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nie Er verließ das Gemach. aam betreten, als oben die Thür kreiſchte und eine männ⸗ iche Geſtalt die hohe Treppe herabſchwebte. Dorner ver⸗ barg ſich hinter einem großen Faſſe. Der Mann ging an den Thüren vorüber und öffnete 17. Dorner ſchlüpfte in das anſtoßende Cabinet. In dem gewaltigen Kellerraume, der von einigen Gasflammen matt beleuchtet ward, herrſchte eine tiefe Stille. Wie aus weiter Ferne rollte oben der Donner dumpf und majeſtätiſch.
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VI.
In dem Cabinete 17 befanden ſich zwei Perſonen: der Mann, dem Dorner den Brief unter der Adreſſe Edmund John überbracht, und ein ſchöner junger Mann in elegan⸗ ten Kleidern. Mit der Indiscretion, die einem Novellen⸗ ſchreiber erlaubt iſt, führt der Verfaſſer den Leſer in das Cabinet. In dem Augenblicke, da wir eintreten, ſitzen die beiden Perſonen ſtumm neben einander; ſie halten gegenſeitig die Hände feſt verſchlungen und ſehen ſich mit thränenfeuchten Blicken und einer unbeſchreiblichen Empfin⸗ dung an. Eine Gasflamme ſendet von oben herab ein helles Licht auf die Gruppe. Minuten verfloſſen, ehe ſich die Empfindung der beiden Perſonen in Worten ergießen konnte.
„Bernhard, Bernhard,“ flüſterte eine zarte weibliche Stimme,„das Verhängniß laſtet ſchwer auf uns! doch ver⸗ lieren wir die Zeit nicht; wir müſſen uns gegenſeitig er— klären. Wie haſt Du erfahren, daß ich in dieſer Stadt bin?“
„Das Portrait unſerer Tochter, Dein Ebenbild, leitete mich auf die erſte Spur. Ich ſah es an dem Fenſter eines Ach, das ſind ganz Deine Züge, Antonie,
Blick, Dein Haar, Deine Lippen! Noch ſtand ich,
‚indrucke erliegend, den das Bild auf mich ausgeübt, als ich Agnes ſelbſt mit Deinem Vater in den Laden treten ſah. Wäre ich auch nicht der zerlumpte Bettler geweſen,
Drilte folge.
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Kaum hatte er den äußern ich würde doch nicht den Muth gehabt haben, meine Tochter
anzureden. Iſt die Tochter hier, wird auch wohl die Mutter hier ſein, dachte ich. Nun folgte ich zitternd den Beiden. Sie gingen in ein Haus an der Promenade.
Da ſah ich Dich mit einem Manne auf dem Balcon— wenn ich das Schlimmſte dachte, was in meiner Abweſenheit ge⸗ ſchehen— o, Antonie, ich kann Dir ja nicht zürnen.“
„Und was dachteſt Du, mein armer Freund?“ fragte ſie unter Thränen.
„Daß Du Dir den zweiten Gatten gewählt haben könnteſt.“
Sie bedeckte ihr Geſicht mit beiden Händen. hörte einige Augenblicke ein heftiges Schluchzen.
„Iſt es ſo?“ fragte Bernhard mit erſtickter Stimme.
Antonie ließ die Hände ſinken. Eine Leichenbläſſe bedeckte ihr ſchönes Geſicht.
„Es iſt ſo!“ hauchte ſie kaum vernehmbar.
„So war meine Vorſicht doppelt gut!“ murmelte in tiefem Schmerze der Mann.„Trübſale haben mich ſo ab⸗ gehärtet, daß ich gegen das Unglück faſt unempfindlich bin.“
„Armer, armer Mann! Ich bin nicht minder zu be⸗ klagen, als Du— nein, nein, mein Loos iſt noch ſchreck⸗ licher als das Deine!“ fügte ſie in einer Aufwallung von Bitterkeit hinzu.„Guter Gott, bin ich denn eine ſo große Sünderin, daß Du ein ſo ſchweres Loos über mich ver⸗ hängſt?“
Sie warf ſich an ſeine Bruſt; beide umſchlangen ſich mit zitternden Armen.
