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zu ſein. Es giebt noch eine Menge tapferer Solda⸗ ten, die von ihren Corps verſprengt ſind und welche vor Begierde brennen, ſich mit dem Feinde zu meſſen. Geſtatten Sie, daß ich dieſelben an mich ziehe und den kleinen Krieg auf eigene Hand führe.“
„Ich habe Ihnen ſchon einmal geſagt,“ bemerkte Herr von Loucadou,„was über Wall und Mauern hinausliegt, kümmert mich nicht, und für das, was dort geſchieht, übernehme ich keine Verantwortlichkeit. Handeln Sie daher, wie es Ihnen gut dünkt, aber rech⸗ nen Sie dabei weder auf meine Unterſtützung, noch auf meine Billigung.“
„Ich bin mir ſelbſt genug,“ erwiderte Schill mit edelem Trotz, im Gefühl ſeines Werthes und gerade nicht ſehr erbaut durch das Bild eines eigenſinnigen, unter dem Einfluß ſeiner Haushälterin ſtehenden Greiſes, deſſen ganzes militäriſches Verdienſt darin beſtand, daß er im baieriſchen Erbfolgekriege ein Blockhaus mit Standhaftigkeit vertheidigt hatte.
Zeilung.
erwidern, als ſeine Aufmerkſamkeit nach einer andem Seite hingelenkt wurde.
Im Vorzimmer hatte ſich nämlich zwiſchen ſeine Ordonnanz und einer anderen Perſon ein lebhaften Wortwechſel erhoben.
„Was iſt denn das wieder?“ rief der Oberſ indem er verdrüßlich aufhorchte,„wahrhaftig, man hat in ſeiner eigenen Wohnung keine Ruhe mehn ſeitdem man von dieſen Projectenmachern unaufhor lich überlaufen wird.“
Dieſe letzten Worte ſprach Herr von Loucadon, indem er dabei auf Schill einen entſprechenden Seiten blick warf.
„Ich habe es Ihnen ja immer geſagt,“ keift die Haushälterin dazwiſchen,„daß Sie der Schih⸗ wacht vor dem Hauſe den Befehl geben ſollen, Nie mand hereinzulaſſen, der ſich nicht vollſtändig leget miren kann.“
„Sie hat Recht, Friederike. Zuletzt kommt A hier noch ſo weit, daß Niemand weiß, wer Koch und
„Uebrigens,“ fuhr der Oberſt fort, deſſen pedan— tiſche militäriſche Erziehung es nicht mit dem Regle— ment in Einklang zu bringen vermochte, daß ein junger Officier unter ſeinen Augen ſelbſtſtändig die Feindſeligkeiten beginnen wollte, übrigens begreife ich noch immer nicht, auf welche Weiſe Sie meinen, ſich hier nützlich machen zu können.“
„Nun,“ rief Schill,„bietet ſich dazu nicht ein weites Feld? Sind denn nicht königliche Caſſen gegen den Feind zu ſchützen und in Sicherheit zu bringen? wird denn nicht durch glücklich ausgeführte Streifzüge das Vertrauen der Beſatzung geſtärkt und befeſtigt werden? ſollten Sie es endlich denn nicht gern ſehen, wenn ich Ihnen den nöthigen Proviant zuführe und Ihnen ſo das Mittel verſchaffe, deſto ausdauernder und erfolgreicher einer Belagerung Trotz zu bieten?“
„Ich bedarf Ihres Proviants nicht,“ ſagte Herr von Loucadou wegwerfend,„für meine Soldaten habe ich Mehl und Brod zur Genüge in den Magazinen und brauche daher zu ſolchen Gewaltſchritten nicht meine Zuflucht zu nehmen.“
„Das nennen Sie Gewaltſchritte,“ entgegnete Schill mit einem faſt mitleidigem Lächeln,„wenn man dem Feinde zuvorzukommen ſucht und ſich das aneig⸗ net, was demſelben doch in die Hände fallen würde? Und überdies, Herr Oberſt, der Soldat, welcher Tag und Nacht vom Dienſt in Anſpruch genommen wird, verlangt auch mitunter nach etwas Anderem, als nach einem Stück Brod, und ich glaube nicht, daß derſelbe es mir als Verbrechen anrechen wird, wenn ich ihm hier und da eine hübſche Viehheerde zuführe.“
Herr von Loucadou wollte hierauf eben etwas
wer Kellner iſt... Aber mein Gott, was iſt denn dae für ein Lärm? Sehe Sie doch einmal zu, Friederit was es da draußen giebt.“
Die Häushälterin wollte eben mit einem Geſicht welches dem Störenfried nichts Gutes verkündete, die ſer Aufforderung Folge leiſten, als die Ordonnan eintrat und die Meldung machte, daß ir Vorzimme der Bürger Nettelbeck ſtehe, der ſiett hazrchaus nith abweiſen laſſe, ſondern behaupte rigen er dem Heuk Oberſt nothwendige Mittheilungen zu machen habe
rief der Commandant, eine heftige abwehrende B
Nettelbeck, er iſt ein unruhiger Kopf, und wenn’s na ihm ginge...
ſoeben erſchien auf von etwa ſiebenzig Jahren, deſſen kleine, aber kräftit Geſtalt,
ſeiner geiſtigen und phyſiſchen Kräfte bewußt ſei.
„Ich will ihn unter keinen Umſtänden ſprechen
wegung mit der Hand machend,„ich kenne dieſe wei Ge
Herr von Loucadou konnte nicht vollenden, de der Schwelle der Thüre ein Gret
deſſen lebhaftes Auge und deſſen wettergſt bräuntes Geſicht darthaten, daß er ſich noch vo
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„Ja, wenn es nach meinem Kopfe ginge,“ riſ. er, die letzten Worte des Commandanten wiederholenee „ſo würde ich die Hände wahrhaftig nicht in Ni Schooß legen, und um die Feſtung müßte es jetzt ſch ganz anders ſtehen.“ ſwie
„Wer legt die Hände in den Schooß?“ rief Hel Dee von Loucadou mit zorniger Stimme,„und was get Sie überhaupt das Alles an, Herr— was habt 6 Sie mit der Vertheidigung der Feſtung zu thun! reir
„Was ich damit zu thun habe? entgegnete N te
telbeck mit Entſchloſſenheit,„nun, ich denke, jede ene


