Vierte
nuf den hi höhene b alten.
Der Vater wird nun für mich werben, aber er ſagt, icht verti s müſſe noch einige Wochen anſtehen, weil bei Wincklers jetzt ttſ hinde in Trauerhaus wäre. Schließe unterdeſſen das Geheimniß ttiſchen Erſal n dein treues Herz. So lange werde ich mich alſo noch in in den beide er Geduld üben müſſen. Ich ſchreibe dir gleich, wenn ich Epiſodenken uir was Beſtimmtes melden kann, denn ich weiß, lieber Bru⸗ won der leh ur, du nimmſt herzlichen Antheil daran und bitteſt Gott für — mnich, daß er alles zum Beſten lenke. Lebe wohl. nſchauung d 1760. Warum kannſt du nicht bei uns ſein und unſre Freude m erſten Bandheilen, geliebteſter Bruder! In unſerm ganzen Hauſe ſind en und in dbuter glückliche und ſtillheitre Geſichter, und mein Herz iſt (von Dank gegen Gott und von Liebe gegen alle Menſchen nfüllt, daß ich dieſe ſeligen Empfindungen Allen mittheilen öchte, um Alle ſo froh und ſo glücklich zu machen, als ich es bin.— Es war am Johannistage nach dem Gottes⸗ ſenſt, als der Vater feſtlich angekleidet zu Hrn. Winckler ging und ſeine Worte für mich anbrachte. Er wurde bürgerlich ind herzlich aufgenommen, und ſein Antrag war, wie es ſchien, im würdigen Vater gleich willkommen. Jungfer Chriſti— zuchen war in der Küche und beſorgte das Mittagsbrod. Die iden Väter waren ganz allein. Der guten Sitte wegen ud um ſich vorher mit ſeiner Tochter noch zu beſprechen, it er ſich eine Bedenkzeit von drei Tagen aus. Das waren nei ſchwere Tage für mich, mein liebſter Bruder, und hätte rir nicht die gute Mutter immer Muth zugeſprochen und rire ich nicht vom Morgen bis in den Abend immer mit Abeit beſchäftigt geweſen, ſo wären ſie mir noch viel ſchwerer gworden. Zufällig begegnete ich einmal meiner Geliebten, nie ſie mit ihrem Vater nach dem Garten ging. Sie ſchlug enöthend die Augen nieder, und das Compliment, das ich mit ſartem Herzklopfen machte, mag auch wohl ſehr ängſtlich 2 ausgeſehen haben. Am Morgen des vierten Tages ließ ſich te geſiegt, m enlich Hr. Winckler bei uns melden. Der Vater holte von Todllachen, n ſenem köſtlichen Wein aus dem Keller, und die Mutter ließ fei Jahren n les feſtlich machen und nahm die ſchönen Teppiche aus den len glaubte, Shränken und legte ſie auf alle Tiſche. Er kam. Der Vater 1—, nochnit upfing ihn. Ich blieb auf der Schreibeſtube, aber es war und ordeulltega unmöglich zu arbeiten. Endlich wurde ich gerufen, die uf ihrem em Wutter ziſchte mir ſchon vor der Thüre die freudige Botſchaft Die Geſellchitins Ohr, weil ich ſo blaß ausſah. Was iſt der alte Winckler eine iche Theßit ein vortrefflicher Mann! o lieber Bruder, hätteſt du hö⸗ erein, und al können, wie er ſo fromm und chriſtlich ſprach und welche ſelbſt die Alngeiſe Lehren er mir aus dem reichen Schatze ſeiner Erfah⸗ „bat man ſtſungen gab!— Nun gingen wir alle zu meiner Braut, und lſſt. Wach lſch krachte in Gegenwart der Eltern meine Worte bei ihr an. ie weinte ſehr, und ihre Hand zitterte in der meinigen.
werden, den der Entfaltan er muß ich not oltei ſeinen in durchgearbe
latze vor N Ider Menge!
Älles war f ber die ſhönt Srechen konnten wir beide nicht viel.
4 getanzt. 3 elund Wandel und über Krieg und Frieden vertieft waren, nl entlang, ut dach ich recht ungezwungen und herzlich mit meiner Braut. ler Buſen wal ſench Tiſche gingen wir zum erſten Mal mit einander ſpazie⸗ anz wat vorienfn und beſuchten das Grab ihrer Mutter.— Auf den Sonn⸗
en ihrer n g werden wir aufgeboten, und über vierzehn Tage iſt die Sit ſchlug ochzeit, zu der du hiermit feierlich eingeladen wirſt. Die u führe. S ochzeit wird groß ſein, denn Herr Winckler und mein Vater duß ſ i der Meinung, eine ſo wichtige Handlung müſſe recht
dſe Geits under, und danke Gott, daß er meine Wünſche ſo gnädig er⸗ nuuu Guesfſtt.
