Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
174
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Nähe wußte. Dieſer Feind war eine ſehr große Wespe mit dunkelblauem Körper und bräunlichgelben Flügeln, welche in Texas und Mexico vorkommt und der natürliche Feind der Tarantel iſt. Die Wespe flog ſehr bald herbei, näherte ſich flüchtig der lauernden Spinne, flog wieder weg, um eben ſo ſchnell wieder zu erſcheinen. Dieſes Manöver war offenbar ein Scheinangriff und wiederholte ſich öfter, währenddem die Tarantel ruhig ſitzen blieb und auf das Wiedererſcheinen des Gegners lauerte, dann die gewalti⸗ gen Maxillen in die Höhe richtete, um den Gegner zu faſſen. Die Kreiſe der Wespe wurden kleiner und kleiner und bald ſchwärmte ſie fortwährend nur ganz in der Nähe der gro⸗ ßen, behaarten, häßlichen Spinne. Die Angriffe erfolgten häufiger und endlich ſo ſchnell aufeinander, daß die Spinne genöthigt wurde, fortwährend ihren Körper bald nach rechts, bald nach links zu wenden, die Maxillen dem Feinde ent⸗ gegenzuhalten und den dicken Hinterleib, auf den es augen⸗ ſcheinlich abgeſehen war, zu ſichern. Die Kreiſe der Wespe wurden ſchließlich ſo klein, daß der Tummelplatz ſich kaum auf einen Fuß Raum beſchränkte. Die Spinne, weni⸗ ger gewandt, als ihr erbitterter Gegner, war nicht mehr im Stande, ſich ſchnell genug zu drehen, ſie verſuchte das letzte Mittel, nämlich den Gegner ſelbſt anzugreifen, fuhr dann und wann auf die Wespe zu, welche aber jedes⸗ mal ſehr geſchickt auszuweichen verſtand. Die Benrühun⸗ gen der Tarantel, die Wespe abzuhalten oder abzuſchrecken, waren vergebens, die Wespe war zu ſchnell und benutzte

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Uovellen-Zeitung.

der ſeinerſeits den Kampf nicht aufgab. Die Wespe zeigte jedoch jetzt eine größere Ruhe, flog, offenbar der Wirkung ihres Stiches gewiß, nur dann und wann herbei, um zu obſerviren, und entferute ſich immer wieder, um große Kreiſe in der Luft zu beſchreiben. Plötzlich flog ſie auf den ſtark verwundeten Feind zu und applicirte ihm einen zweiten Stich, nach welchem die Wespe ſich anſcheinend wieder entferute. Ein krampfhaftes Zucken mit den Füßen wie nach der erſten Verwundung erfolgte, dann verſuchte die Spinne zu fliehen, aber das Laufen war ſehr ſchwer⸗ fällig; ſie taumelte, quälte ſich aber doch noch fünf oder ſechs Fuß weit fort, dann war ſie zu matt, um weiter zu kommen, und kroch mühſam hinter einen Grasbüſchel, um ſich zu verbergen. Das Zucken mit den Beinen erfolgte heftiger und ſchneller, daun ließ es nach und die Bewegun⸗ gen wurden langſamer. Die Wespe erſchien wieder, ſah den Feind nicht auf der gewöhnlichen Stelle, flog genau in derſelben Richtung, die die Tarantel genommen, und ſicht⸗ lich der Spur folgend, welche dieſe mit dem mühſam fort⸗ geſchleppten Hinterleibe in dem feinen Sande hinterlaſſen, ſetzte ſich vor dem Grasbüſchel auf die Erde, ſuchte den Feind, erblickte denſelben, ging näher, packte ein Hinterbein und flog mit der großen Spinne langſam davon, weil die Bürde das Fliegen offenbar bedeutend erſchwerte. Der⸗ gleichen Kämpfe kommen ſehr oft vor, erfolgen jedesmal ſo planmäßig, wie eben beſchrieben, dauern acht bis zehn Minuten und endigen allemal mit dem Tode der Tarantel.

einen Augenblick, wo die Spinne haſtig und wüthend ſich Die Wespen werden daher als nützliche Thiere geſchont.

