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lien wurde Lafarina von dem Grafen Cavour mit der Miſſion dahin geſandt, möglichſt ſchnell den Anſchluß der Inſel Sici⸗ lien an Piemont zu bewirken, um auf dieſe Weiſe das weitere Umſichgreifen der Revolution zu verhindern. Kaum in Sici⸗ lien angekommen, ließ Garibaldi, ſein perſönlicher Gegner, ihn in einer ziemlich brutalen Weiſe ausweiſen, und Lafarina ſah ſich gezwungen, nach Turin zurückzukehren, wo Graf Ca⸗ vour ihn, um ihn für die erlittene Beſchimpfung zu entſchädi⸗ gen, zum Staatsrath ernannte.
Lafarina war entſchieden monarchiſch und conſervativ geworden, und die Revolutionäre waren ihm eben ſo verhaßt, wie er von ihnen verabſcheut wurde. Er ließ die Revolution nur im höchſten Nothfall und zeitweilig zu. In der Deputirtenkammer hatte er einen ſo großen Einfluß gewonnen, daß man allgemein annahm, er werde bei der erſten Gelegenheit ins Miniſterium eintreten, doch ehe er das ge⸗ lobte Land der politiſchen Männer erreichte, wurde er vom Tode abberufen.
Lafarina war wie die meiſten italieniſchen Staatsmän⸗ ner rechtſchaffen, ja ſogar uneigennützig, und obgleich er mit zahlreichen wichtigen Miſſionen betraut geweſen iſt und be⸗ deutende geheime Fonds zu ſeiner Verfügung gehabt hat, ſo iſt er dennoch buchſtäblich als ein armer Mann geſtorben. Er war ein einſichtsvoller, thätiger und ſehr energiſcher Mann, dem man blos ein Uebermaß von Hitze und Eifer zum Vorwurf machen konnte, weshalb er von ſeinen Gegnern als ein Schwätzer bezeichnet wurde.
Durch eine von ihm veröffentlichte Geſchichte Italiens, die vielen Beifall gefunden hat, iſt er als Schriftſteller be⸗ kannt geworden.. C.
Die Farbeſtoffe der Blätter.
In der franzöſiſchen Akademie theilten kürzlich die Herren Chatin und Filhol die Erfolge ihrer Unterſuchungen über die Farbeſtoffe der Blätter mit. Nach ihren Angaben iſt die Oberfläche der jungen Blätter, ſo wie die Deckblätter der Blumen mit einem ſchützenden fettigen Stoffe bedeckt, deſſen Verhältniſſe in dem Maße abnehmen, wie man ſich dem Herbſte nähert, zu welcher Zeit die Blätter ſich zu färben beginnen. Wenn man grüne Blätter in Aether eintaucht, welcher ihrer Oberfläche den Firniß, der ſie beſchützte, ent⸗ reißt, und ſie dann der Luft ausſetzt, ſo nehmen ſie eine braungelbe Farbe an. Dieſe Erſcheinung läßt ſich noch beſſer beobachten, wenn man ſich des Salmiakäthers bedient; das Ammonium beſchleunigt die Veränderung des nach Sauerſtoff gierigen Stoffes, welcher an der Luft ſich braun färbt, ſobald der fettige Firniß nicht mehr vorhanden iſt: der der Luft entzogene Sauerſtoff wird durch Kohlenſäure er⸗ ſetzt. Die Blumen ſind denſelben Veränderungen unter⸗ worfen wie die Blätter.
Die Blätter einiger Vegetabilien, wie des Apfelbaums, färben ſich gegen das Ende des Sommers gelb, dann roth, aber nie in umgekehrter Ordnung. Die in Aether getauch⸗ ten und der Luft ausgeſetzten gelben Blätter werden roth, indem ſie ſich oxydiren; Schwefelſäure macht ſie wieder gelb, welches ihr erſter Grad der Oxydation(des Verkalkens) iſt. Bei dem Aprikoſenbaum, der Pappel ꝛc. ſteht die Färbung der dürren Blätter bei Gelb ſtill; man kann daſſelbe von dem gelben Obſte des Pflaumenbaums, des Stachelbeerbu⸗ ſches ꝛc. ſagen.
