Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
496
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Ekrem oder wenigſtens Seraskier zu ſein. Er ſeiner Taſche ſein rend er ein Adonis ſei! Das

war genug. Seine erhob ſich,

um fortzugehen, vergaß aber ſeine Taſſe Kaffee

Bezahlung dringen over die wirthen ſollte. Es endete damit, daß der Sultan

alte Brücke begleiteten, wo ſein Gef Palaſt⸗Kaiks ihn erwarteten. der einſchiffte, wendete er ſich

Bemerkungen über Männer und ſicherte, nicht vergeſſen würde. C.

Misrellen.

1569 zur Taufe ſeines den damaligen Superintendenten Daniel Greſer als Tau

zeugen und fügte der Einladungsſchrift die Worte hinz Mache Er ſich aber keine

über einen Rheiniſchen Gold⸗Gulden ein.

Kaiſer Karl's VI. Gema

Modena mit 50,000 Guineen von Toscana mit 20,000 Louisd'ors, und von dem von Parma mit, 10,000 Dublonen beſchenkt.

Kleine Kritiken.

über Goethe's Hermann Vorwort von Herman weg und Sohn.

Wir können, wenngleich diesmal etwas verſpätet, nicht umhin, auf dieſe dritte, auch im Aeußern ſehr ſchöne Edition jenes in der deutſchen Literatur ſo ausgezeichneten Werkes unſere Leſer aufmerkſam zu machen.

Mit großer Befriedigung wird jeder gebildete Kopf die dazu von Hettner geſchriebene Vorrede leſen. Immer auf gründliche Sachkenntniß und ſelbſtſtändig es Durchdenken un⸗ ſerer Literaturgeſchichte fußend, betrachtet ſie doch den Gegen⸗

it obj leitet durch ſammelnde Rela⸗ ſtändniß des Buches

auf eine überſichtliche gefällige Art ein. Hettner iſt im Beſitz ddeer jetzt ſelten werdenden Kunſt, durch einen trefflichen Styl und geiſtig angeſpannten Vortrag, der eben deßwegen wieder ſpannnend wirkt und die Verſtandeskraft des Leſers aufregt, Weeinem ernſten abstracten Gegenſtande die Reize des ſinnlich Fefſſelnden zu erſetzen. Es iſt falſch, anzunehmen, daß dieſe Fähigkeit nur die natürliche Folge eines hervorragenden literariſchen Talentes ſei; dies allein genügt nicht, wie man⸗

Novellen⸗Zeitung.

zog dann aus ſchlechtes lithographiſches Bild und fragte, ob das ihm ähnlich ſei. Staferellah! es war Schmutz, wäh⸗

Majeſtät bezahlen; der Cavéjee(Beſitzer des Kaffeehauſes) war indeſ⸗ ſen ſo außer ſich gerathen, daß er gar nicht wußte, ob er auf ganze Geſellſchaft umſonſt be⸗

fortging und daß der Cavejee und alle Anweſenden ihn bis an die

olge und ein paar der Ehe Se. Majeſtät ſich wie⸗

noch einmal an ſeine muntern Geſellſchafter aus dem Kaffeehauſe und dankte ihnen für ihre

Dinge, die er, wie er ver⸗

Der Kurfürſt Auguſt von Sachſen bat den 25. October 1, s Pri ſiebenten Kindes, de Prinzen Audad tung knuſchen⸗ we

u: Ungelegenheiten und binde Er nicht

hlin wurde bei ihrer Reiſe nach Spanien, die ſie 1708 unternahm, von dem Herzog von

von dem Prinzen Gaſton Herzog

Wilhelm von Humboldt's äſthetiſche Verſuche und Dorothea. Mit einem n Hettner. Braunſchweig, bei Vie⸗

che neue Beiſpiele betrübend beweiſen: ſie iſt vielmehr auch

die Folge der Liebe und der

ſtande. Sei er groß oder gering, welcher Art er wolle, wenn

zu Das iſt kein

ſondern bewußtes, angeſtrengt warmes Handeln. Hierin und nicht in der Begabung liegt das Hettner im hohen Grade erworben hat.

