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der vornehmen Pariſer Geſellſchaft, in ihrem Wagen ge⸗ kommen war. Fräulein Contat ſaß ganz ruhig längs der Baluſtraden des Gartens Beaumarchais; Pasquier plau⸗ derte mit ihr, und ſie ſahen die Baſtille einnehmen, welche Niemand an jenem Tage nahm, denn ſie ergab ſich ſelbſt und wurde, wie im Allgemeinen alle Baſtillen, von denen ſelbſt genommen, die ſich in ihr befanden. Erſt am fol⸗ genden Tage hatte die Baſtille Tauſende von Siegern.
„Aber, Herr Kanzler,“ ſagten wir jungen Leute von 1825 und 1830, die gewöhnt waren, müthige Einnahme der Baſtille zu glauben,„gab es denn kein Gefecht, keinen Widerſtand, keinen Sturm?“
„Nichts, kaum zwei oder drei Flintenſchüſſe.“
„Aber zuletzt...“
„Nichts,“ wiederholte er dann mit einer ſchlauen Miene,„Fräulein Contat und ich ſaßen...*
Dieſe Worte„Fräulein Contat und ich ſaßen...“ zer⸗ ſtörten alle Bulletins, die wir über die Einnahme der Ba⸗ ſtille geleſen hatten, gründlich.
Ich erinnere mich, eines Tages bei ihm in einem Hefte, das verſchiedene Erzählungen und Schriftſtücke, ich glaube vom Jahre 1843 und 1844 enthielt, die Geſchichte eines Herrn Leroy, eines alten Freundes Diderot's, geleſen zu haben, der eben ſo ungläubig war wie der Letztere, ohne jedoch mit ſeiner Irreligioſität zu prahlen, ein kleiner Greis mit einem kahlen Vorderkopf, ohne Zähne, der aber trotzdem mit gutem Appetit und reinlich aß, der ein Alter von 103 bis 104 Jahr erreicht hat und der von ſeinem hundertſten Geburtstag an nie verfehlte, dieſem Tage zu Ehren ein Lied oder einige Verſe zu dichten. Der Abbé6 Morellet hatte dieſes Beiſpiel ſchon gegeben, er hatte aber früher als Leroy, nämlich im Alter von 90 Jahren, damit den Anfang gemacht. Pasquier hatte dieſe Notiz mit der Bemerkung geſchloſſen, es gebe nichts, was mehr Intereſſe einflöße, als Greiſe von einem ſo vorgerückten Alter ſehen, die ihre Geiſteskräfte bewahrt hätten und davon no
ellen-Zeitung.
Gebrauch machten; man empfind ſchenke ihnen ſeine Zuneigung.
rührend in dem ſich noch in derſelben Art wie früher beſchäftigte, ſich Alles vorleſen ließ und ſeine Anſichten über jedes Buch oder jedes Ereigniß dictirte. Geiſt in der Art übten, ſ ſicht, ſondern auch eine große Geiſteskraft, an eine helden⸗ ihren Verſen oder in ihren Betrachtungen o
ſchäftigt, geiſtig zu leben
gewehr in der Hand au zu die Agenten erſchienen, rief er ih ch der ſeinen Fuß auf die Stufe der Treppe
e vor ihnen Achtung und Eine eben ſo wahre, wie e Bemerkung, vorzüglich für die, welche ſie, wie ich, Salon eines 92 oder 93ährigen Greiſes leſen, der
asquier bemerkte, weun Greiſe ihren o zeigten ſie nicht bloß ihre Ein⸗
wenn ſie in hne Traurig⸗ keit und ohne Illuſion von ihrem Alter ſprächen. Er malte ſich ſelbſt im Voraus, denn ſo war der Greis, den wir ſeit mehr als funfzehn Jahren gekannt haben, fortwährend be⸗
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tation vom Tode zu ſprechen, vielleicht zufrieden, daß er ihm Zeit ließ, ſich auf ihn vorzubereiten, aber ſtets zum Sterben berit.