Der Aether entzieht den Blättern des Wallnußbaumes einen farbloſen Stoff, welcher unter dem Einfluſſe des Am⸗
Rovellen⸗Zeitung.
moniums und der Luft eine ſchöne violette Farbe annimmt, dieſer Stoff verliert ſich gegen den Herbſt und iſt im Früh⸗ Kimmall ling noch nicht vorhanden. Der unter dem Namen Quer⸗ dm ſ citrin bekannte färbende Beſtandtheil iſt im allgemeinen in allen ur bam krautartigen Theilen der Vegetabilien vorhanden; ziemlich oft adit in iſt er von Gerbeſtoffen und zuweilen von Galläpfelſäure be me kk gleitet. Dieſe Stoffe verſchwinden während der herbſtlichen grter Färbung der Blätter in der Ordnung, wie wir ſie eben ge⸗ ajiau. nannt haben, welche wahrſcheinlich auch die ihrer Vertheilung ein im Pflanzenreiche und die ihrer phyſiologiſchen Wichtig⸗ pwat keit iſt. de Man kann es jetzt als eine erkannte Thatſache betrach⸗ hr ten, daß die Pflanzenſäfte zwei Arten von Stoffen in ſich dh der enthalten, welche eine weſentliche Rolle ſpielen: 1. der farb⸗ loſe Stoff, welcher die braune Färbung der Blätter im Herbſte erzeugt; 2. das Quercitrin und die ihm ähnlichen Stoffe. Die Ausdünſtung der Blätter zur Nachtzeit und an Tage. Herr B. Corenwinder zeigte kürzlich in einer Note, die er in der Akademie der Wiſſenſchaften in Paris vorlas, daß die Ausdünſtung der Blätter von Kohlenſäure während der Nacht ſich mit der Temperatur verändert und bis auf Null ſinken kann, wenn das Thermometer ſich dem Gefxier⸗ punkte nähert. In der künſtlichen Dunkelheit findet dieſe Außte Ausdünſtung ſogar noch kräftiger ſtatt als zur Nachtzeit. 11s Die jungen Sproſſen und Knospen haben ſelbſt während nu der Tageszeit und im Sonnenlicht einen Ueberfluß an Koh dhar, d lenſäure; die Blätter erlangen die Fähigkeit, der Luft d Sae a Kohlenſäure zu entziehen und ſie zu zerſetzen, nur in dem Maß uf dere wie ſie ſich entwickeln. Die ausgewachſenen Blätter dünſten Sals b nie, weder bei heiterem, noch bei trübem Wetter, Kohlenſäure eie Sb aus, wenn ſie in freier Luft ſtehen und von allen Seiten Luſtſenen empfangen, aber ſie dünſten dieſelbe allgemein aus, wennſeabli man ſie an einem Orte hält, wo ſie den Sonnenſtrahlen Kochen nicht ausgeſetzt ſind, welche Thatſache Hr. Corenwinder ſeitt entehr Jahren beobachtet hat. Die rothen und braunen Blätterſſimar des Wallnußbaumes und der Blutbuche haben genau dieſele ee böf ben Erfolge gegeben. Es iſt daher nicht wahr, daß die d vie Blätter immer durch ihre grünen Theile unter den Einfluſſ
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der Sonne die Kohlenſäure der Luft zerſetzen. C. I Die Lilie. hau Böhmiſche Blumenſage. üden
Eine holdſelige Jungfrau war geſtorben. Sie wollte neinen aber nicht am Gottesacker begraben ſein, wo nur die Wittzſſties wen weinen und die Waiſen wehklagen, ſondern im tiefen atſan grünen Walde, wo die großen Schmetterlinge flattern und löerw die lieben Vöglein ſo luſtig ſingen. Getreu erfüllte man Sande ihren letzten Wunſch. Da geſchah es nach drei Jahren, daß sen auf ihrem Grabe eine wunderſchöne weiße Lilie emporblühtes Tebſ wer ſie erſchaute, den erfüllte ein wunderſames Weh, und
halt get wer ihren Duft athmete, den durchglühte namenloſe Sehn⸗ n ſucht. Eines Tages kam in die ſtille Waldgegend ein ſchönelg en Sin junger Prinz, der eben hoch zu Roß ein junges Reh verfolgte, Dagan
um es mit dem Speere zu erlegen. Plötzlich verſchwand daß uma
Thier, und die ſchneeweiße Lilie ſtand vor den Augen des tgend? Königsſohnes. Augenblicklich wirkte auch auf ihn der räth⸗ dezahlte ſelhafte Zauber ein. Da trug der Prinz ſeinem Diener auf, ſe indef die wunderſchöne Lilie ſammt der Wurzel behutſam auszu⸗ ſieten graben, ſie in den königlichen Garten zu verpflanzen und Tag g und Nacht emſig zu pflegen, damit ihr ja kein Leid wider⸗ aii fahre. Der treue Diener erfüllte genau den Befehl ſeines beſe
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