Novellen⸗Jeitung.
A um.
Moritz Arndt.
Das Lied vom Sthill.
(1809.)
Es zog aus Berlin ein tapferer Held,
Er führte ſechshundert Reiter ins Feld; Sechshundert Reiter mit redlichem Muth, Sie dürſteten alle Franzoſenblut.
Auch zogen mit Reitern und Roſſen im Schritt
Wohl tauſend der tapferſten Schützen mit.
Ihr Schützen, Gott ſegne euch jeglichen Schuß, Durch welchen ein Franzmann erblaſſen muß!
So ziehet der tapfre, der muthige Schill, Der mit den Franzoſen ſich ſchlagen will; Ihn ſendet kein Kaiſer, kein König aus, Ihn ſendet die Freiheit, das Vaterland aus.
Bei Dodendorf färbten die Männer gut Das fette Land mit fränzöſiſchem Blut, Zweitauſend zerhieben die Säbel blank, Die Uebrigen machten die Beine lang.
Drauf ſtürmten ſie Dänitz, das feſte Haus, Und jagten die Schelmenfranzoſen hinaus, Dann zogen ſie luſtig ins Pommerland ein, Da ſoll kein Franzoſe ſein Kiwi mehr ſchrei'n.
Auf Stralſund ſtürmte der reiſige Zug, O Franzoſen, verſtündet ihr Vogelflug! O wüchſen euch Federn und Flügel geſchwind! V Es nahet der Schill, und er reitet wie Wind.
Er reitet wie Wetter hinein in die Stadt, Die der Wallenſtein weiland belagert hat, Wo der zwölfte Carolus im Thore ſchlief; Jetzt liegen die Mauern und Thürme tief.
O weh euch Franzoſen, jetzt ſeid ihr todt, Ihr färbet die Säbel der Reiter roth, Die Reiter, ſie fühlen das deutſche Blut,
Franzoſen zu tödten, das däucht ihnen gut.
Lieder⸗Chronik deutſcher Helden.
O Schill! o Schill! du tapferer Held!
Was ſind dir für bübiſche Netze geſtellt! Viel ziehen zu Lande, es ſchleichet vom Meer Der Däne, die tückiſche Schlange, daher.
O Schill! o Schill! du tapferer Held!
Was ſprengeſt du nicht mit den Reitern ins Feld? Was ſchließeſt in Mauern die Tapferkeit ein? Bei Stralſund, da ſollſt du begraben ſein.
O Stralſund, du trauriges Straleſund! In dir geht das tapferſte Herz zu Grund, Eine Kugel durchbohret das redlichſte Herz, Und Buben, ſie treiben mit Helden Scherz.
Da ſchreiet ein frecher Franzoſenmund: „Man ſoll ihn begraben wie einen Hund, Wie einen Schelm, der an Galgen und Rad Schon fütterte Krähen und Raben ſatt.“
So trugen ſie ihn ohne Sang und Klang, Ohne Pfeifenſpiel und Trommelklang, Ohne Kanonenmuſik und Flintengruß, Womit man Soldaten begraben muß.
Sie ſchnitten den Kopf vom Rumpfe ihm ab Und legten den Leib in ein ſchlechtes Grab, Da ſchläft er nun bis an den jüngſten Tag, Wo Gott ihn zu Freuden erwecken mag⸗
Da ſchläft nun der fromme, der tapfere Held, Ihm ward kein Stein zum Gedächtniß geſtellt, Doch hat er gleich keinen Ehrenſtein,
Sein Name wird nimmer vergeſſen ſein.
Denn zäumet ein Reiter ſein ſchnelles Pferd, Und ſchwinget ein Reiter ſein blankes Schwert, So rufet er immer: Herr Schill! Herr Schill! Ich an den Franzoſen euch rächen will.
Zuſammengeſtellt von Adolf Böttger. Vierte Auflage. Leipzig, Friedr. Wilh. Grunow. 1862
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