Ein ſehr großes Intereſſe boten Pasquier's Erzählun⸗ gen aus der erſten Revolution dar. Wie oft habe ich, wenn ich mich mit Männern unterhielt, welche jene Revo⸗ lution geſehen hatten, meine Verwunderung darüber aus⸗ geſprochen, daß unter den vielen verhafteten Perſonen, die ſämmtlich dem Tode verfallen waren, ſich keine fanden, welche Widerſtand zu leiſten verſuchten. Sie würden in dem Kampfe unterlegen ſein, aber ſie wären doch nicht mehr und nicht weniger umgekommen. Ich habe nur von einem einzigen Widerſtand ſprechen hören; es war ein jun⸗ ger Mann aus der Straße Petit Bourbon— jetzt Saint Sulpice— der ſich nicht im mindeſten in die Politik miſchte und ein ſehr guter Jäger war. Er erfuhr, die Agenten des Revolutionsausſchuſſes würden ſich des Abends einfinden, um ſeine Eltern zu verhaften. Ohne Jemandem etwas zu ſagen, ſtellte er ſich mit dem Schieß⸗ f die Treppe des Hauſes, und als nen zu, er werde den Erſten, ſetze, ſofort nie⸗
Die Menſchen ſind auch gar zu ſchlecht, O arme Frau Wahrheit!
Zwar klein und dürftig iſt unſer Haus, Wir hungern bei der Andern Schmaus, Doch ruht Euch nun auf dem Lager aus, O gute, liebe Frau Wahrheit!“
Da ſieht ſie ſich in dem Zimmer um, Die gute Frau Wahrheit, Und plötzlich rief ſie,— wie w Die arme Frau Wahrheit: „Ihr ſeid zwar arm, doch ſaubrer fürwahr Fand ich's bei Manchen, bei Aermern⸗ſogar; Ich muß es ſagen, denn es iſt wahr,
Ich arme, arme Frau Wahrheit!“
ar das dumm!—
„Du ſchlechtes Geſchöpf! hinaus mit Dir, Gemeine Frau Wahrheit!
Was ſuchſt Du bei uns? Was willſt Du hier? Was ſoll uns Frau Wahrheit?“
Sie trieben mit Schlägen ſie auf vom Stro So traurig ging's ihr noch nirgendwo. Das iſt die Geſchichte voll Ach und O
Von der guten, armen Frau Wahrheit!
h.—
6.
und ohne Verlegenheit und Affee⸗
Miseellen.
Die Eiſenbahnunkoſten der Erde.
Das gegenwärtige Eiſenbahnnetz des Planeten Tellus be⸗ trägt 110,934 Kilometer(15,000 d. M.). Die Herſtellung dieſer Schienenwege koſtete eine Kleinigkeit: 29 Milliarden Fres.— 29 Milliarden? Eine ſchöne Sache! Wer hat heutzutage nicht Milliarden— Schulden? Sebr gut, allein wiſſen Sie auch, was dieſe 29 Milliarden ſind? Sie ſind in Gold ein Gewicht von 8787 Tonnen 878 Kilogr., bilden eine Rolle von Dünkirchen nach Algier, und enthaltend 1 ½ Milliarde Zwanzigfrankſtücke, welche, Rand an Rand geſtellt, einen Goldſtreifen bilden würden, der von Paris aus, durch Aſien gehend, bis an den Oberen See (Nordamerika) reichen, d. b. drei Viertheile des Erdballs umfaſſen würde. In Silber beträgt das Gewicht 145 Millionen Kilo⸗ gramme, was 5 Milliarden 800 Millionen Fünffrankenſtücke gäbe,
welche nebeneinander geſtellt, wie die Goldſtücke, zu einem fünf⸗ fachen Silbergürtel um
die Erde ausreichen würden. Was die
110,000 Kilometer Eiſenbahnen betrifft, ſo könnten ſie, wenn ſie aus einer einzigen Schiene gegoſſen wären, den Mond erreichen, und ſelbſt noch um 40,000 Kilometer über denſelben hinausgehen! So verhält es ſich mit den 110,000 Kilometer Eiſenbahnen und
der armſeligen Bagatelle von 29 Milliarden! 5
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