Wilhelm von Humboldt, ſchen Epos, machte den Verſuch, mit einer ausführlichen Be⸗ trachtung und Werthſchätzung deſſelben eine äſthetiſch erſchö⸗

Allgemeinen anzuſtellen, un

Abhandlung ein auf feiner Analyſe beruhender und deßhalb um ſo poſitiverer Lehrvortrag geworden.

Der langeinnige Umgang und Ideenaustauſch mit Goethe und beſonders Schiller hatte in Humboldt reiche Ideen über die⸗ ſen Stoff zum Theil angeſammelt, zum Theil neu erweckt. Dieſer Umſtand hat viel zum geiſtigen Gewicht der betreffen⸗ den Arbeit beigetragen. Hettner ſagt unter Andern in Be⸗ zug darauf:

Es iſt, als könnten wir jener ſokratiſchen Unterhal⸗

lche einſt an ſchönen Winterabenden un⸗ ſere edelſten Geiſter vereinigt hatte. Es iſt wahrlich kein

Vorwurf, wenn wir ſagen, daß wir zunächſt überall die ge⸗ bietende Ideenmacht Schiller's heraushören. Am deutlichſten treten dieſe Anklänge hervor in der ſcharfen und farbenſatten Ausmalung des Naiven und Sentimentalen als des Grund⸗ unterſchieds zwiſchen antiker und moderner Kunſtbildung, in der Gegenüberſtellung von muſikaliſcher und plaſtiſcher Dich⸗ tung, in der Begriffsbeſtimmung des Idylliſchen und Satiri⸗ ſchen... Aber wir würden ſehr ungerecht ſein, wollten wir Humboldt's Verdienſt darauf beſchränken, daß er aus der rei⸗ chen Gedankenwelt Schillers Einzelnes näher beſtimmt und ausgeführt habe. Seine Schrift ſprudelt eben ſo reich an den trefflichſten und tiefſinnigſten Beobachtungen, Erfahrun⸗ gen und Urtheilen über Künſtler, Dichter und Dichtwerke, wie ſie nur einem ſehr vielſeitigen, warm und denden und denkenden Künſtlergeiſte entſpringen, wie ſie nie⸗ mals der abgezogene Schulphiloſoph, ſondern nur derjenige ha⸗ ben kann, der ein Stück lebendiger Künſtlernatur in ſich ſelbſt trägt... Es giebttüchtig und mit Recht anerkaunte Kunſtgelehrte, wie vor Allen Gervinus, welche die theoretiſche Unterlage ihrer kunſt⸗ und literaturgeſchichtlichen Betrachtungsweiſe einzig und ausſchließlich aus Schiller's Abhandlung über naive und ſeutimentale Dichtkunſt und aus dem vorliegenden Buch Humboldt's über Goethe's Hermann und Dorothea geſchöpft haben.... Der Inhalt dieſer factiſchen Bemerkung wird gewiß am meiſten zur Empfehlung dieſes Buches beitragen. Wenn es auch mehr für den Literaturfreund und denkenden Leſer und ganz weſentlich für den Mann von Fach geſchrieben iſt, ſo kann ſich doch der gebildete Laie recht wohl daran er⸗ freuen und belehren, wenn er durch einen ſtückweiſen Genuß deſſelben eine zu eintönige kritiſche Anſpannung des Geiſtes vermeidet. Ganz unbewußt wird ſich ihm ſpäter der Vortheil und Anhalt geltend machen, welche ſich nach dem Leſen der Humboldt'ſchen Raiſonnements beim Genuß irgend

welcher Poetenwerke durch beſſeres Eindringen in dieſelben kund geben. O. B.

Medigirt unter Verantwortlichkeit von Olto Friedrich Durr in Leipzig. Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig. Druck von N. Edelmann in Leipzig.

Ausdauer am erwählten Gegen⸗

pfende Erörterung über Poeſie und poetiſche Formen im

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