Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
76
Einzelbild herunterladen

HCOCnꝗᷓ 76 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Nr. ſie ſorgen werde. Die Antwort, die er erhielt, lautete be, mühſam und ehrenvoll erworbenen großen Vermögen colſ friedigend; nichts war mehr übrig, als ſich nach Charles⸗ maachte, ſich des ſchönſten Rufes erfreute. Gegen die Mute lim town zu verfügen und die Sclaven in möglichſt vortheil- des achtzehnten Jahrhunderts widmete ſich einer der Vor⸗ Irft hafter Weiſe nach Hatti zu befördern.(Fortſetzung folgt.) fahren des Grafen Pourtalès veu Dienſten Friedrichs des pke Großen, als Fürſten von Neufchatel, der ihn unter ſeine u de 8 9. ausgezeichnetſten und ergebenſten Diener zählte. In gez 2 enTe. 2 5 9. M Die Familie Pourtalèés iſt franzöſiſchen Urſprungs. väͤrti Sie wohnte im ſüdlichen Frankreich, aus dem ſie zur Zeit unter der Widerrufung des Edicls von Nantes auswanderte und als E Graf Albert Alexander von Pourtalés. ſich nach der Schweiz begab, wo ſie ſich in Neufchatel nie in S derließ. Jacob Ludwig von Pourtalès, der Großvater den 5 des Grafen Albert, ſtarb 1814 plötzlich, wie jetzt ſein Daͤ Dieſer am 17. December 1861 in Paris verſtorbene Enkel. Er hinterließ ſeinen Kindern ein Vermögen von mit preußiſche Diplomat wurde im Aufange des Jahres 1859, mehr als vierzig Millionen Franken. Der jüngſte ſeiner V in nach dem evenfalls ziemlich plötzlich erfolgten Tode des drei Söhne, Julius Heinrich Karl Friedrich, der Vater un Grafen von Hatzfeld, zu deſſen Nachfolger als außerordent- des jetzt in Paris geſtorbenen Geſandten, war Ober⸗Cere⸗ gri licher Geſandter und bevollmächtigter Miniſter des Königs monienmeiſter in Berlin und hat dieſes hohe Hofamt bis gre von Preußen am Hofe der Tutlerten ernannt, welchen Po⸗ zum Jahre 1855 bekleidet. ſten er beinahe drei Jahre lang bekleidete. Die Umſtände Albert von Pourtalès begann ſeine Studien in Genf ha waren damals ernſt, ein Krieg drohend, und man konnte und vollendete ſie auf der Unwerſität in Berlin. Dann p vorherſehen, daß Preußen in der Kürze in die Lage kom bereiſte er Nordamerrka, von wo er einen reichen Schatz 8 men werde, einen Entſchluß über die Frage zu faſſen, ob praktiſcher Ideen und eine gra Meuſchen⸗ und Sach⸗ O es zu Gunſten Oeſterreichs einſchreiten, oder ſich ſtreag keuntuß zurückbrachte. Seine Erziehung, ſeine Studien ſe neutral halten wolle. Graf Pourtaléès zeigte ſich ſeiner und Reiſen hatten ihn für die diplomatiſche Laufbahn voll⸗ r. ſchwierigen Stellung gewachſen; man bemerkte ſeine ruhige, kommen vorbereitet; er trat im Jahre 1837 in dieſelbe u würdige Haltung, ſeine feſte, verſohnliche Sprache, und ein, und ſchon im folgenden Jahre wurde er zum Attaché 3 von dieſem Augenblick an betrachtete man ihn in dem diplo⸗ der außerordentlichen Geſandſchaft eruannt, die nach Eng⸗ ſ matiſchen Corps als einen der ausgezeichnetſten Staats⸗ lend geſandt wurde, um dort der Krönung der Königin re männer ſeines Landes. Victoria beizuwohnen. Später wurde er zum Legations⸗ nl Graf Pourtalès war ein echter Preuße, wenn auch ſecretär in Neapel und dann in Conſtantinopel ernaunt. ber nicht von Geburt, doch nach Herz und Geſinnung; er Im Jahre 1846 vermählte er ſich mit Fräulein Anna g war der Sohn eines Schweizers und wurde am 10. Sept. von Bethmann ⸗Holweg, deren Vater jetzt Miniſter der R 1812 in Paris geboren. Sein Vater gehörte einem Pa⸗ geiſtlichen Augelegeuheiten und des öffentlichen Unterrichts Y. tricierhauſe in Neufchatel an, in dem religioſe, politiſche in Berlin iſt, der ſich aber auch ſchon damals in ganz