näherte, flog über dieſe hinweg, ſeukte ſich plötzlich, erhob ſich eben ſo ſchnell wieder und verſchwand in der Luft. Wir ſahen ſehr deutlich die Spinne zuſammienzucken, als die Wespe ſo nahe war, und vermutheten natürlich, daß es ihr gelungen, dem Feinde einen Lanzenſtich in den Hin⸗ terleib zu verſetzen. Und ſo war es. Die Spinne ſchien zu ermatten, konnte aber noch immer die Zangen in die Höhe halten, wenn der geflügelte Feind in die Nähe kam,

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erdenklichen Töne, beſonders die komiſchen populären, angeſchlagen und iſt auch in die Odenform übergegangen, welche ſich in dieſem Sprachdialekt beſonders drollig ausnimmt. In jeder Beziehung ſind derartige Sachen mehr für den Landmann geſchrieben, ohne dabei im Mindeſten eine Bereicherung der Poeſie zu ſein, und eine ſolche ſollte immer als Hauptzweck bei jeder Production feſtgehal⸗ ten werden. O. B

Nige Blomen ut AnnmariekSchultenehren Goren,

von A. M. Greifswalde und Leipzig, Kochs Verlagsbuch⸗

handlung.

Was über die vorigen Lieder geſagt iſt, findet auch zum

Theil auf dieſeNeuen Blumen aus Annemarie Schulten ihren Garten eine Anwendung, nur mit dem Unterſchiede, daß darin allerdings lyriſches Gefühl neben gemachter komiſcher Trivialität nicht zu verkennen iſt. Dieſe wehmüthige Empfindung hat oft in ihrer Einfachheit etwas herzlich Rührendes und iſt mit einer ſeltenen Schwärmerei in romantiſchem leichtem Balladenton ver⸗ bunden. In der That ſind viele dieſer Sachen wirkliche lebendige Blumen in Worten und daher auch wirkliche Poeſieen. Stille Sympatbieen erweckt der Hauch der Schwermuth, der wie ein lautloſer Falter träumeriſch bei bedecktem Himmel darüber hin⸗ ſchwebt. O. B.

Miseellen.

Mannigfaſtiges.

Das Schildpatt, welches Allen ein angenehmer Zierrath. iſt, wird beſonders von der Testudo imbricata gewonnen, deren

Fleiſch als Nahrungsmittel zwar nicht ſehr geſchätzt wird, die aber mit einem dickeren, ſtärkeren, mehr durchſcheinenden und ſchöner gefärbten Schuppenpanzer, als irgend eine andere Schild⸗ krötenart, bedeckt iſt.. Carvilius Pollio, ſagt Plinius,ein verſchwenderiſcher und in Allem, was den Luxus betrifft, erfindungsreicher Geiſt, war der Erſte, der die Schuppen der Schildkröte in Platten ſchnitt und Bettſtellen und Schränke damit verzierte. Die Römer be⸗ Mengen dieſes von ihnen hochgeſchätzten Artikels aus Aegypten. Unter Auguſtus ließen manche Patrizier ſogar die Thüren und Säulen ihrer Paläſte damit überziehen. Als Alexandrien von Julius Cäſar eingenommen wurde, fand ſich eine ſolche Maſſe Schildpatt in den dortigen Magazinen aufge⸗

zogen große

häuft, daß der Eroberer es zur Hauptzierde ſeines Triumpbes beſtimmte, wie ſpäter Elfenbein nach glücklich beendigtem afri⸗ kaniſchen Kriege.

Der Gebrauch des Schildpatts zur Verzierung von Möbeln und Häuſern iſt längſt aus der Mode gekommen; doch wird es noch immer zur Verfertigung von Kämmen und Doſen vielfach benutzt. Es läßt ſich leicht durch Erweichung in kochendem Waſſer und nachherigen ſtarken Druck in alle möglichen Formen bringen. Wo eine große Oberfläche damit bedeckt werden ſoll, werden mehrere Stücke zuſammen geſchweißt. Dieſes geſchieht, indem man die Ränder der Schuppen dünn abſchabt, ſie dann in erwärmtem und erweichtem Zuſtande über einander legt und durch Anwendung eines ſtarken Drucks zu einem Körper verbin⸗ det. Auf dieſe Weiſe werden auch Gold, Silber und andere Metalle zu verſchiedenen Zwecken mit Schildpatk verbunden.

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[VIII. Jahrg. N.]

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