Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
713
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der Dinge die Wahrſcheinlichkeit vorhanden, daß es vor Waſhington zu einem blutigen Conflict kommen wird. Wie den Vertheidigern der Metropole die früheren Ereig⸗ niſſe bei Bladensburgh und in Waſhington ſelbſt zur War⸗ nung, ſo wird den Angreifenden die einſt vom General Roß beabſichtigte Diverſion auf Baltimore als ſicherer Fingerzeig dienen!

Gleich dem Potomac iſt der untere Miſſiſſippi von vorn herein in dieſem Kampfe von den Unioniſten als Hauptoperationspunkt betrachtet worden. Bei New⸗Orleaus hofften ſie, wie einſt die Väter den Eroberungsgelüſten der Engländer im Jahre 1815 in einem Kampfe auf Leben und Tod gethan, ſo dem Bürgerkriege ein Ziel zu ſtecken. Nach zweifelhaften Vortheilen, die ſie im vorigen Jahre errangen, ſind ſie jetzt auf Waſhington zurückgefallen, wo General Roß den Aufang ſeiner wohl berechneten, aber durch eine zu ſchwache Macht unterſtützten Operationen ge⸗ gen die Vereinigten Staaten machte.

Es ſcheint, als ſei jetztdie Neue Welt dazu beſtimmt, der Aelteren in einem lehrreichen Beiſpiele vor Augen zu führen, wie durch andauernde Mißgriffe der Staatslenker genährte Uneinigkeit der bürgerlichen Wohlfahrt endlich den Untergang bereitet!

Es lag 1814 nicht in der Abſicht des engliſchen Ge nerals Roß, dauernde Eroberungen am Potomac zu machen; eben ſo wenig konnte er darauf zählen, ſich mit ſeinen paar Regimentern lange in des Feindes Hauptſtadt zu behaup⸗ ten, worauf er vorläufig ſein Manöver berechnet. Er be⸗ ſchloß deßhalb, den Einwohnern eine Kriegscontribution aufzuerlegen und ſich dann ruhig wieder einzuſchiffen. Es lag in dieſem Beſchluß nichts Entehrendes für den engli⸗ ſchen General. Nach dem Kriegsbrauch fällt alles beweg⸗ liche Staatseigenthum dem Eroberer als Beute zu, und der Befehlshaber bewies in dieſem Vorſchlage den Beſiegten cher Gnade als Strenge. Allerdings wurde die Armee im Falle der Verweigerung des ihr zukommenden Beutegeldes

Dritte Folge.

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verluſtig, weil der Expedition kaum die Mittel zu Gebote ſtanden, ſelbſt das bewegliche Eigenthum der amerikaniſchen Regierung hinwegzuführen. Auf der andern Seite aber fehlte es nicht an Kräften, Alles zu zerſtören, ſo daß die Amerikaner bei Verweigerung der geforderten Geldſummen ungleich mehr verloren, als die Engländer gewonnen haben würden.

Nachdem des Generals Beſchluß feſtſtand, ließ er die Truppen nach der gewonnenen Schlacht von Bladensburgh nicht ſogleich in die Stadt einrücken. Sie marſchirten auf einer weiten Ebene im Angeſicht von Waſhington auf, während ein Parlamentär unter weißer Flagge mit den Bedingun⸗ gen hineingeſchickt wurde. General Roß begleitete ſelbſt den Officier. Indeſſen wurde weder die Flagge beachtet, noch auf die Vorſchläge gehört. Kaum hatte der kleine Trupp, mit einem Trompeter voran, die Mitte der erſten Straße erreicht, als aus dem Fenſter eines anſehnlichen Hauſes darauf gefeuert und das Pferd des Generals unter ihm getödtet wurde. Der Unwille, der ſich bald aller Leute bemächtigte und ſchnell ſich zur Wuth ſteigerte, ſtand im Verhältniß mit dieſer gegen alles Völkerrecht begangenen That. Jeder fernere Gedanke an ein Uebereinkommen wurde ſogleich aufgegeben. Die engliſchen Truppen rück⸗ ten in die Stadt ein. Zuerſt wurden ſämmtliche Bewoh⸗ ner des Hauſes, aus dem die verrätheriſchen Schüſſe ge⸗ fallen, niedergemacht, dann das Haus ſelbſt in Brand geſteckt. Jetzt begann die aufgeregte Soldateska nach dazu ertheiltem Befehle Alles, was nur im Entfernteſten als Eigenthum der Regierung betrachtet wurde, zu verbrennen und zu zerſtören.