m und bürgerliche Tugenden erblich waren und das ſeit lan⸗ Deutſchland eines vorzüglichen Rufes erfreute, da mang er ger Zeit durch den guten Gebrauch, den es von einem ihn als eine der feſteſten Stützen der couſtitutionellen und nachbarten zu erkennen, und daß die Gall'ſchen Phrenologen bei⸗ cums, das an dieſer neuen Art von Beluſtigung Geſchmack fand, af des gleich ſehr beachten. Dadurch kommt man dann uber den eine Nachbildung gefunden hätte. Vielleicht fallt in dieſe Zeit lch Streit, welche Bedeutung die einzelnenBuckel des Schädel⸗ auch die Batrachomyomachia, jene Poſſe, welche ſich ganz in ho⸗ ebe tnochens haben mögen, ſofort hinaus und fragt nur, ob etwa das meriſchen Formen bewegt, doch ſtalt des Kampfes der Helden Or Vordergehirn im Ganzen, und ob wieder die obere Stirnpartie vor Troja einen Kampf der Fröſche und der Mäuſe ſchildert und ge oder die untere ſtark entwickelt ſei. Man erleichtert ſich dadurch letztere nach ihrem Siege ſtatt eines abenteuerlichen Rückzuges nr offenbar die Beobachtung ungemein, indem man nun zunächſt nur in der Weiſe des Odyſſeus von Krebſen gezwickt werden laßt. de zu fragen hat, ob im Fragefalle der Menſch mehr zu den contem⸗ Auch römiſche Dichter verſuchten ſich in Parodien, doch ſind von idr plativen(grübelnden), oder mehr zu den fixirenden(beobachten⸗ dieſen, wie von denen der Griechen, nur Bruchſtücke übrig. Im B den) Geiſtern gehöre, ohne fürs Erſte nöthig zu haben, zu fragen, Mittelalter ſcheint neben manchem edleren Zweige der Dichtkunſt S wohinaus ſein Grübeln oder ſein Intereſſe an der Empirie gehe. und der Wiſſenſchaft überhaupt auch dieſes Waſſerreis ziemlich A Wie wichtig dies für eine Verſohnung beider Parteien ſei, wird verdorrt geweſen zu ſein; es fehlte eben an Stoff, der zur w ledem Nachdenkenden ſofort von ſelbſt einleuchten, und ſo ſei es Nachahmung getaugt hätte. Um 1600 aber kam, beſonders in S denn hiermit genug. O. Frankreich, da man des Alten vielfach überdrüſſig und doch ſch Neues zu ſchaffen unfähig war, plötzlich ein allgemeiner Ge⸗ 4 4 4 ſchmack an allem Burlesken auf, bei welcher Gelegenheit denn Zur Literaturgeſchichte. auch die Sitte der Parodien wieder auftauchte. Dieſer Ge⸗ d .. ſchmack, zu deſſen Befriedigung beſonders Hofleute, von den . Parodien und CTraveſtien. vornehmſten Cavalieren und Hofdamen an bis zu den Kammer⸗ Als Erfinder der Parodien oder jener Dichtungen, welche frauen und Lakaien herab, beitrugen, nahm um 1660 ab, trat 1 unter der möglichſt treu nachgebildeten und daher leicht wieder⸗ aber bald in zierlicherer Geſtalt wieder hervor und fand nach zuerkennenden Form eines allgemein bekannten und berühmten und nach auch bei andern Völkern Verbreitung. Um dieſe Zeit Gedichtes einen ganz andern, viel unbedeutenderen Gegenſtand ſcheinen auch die von den Parodien wohl zu unterſcheidenden behandeln, dadurch aber das Original nicht ſelten lächerlich Traveſtien oder Verkleidungen aufgekommen zu ſein, die, während machen oder mindeſtens auf ſeine Kenner einen erheiternden jene eine bekannte Form auf einen andern Stoff übertragen, J Eindruck hervorbringen, wird der griechiſche Dichter Hipponax ihrerſeits umgekehrt einen bekannten erhabenen Stoff, meiſt 6 um 540 v. Chr. genannt. Hegemon, Rhinton u. A. waren ſeine aus älterer Zelt, in niedriger, ſcherzhafter Sprache oder in den Nachfolger, und kaum konnte in Athen zur Zeit ſeiner Blüthe Lebensformen einer viel ſpäteren Zeit darſtellen. Dem Alter⸗ eine Tragödie erſcheinen, die nicht bald zum Ergöͤtzen des Publi⸗ thume, das noch keinen ſo weiten Rückblick in frühere Zeiten be⸗ 3 q

ʒ