daſtanden, für ihn eine Art von Religion— ein Ausdruck ſeines Gefühls der Ge⸗ rechtigkeit und der Liebe Gottes für alle ſeine Geſchöpfe war. Es mag auch bemerkt werden, wie es aus dieſem religiöſen Gefühle der ihm obliegenden Pflicht erfolgte, daß es, wenn irgend ein Gegenſtand ſeinen Unwillen weit ſtärker als ein andrer erregte, der Blick auf das, gleichviel ob in fremden Ländern oder in unſerm eignen Lande, mit Berufung auf das Chriſtenthum oder durch den Einfluß der Lehrer der Re⸗ ligion, gegen die allgemeinen Anforderungen der Gerechtigkeit und Menſchlichkeit ins Werk Geſetzte und ſtets zu Gunſten derer war, welche nach ihrer Abſtammung oder Religion oder Meinung für uns Fremde ſind.“ C.
Die Erdbeere als Zeilmittel.
Jedermann kennt die Erdbeere als eine ſehr feine, wohl⸗ ſchmeckende Frucht, aber die Zahl der Perſonen, welche nicht wiſſen, daß auch in der Heilkunde davon ein ſehr nützlicher Gebrauch gemacht wird, iſt ſicher ſehr groß, und es iſt daher jedenfalls vortheilhaft, ſie auch unter dieſem Geſichtspunkte zu betrachten.
Der lange Zeit fortgeſetzte Gebrauch dieſer Frucht hat
V
Novellen⸗Zeitung.
ganz unerwartete Heilungen bewirkt. Ein von dem Apo⸗ theker Sauquet in Sigeau an die Société des sciences physiques in Paris eingeſandter Bericht weiſt nach, daß der Genuß der Erdbeeren ihn von der Gicht befreit hat.
Dieſes Reſultat ſteht nicht iſolirt da. Linné hat be⸗
reits ſeiner Zeit an ſich ſelbſt die nämliche Erfahrung gemacht. Ddiiſſer berühmte ſchwediſche Naturforſcher war häufig Gichtanfällen unterworfen. Im Jahr 1750 litt er ſeit vier⸗ zehn Tagen daran, als man ihm Erdbeeren brachte. Er aß davon eine bedeutende Menge, und nachdem er die folgende Nacht recht gut geſchlafen hatte, konnte er am folgenden Mor⸗ gen aufſtehen und ſeine Arbeiten wieder aufnehmen, die ſeit der Dauer dieſes Anfalls unterbrochen geweſen waren.
In den folgenden Jahren ſtellten ſich die Gichtanfälle wieder ein, doch immer weniger heftig, und nachdem er vier oder fünf Jahr nach einander zu demſelben Mittel ſeine Zu⸗ flucht genommen hatte, ſah er ſich ganz von dieſer Krankheit geheilt und er verlebte dann noch zwanzig Jahre, ohne den geringſten Anfall wieder davon zu erleiden.
Geßner ſagt, der ausgepreßte Saft von in Alkohol ein⸗ geweichten Erdbeeren verſchaffe, in der Doſis von einem Löffel voll des Abends und des Morgens genommen, Per⸗ ſonen, die am Nierengries und Stein leiden, große Erleich⸗ terung.
Boerhave behauptet, in einem ſolchen Falle wohne die heilende Kraft der Erdbeeren in den Samenkörnern derſel⸗ ben, die er in weißen Wein eingeweicht verordnete.
Gelnecke in Stettin rühmte dieſe Frucht als ein wurm⸗ abtreibendes Mittel, und er bediente ſich derſelben gegen den Bandwurm.
Van Swieten berichtet, daß Wahnſinnige in einigen Wochen durch den täglichen Genuß einiger Pfund Erdbeeren wieder zur Vernunft gekommen ſind.
Schulze, Hoffmann, Galibert erwähnen Fälle der Lun⸗ genſchwindſucht, die noch nichts weiter waren als Lungen⸗ katarrhe mit einem ſchleichenden Fieber, welche durch den Ge⸗ brauch dieſer Frucht geheilt worden ſind.
Apulée rühmt die mit Honig zerdrückten Erdbeeren als ein Linderungsmittel für Schmerzen, welche ihren Sitz in der Milz haben.
Die Erdbeere iſt erfriſchend und leicht verdaulich; ſie iſt für gallichte und blutreiche Perſonen ſehr vortheilhaft. Schwächliche Perſonen mit einem trägen Magen dürfen deren nur mit Vorſicht genießen. Mit Zucker und Wein genoſſen verdauen ſie ſich am beſten; mit Sahne ſind ſie dem Magen weniger zuträglich und ſchwerer zu verdauen. Im Waſſer zerdrückt geben die Erdbeeren ein beruhigendes Getränk, das bei der Hitze und dem Fieber, von dem manche hitzige Krankheiten begleitet ſind ſehr nützlich iſt. C.
Muskelſtärke des Tigers.
Obriſt Campbell theilt in ſeinem Tagebuche„My In- dian Journal“ folgendes Beiſpiel von der Muskelſtärke des Tigers mit:
„In der Nähe unſres Lagers an den Ufern des Tum⸗ boordra auf einem Felde, das von einer Hecke von ohngefähr ſechs Fuß hohen ſtachlichten Gewächſen umgeben war, wurde
ein Ochſe von einem Tiger getödtet. Der noch warme Kör⸗
per des Ochſen wurde von einem unſrer eingebornen Die⸗
ner wahrgenommen, welcher die Nachricht davon in die Zelte
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