Dieſer allgemeinen Verwüſtung fielen anheim: das Staatenhaus(Capitol),, der Palaſt des Präſidenten, die ausgedehnten Docks und das Arſenal, die für 3000 M. eingerichteten Caſernen, verſchiedene Magazine, die mit reichen Vorräthen für die Flotte und die Armee angefüllt waren. Etwa 20,000 Gewehre und Säbel und einige

Aus der Gegenwart. Der Marſchall graf de Caſtellane.

In Lyon ſtarb am 17. September c. der in ſeinem 74ſten Lebensjahre ſtehende Oberbefehlshaber des dortigen Armeecorps, der Marſchall Graf de Caſtellane, ganz unerwartet an einer Herz⸗ frankheit, die ihm aber bis zu ſeinem letzten Lebenstage erlaubte, die Pflichten ſeiner Stellung zu erfüllen. Ueber dieſen Mann heilen franzöſiſche Blätter Folgendes mit.

Die Familie de Caſtellane iſt eine der älteſten adligen Fami⸗ lien des ſüdlichen Frankreich, deren Deviſe lautet:Honos ab zrmist, die der jetzt verſtorbne Marſchall von Neuem glänzend hewährt hat. Im Jahre 1789 geboren, trat er im December 1804 in ſeinem ſechzehnten Lebensjahre als gemeiner Soldat in das Heer ein, wurde aber ſchon im Jahre 1806, wo er zur italieniſchen Armee gehörte, für würdig erklärt, die Epauletten als Sous⸗ Lieutenant zu tragen. Im folgenden Jahre wurde er zum Lieu⸗ kenant ernannt und dem Generalſtabe des Grafen de Lobau atta⸗ hirt, dem er nach Spanien folgte. Dort zog eine glänzende That ſie Aufmerkſamkeit ſeiner Vorgeſetzten auf den jungen Officier. Später wohnte er in den Kriegen in Deutſchland den Schlachten ſei Eckmühl, Regensburg und Eßlingen bei. Auf dem Schlacht⸗ ſelde bei Wagram erhielt er das Kreuz als Ritter der Ehrenlegion eus den Händen des Kaiſers ſelbſt, der die glänzende Zukunftdes nerſchrocknen jungen Mannes, wie er ihn bezeichnete, ſchon zu errathen ſchien. Herr de Caſtellane nahm dann an dem Feldzuge in Rußland im Jahre 1812 einen ſehr thätigen Antheil und zühlte in dieſem Kriege, in dem der Glücksſtern Napoleon's I. zum eiſten Male erblaßte, zu den Tapferſten. Weder die Flammen in

Moskau, noch das Eis der Bereſina, unter und auf dem ſo viele Tapfere ihren Tod fanden, ſchwächten das Kampfesfeuer des Gra⸗ fen de Caſtellane. Wenn auch ſeine Glieder ſteif gefroren waren er erfror in Rußland eine Hand ſo verlor ſein Muth doch nichts von ſeiner Energie. Der Kaiſer, der ſich auf die Wahl der Männer, denen er ſein Vertrauen ſchenkte, verſtand, beauftragte ihn, dem Oberſten de Bourmont ſehr wichtige Befehle zu über⸗ bringen, Caſtellane, der nur von wenig Leuten begleitet war, erfüllte den erhaltenen Auftrag mit Erfolg, obgleich er ein Land durchreiſen mußte, das im eigentlichen Sinne des Worts mit feindlichen Schwadronen beſäet war.

Im Jahre 1813 wurde der Graf de Caſtellane zum Oberſt im erſten Regiment der Ehrengarde ernannt. Er wohnte den Feldzügen in den Jahren 1813 und 1814 bei. Dann unterbrach die Reſtauration während einiger Zeit ſeinen activen Dienſt. Später ſchloß er ſich indeſſen der neuen Regierung an. Im Jahre 1822 wurde ihm das Commando der Gardehuſaren übertragen, was ihm den Grad als maréchal de camp oder Lagermarſchall ſicherte, der in Frankreich im Range unter dem Generallieutenant folgt. Erſt zehn Jahre ſpäter bei der Belagerung von Antwerpen erhielt er den Grad als Generallieutenant. Fünf Jahre nachher nahm er einen Sitz in der Pairskammer ein, und in der weitern Folge wurden ihm nach und nach mehrere wichtige Commando's anvertraut.

Als im Jahre 1848 die Februarrevolution ausbrach, befeh⸗ ligte der General de Caſtellane in Rouen die vierzehnte Diviſion. Das würdige und feſte Benehmen, das er bei dieſer Gelegenheit zeigte, wird für immer eine der ehrenvollſten Seiten ſeiner mili⸗ täriſchen und politiſchen Laufbahn bleiben.