Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
165
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ber ſtand am al gewiß nich es waltete kein wegen dieſes de. Aber war age, die ich un⸗ in ſonſt alle die de war ich denn ſanka mich eben Naſerei geſtet ine inwendigen erkannt haben

zo hatte ich gu ffühl angefacht, flimmerte mi runkener klam⸗ in die Luft zu

lichen Zuſtande den Bauern mit entſchloſſen, ihr ne Ausſichten zu einem höheren ntniß angehörte der Beſeitigung ihr die Größe eweiſen. Hef⸗

meinen Träͤu Do Ra dmi verfolgen und angen, die ich das eigentlihe vom ſchwar⸗ Elbe roch; jebtſ

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Prinz in eina ſchenke ſich aud⸗ nen beffeit, ſollte endergeſellſhaften mmbad gegangen nicht, wenn man fund Kümmel ein Rettungs⸗ en nicht, vet ihnen, der Land⸗ die Genügſall⸗

Elend zu hahe

ſein.

ſtehe ich ſchon eine Viertelſtunde hier, und Du thuſt, als wäre ich wer weiß wo, obgleich Du mich fortwährend mit verliebten Augen anſtierſt. Nun heraus mit der Sprache, Georg, mach's kurz und laß es, ich bitte Dich, etwas Er⸗ hebliches ſein, denn ſonſt, bei der Katzbach ſchwöre ich Dir, wenn Du mich einer Lumperei wegen in meiuen chemiſchen Forſchungen geſtört haſt, ſo bekommſt Du Kra⸗ kehl mit mir.

Während dieſer ziemlich langen Apoſtrophe war ich wieder zum klaren Bewußtſein gekommen, und theilte ihm nun die vom Rittmeiſter empfangenen Neuigkeiten und Befehle mit. wobei er mich beinah umriß, und rief:Höre Bruderherz! der alte Schönauer Wirth mag ſein gepanſchtes Zeug in Teufels Namen allein trinken, mich ſieht er nicht mehr in ſeiner Boutique. Potz Blücher und Großbeeren! Die Nachricht iſt beſſer, als ich ſie mir dachte, darum ſei Dir von Herzen verziehen. Heiſa! das ſoll ein Leben werden. Kloppay hat gute Nahrung für Magen und Herz.

Georg, ein Kernmädel hab' ich dort auf dem Rohre, ſie kratzt und beißt zwar wie eine wilde Katze, aber wir wollen ſie ſchon zahm machen;'s iſt um ſo intereſſanter, wenn's einem erſt ein bischen ſauer gemacht wird.

Du wirſt doch nicht ſo gewiſſenlos ſein, unterbrach ich ihn eiferſüchtig gereizt, denn wen konnte er anders mneinen als Janka?und einem armen unſchuldigen Mäd⸗ chen den Kopf verdrehen wollen?

Ho ho! Brüderchen, entgegnete er lachend,wie bommſt Du mir denn vor? Hab' ich Dich doch als Mora⸗ liſten noch gar nicht gekanut. Patzig genug nimmſt Du Dich als Paſtor in dem ehrwürdigen Kollet, mit Säbel und Schnurbart aus.

Laß Dich nicht auslachen. Uebrigens fuhr er, mein Geſicht bedeuklich betrachtend, fort,wer wird denn auch gleich das Aergſte denken? Eine kleine Liebſchaft pflegſt Du ja ſonſt auch nicht zu verſchmähen.

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Dritte Folge.

Aufjubelnd that er einen Freudenſprung,

Wenn wir gute Freunde bleiben ſollen, entgegnete ich ihm heftigſo ſchweig mir von ſolchen Sachen, die für einen ehrlichen Soldaten nicht paſſen. Damit drehte ich ihm den Rücken und ging. Kopfſchüttelnd ſah mir Adolph nach.

Wohlgemuth zogen wir am andern Morgen unſerer neuen Beſtimmung entgegen, nachdem wir zuvor noch einen Blick auf Nimmerwiederſehen in das ſchöne Teplitzer Thal geworfen hatten. Das herrlichſte Wetter begünſtigte unſern Zug. Die Sonnenſtrahlen entwickelten aus dem feuchten Erdboden jene feinen Nebeldünſte, welche die Per ſpective erweitern und dadurch gebirgigen Gegenden einen erhöhten Reiz verleihen. Anfangs beſtand die Staffage der Landſchaft faſt nur aus einzelnen kleinen Reitertrupps aller Waffen, die ſich auf verſchiedenen Wegen, aber faſt alle in ſüdlicher Richtung bewegten. Weiterhin gewann die Gegend mehr Mannigfaltigkeit durch weidende Vieh⸗ heerden und Landleute, die theils auf den Feldern arbeite⸗ ten, theils mit Marktwaaren nach Teplitz oder nach dem Lager zogen. In dem Gradoe, als dieſe ſich mehrten, ver⸗ minderten ſich die Reitertrupps, indem ſie ſich da und dort⸗ hin aus einander ziehend in dem wellenförmigen Terrain der Landſchaft verloren. Mit Entzücken betrachtete ich das reizende Gemälde, das vor mir ausgebreitet lag, und das ich vor zwei Tagen faſt unbeachtet gelaſſen hatte. Aber ſeitdem war ein Gott in meine Bruſt gezogen, hatte mein Herz durchglüht und das ſchlummernde Geſicht für das Erhabene und Schöne in mir geweckt. Ich war ein aude⸗ rer oder vielmehr, ich war ein Menſch geworden. Nichts ſtörte mich in meiner Seligkeit als die trivialen und leichten Späße meiner Cameraden, die ich doch ſonſt gern gehört, ja, auf die ich gerne eingegangen war; jetzt ekelten ſie mich an, und Adolph kennte gar nicht begreifen, was mit mir vorgegangen war. Vergebens ſchlug er alle Sai⸗ ten an, von denen er wußte, daß ſie ſonſt bei mir Anklang gefunden, nichts wollte ziehen, und als er vollends alte