Folge. 559 ſten auf der Welt macht, entfloh ihren Lippen. Meinem Alten habe ich geſtern davon geſagt. Er brummt, macht Ausflüchte, die Partie iſt dem alten Geizhals nicht reich ge⸗ nug, aber ich lache dazu, die Mutter iſt auf meiner Seite und die Mutter ſetzt Alles durch. Declarirt iſt noch Nichts, aber die ganze Stadt weiß es ſchon, und ich ruhe nicht, bis Alles in Richtigkeit iſt. Mit meinem Alten iſt das nicht der erſte Tanz, ich gebe nicht nach. Adieu, Herzensbrüderchen. 1860.
Endlich bin ich durchgedrungen, liebes Brüderchen, aber bei Gott! es iſt mir ſchwer geworden, meine Dulcinea zu er⸗ obern. Ja, wäre es nicht ſchon in der ganzen Stadt bekannt geweſen, und hätte es nicht hernach heißen können, ich hätte einen Korb bekommen, und wäre das Mädchen nicht ſo ein göttlicher Engel, ich glaube, weiß Gott, ich hätte die ganze Geſchichte aufgegeben.— Du glaubſt gar nicht, was mir mein alter Herr für Spähne gemacht hat, und Fanny's Vater ſetzte auch ſeinen Kopf auf und wollte Nichts davon hören. Mei⸗ nem Alten war's blos ums Geld zu thun, das merkte ich wohl, denn er ſprach ewig von ſchlechten Zeiten, von den Koſten einer Haushaltung, von der Ungewißheit des Handels und was der Jeremiaden mehr waren. Mit Fanny's Vater war's daſſelbe, ein guter Freund mochte ihm in den Kopf geſetzt haben, unſer Haus ſei durch die neueſten Conjuncturen zurückgekom⸗ men. Kunrz, die Ausſichten waren ſchlecht, und es gab viel Sturm im Hauſe. Vater und Mutter ſprachen kein Wort zuſammen; der alte Herr las über Tiſche die Zeitungen, die Mutter zankte mit dem Bedienten, und ich kam gar nicht zum Eſſen. Eigentlich konnte ich's meinem Alten nicht ver⸗ denken, ja es war mir gewiſſermaßen lieb, denn nun konnte ich's doch ganz allein auf ihn ſchieben, daß das Geld zur Sprache kam, und das Geld, liebes Brüderchen, iſt doch nun einmal die Hauptſache in der Welt, die hungrigen Phi— loſophen mögen ſchwatzen, was ſie wollen.— Was mit Ge— walt nicht durchging, glückte durch Liſt. Fanny's Franzö⸗ ſin, ein hübſches, gewandtes Ding, wußte Rath. Durch ſie gingen die Briefchen, ſie veranſtaltete Zuſammenkünfte, ſie war an Erfindungen unerſchöpflich. Fanny ſtellte ſich krank, ſie fiel ihrem Vater zu Füßen, ihre Mutter weinte, der Vater gab nach und willigte endlich in eine Mitgabe von zehntauſend Thalern. Kaum hatte ich die frohe Botſchaft erhalten und der Mutter mitgetheilt, ſo änderte ſich das Wet⸗ ter. Mein Alter fing wieder an zu reden, die Väter ſprachen ſich auf dem Club, die Mütter machten ſich Viſiten, ich ging mit Fanny allein ins Theater, die Sache ward regulirt, und wir nahmen Gratulationen an.— Wir laſſen uns mit Dispenſation trauen, und brauchen alſo nicht lange zu war⸗ ten. Der Doctor Hempel, unſer ehemaliger Hauslehrer, hat eine Pfarre nicht weit von der Stadt, zu dem fahren wir hinaus und laſſen uns trauen. Wir haben ja mit dem närri⸗ ſchen Kauz ſo manchen Spaß gehabt, er mag bei der Gele— genheit Etwas verdienen. Nach der Hochzeit iſt ſolenner Ball, das läßt ſich Fanny nicht nehmen, ſie wird himm⸗ liſch ausſehen. Ich bin mit der Einrichtung des neuen Logis und durch die Menge Féten, die uns zu Ehren ge⸗ geben werden, ſo beſchäftigt, daß ich wenig aufs Comptoir komme. Auch iſt nicht viel Freude da, denn obgleich der Friede mit dem Alten äußerlich wieder hergeſtellt iſt, ſo iſt doch immer noch Spannung, und die Mutter will die Ein⸗ richtung anders, als der Vater. Mögen ſie ſehen, wie ſie ei⸗ nig werden; ich bin vergnügt wie ein König. Richte dich ja ein, daß du zur Hochzeit kommſt. Meine ſchöne Fanny läßt. dir viel Liebes und Süßes ſagen. Lebe wohl!