umſchwebt, pflegen ſie bei einander zu bleiben, wozu ſie ſchon das Bewußtſein auffordern muß, in einem ewigen Wechſel das ein⸗ zige Unwandelbare, der feſte Kern einer ſehr lockern Frucht zu

Director und ſeine Genoſſin behaupten ihren Platz. Machen ſie Bankerott, wie das nicht ſelten geſchieht, ſo gehen ſie in ein an⸗ deres Land und fangen unter glücklicheren Sternen von vorn an.

Ein kleines Verhältniß das iſt auch noch eine Bezeich⸗ nung für die Wandergeſellſchaft bezahlt ſeine Mitglieder un⸗ glaublich ſchlecht. Zwanzig Thaler monatlich für erſte Fächer läßt ſich als Mittelſatz annehmen, zweite Liebhaber müſſen ſich

mit vierzehn Thalern begnügen und für dieſes Geld einſpringen,

wo es fehlt. Jedes männliche Mitglied muß eine Garderobe be⸗

ſitzen und zwar mindeſtens einen modernen Anzug, ſpaniſche Von den Damen der Truppe wird

Schuhe und Ritterſtiefeln. noch mehr verlangt, weil man von ihnen vorausſetzt, daß ſie ſich aus einigen Fähnchen, Schürzen und Lappen jede mögliche Tracht zuſammenſchneidern. Daß die armen Menſchen, die mit ſo wenig Geld ſo Vieles beſtreiten müſſen, im Uebrigen ein wohl⸗ feiles Leben haben, darf man nicht glauben. Jedermann miß⸗ traut ihnen und ſtellt ihnen für Wohnung, Eſſen u. ſ. w. die höchſten Preiſe, wobei nach dem Grundſatze verfahren wird, an zwei Schauſpielern ſo viel zu verdienen, daß der dritte durch⸗ brennen kann, und der Schaden im voraus gedeckt iſt. Viel Geld koſten auch die Reiſen. Daß ein Schauſpieler dieſer Claſſe im

net ſich hundertmal im Jahr. Nicht bloß die Reiſekoſten wollen

gedeckt, auch der Agent, der das neue Engagement verſchafft hat,

Liebhaber und Liebhaberinnen, Helden und Charakter⸗ darſteller kommen und gehen, ſteigen auf und verſchwinden, der

Sommer in der Schweiz, im Herbſt in Meklenburg ſpielt, ereig⸗

will bezahlt ſein. Ohne Agenten geht es gar nicht mehr. Die Beſtrebungen des Vereins der deutſchen Bühnenvorſtände, das Unweſen zu beſeitigen, ſind fruchtlos geblieben. Das Agenten⸗ weſen iſt der wohlgenährte Blutegel an dem dürren Leibe des Meerſchweinchens. Der Agent kommt immer zu ſeinem Gelde, denn wehe dem Schauſpieler, der ihn betrügen wollte. Ein ſol⸗ cher flüchtiger Sclave würde der geſammten ehrenwerthen Körper⸗ ſchaft denuncirt werden und hätte vor Tilgung ſeiner Schuld keine Ausſicht auf Anſtellung.

Folgen wir einem Meerſchweinchen in eine Landſtadt. Der Director iſt ſeiner Geſellſchaft vorausgereiſt, um ſich anzumelden, die Genehmigung der Polizei einzuholen, die vorherrſchende Kunſt⸗ ſtimmung zu erkunden und einen Bühnenraum zu ermitteln. Er hat große Genüſſe und die größte Solidität ſeiner Leute ver⸗ ſprochen. Dieſe treffen ein und erhalten die erbärmlichſten Löcher zu Wohnungen angewieſen. Mit ihnen kommt ein Theater⸗ meiſter und geht augenblicklich an die Herſtellung einer Bühne. Techniſche Schwierigkeiten gibt es für dieſen Mann nicht. Man gebe ihm eine Scheune, Breter, Latten, Farben, Leinwand, und in zwei Tagen iſt die Scheune in ein Theater verwandelt. Dargeſtellt wird Alles, von der Poſſe und dem Ritterſchauſpiel bis zum feinen Luſtſpiel und zu der claſſiſchen Tragödie. Ver⸗ ſteigt man ſich zu Opern, ſo werden die Solopartien auf die nur kleinſtmögliche Zahl beſchränkt, und alle Mitglieder, die nicht in ihnen, beſchäftigt ſind, ſingen Chor, gleichviel ob ſie Stimme haben und Noten verſtehen oder nicht. Mit dem Or⸗ cheſter ſiehr es faſt noch ſchlechter aus: viel Blech iſt Hauptregel. Der Verfaſſer ſah einſt von einer Geſellſchaft, die ſich über die Schmiere hinaus in die höhere Sphäre derBande erhob, die

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