„Nun höre mich an,“ begann Bernhard.„Du erin⸗ nerſt Dich der traurigen Lage, in der wir lebten, nachdem meine Mutter dem Banquier Roland die Hand gereicht. Das Vermögen, das ſie beſaß, kam nicht von meinem früh verſtorbenen Vater, es war ihre Mitgift, und ſie konnte demnach darüber verfügen, ſo lange ſie lebte. Mein Stief⸗ vater Roland, der Mittel zur Hebung ſeines Geſchäfts brauchte, ſorgte dafür, daß das Vermögen ſeiner Frau
Man
Krolls Etabliſſement ſchreiben. Wie dies ſchon gegangen, wenn
auch nur durch die Hände verſchiedner Beſitzer, wenn auch nur
am Abgrunde der Subhaſtation vorbei: ſo iſt auch Engel ſchon gegangen, auf eignen Füßen zum Etabliſſement hinaus, um ſeinen Stand am Dirigentenpulte einem Anderen, dem jüngern Gungl, dem Rudersdorff zu überlaſſen. Die Berliner ſahen in der elften Stunde ein, daß Berlin ohne Krolls Etabliſſement nicht geht, ſei’'s auch nur weil dieſes in den Reiſehandbüchern nothwendig als Berliner Sehenswürdigkeit figurirt und figuriren wird. So kommt auch die zweite Einſicht, daß„Engel“ unzertrennlich von den Krollſchen Concerten.
Engel führt ſeinen Stab nicht, um die Hieroglyphenſchrift
einer tiefſinnigen Partitur zu eröffnen. Beileibe nicht große muſikaliſche Gelehrſamkeit, ſie wäre vom Uebel! Den Leuten aus der Provinz gibt er ohnedies, auch ohne alle muſikaliſche Denk⸗ übungen, einen Rebus auf. Sie ſtehen da und fragen: hwingt er jetzt den ſimplen Stab und beim nächſten Biölinbogen, die Geige mit der Linken feſt in die
end?
Sie ſtehen da und grübeln über die Schläge,
welche er in die Luft führt, indeß die eigentlichen Krollſchen
Elegants und Habitués auf und abgehend dem Concerte durch eifrige Lectüre des Programms ihre Zuſtimmung zollen.
Bei Kvroll geht ohne Anſtoß die Excellenz neben dem ein⸗ fachen Handwerker, der außerordentliche Geſandte des Hofes So und So neben dem ſchlichten Landmann, der Major neben dem Gemeinen. Für den Geſchmack aller dieſer ſoll geſorgt werden. Engel ſchlug im Converſationslexikon den Artikel„für Alle“ auf. Siehe da, es ſtand dort:„ſtets gewählte Toilette, kühne, herausfordernde Tournüre, wie ſie einem Ungar geziemt, großer
Schwung in Leitung des Orcheſters, gleichviel, geht es auch über die Leichen einiger Dutzend Noten.“
Das ſchrieb ſich Engel feſt in's Gedächtniß. Gefährlich für ihn wäre es, wollte er nicht ſtets in durchaus ſchwarzen Panta⸗ lons, in einem Fracke vom neueſten Schnitte, den Hut in der Hand, erſcheinen. Was würden die Damen ſagen, beſeitigte er eines Tags den wohlgepflegten Bart? O weh im Voraus! Selbſt die ſchönſten Stücke würden nur noch mäßig gefallen.
„Für Alle“ ſo ſetzt Engel ſeine Programme zuſammen. Für Alle, d. h.: ſich auch des Jahres einige Bußtage auferlegen; Bußtage, wenn Engel eine Beethovenſche Sinfonie geigen läßt; Bußtage, wenn die Partitur einige Sächelchen enthält, die nach contrapunktiſcher Arbeit ſchmecken. Etwas Buße muß doch auch ſein für alle die Gungl'ſchen und Strauß'ſchen Stücke, alle Lannereien und Verdiſchen Miſereres, die das Publicum unab⸗ läſſig reizen und entzücken.
Engel kennt ſeine Pappenheimer, das ſagt ſein Auftreten, das ſagen ſeine Programme, das bekundet der Schwung, mit dem er die Ouvertüren der neufranzöſiſchen Schule, einen„Zampa,“ eine „Stumme“ herunterrollen läßt. Engel kennt ſeine Pappenheimer, drum fängt er auch ab und zu ſolche Lockvögel ein, wie die Schweſtern Ferni, die à la Milanollo das Publicum in Entzücken geigen.—
Von Engel zu„Wieprecht,“ ſo nahe bei einander ſie zu ſtehen ſcheinen, es gehört dazu ein gewaltiger Sprung. Ein Sprung über wenigſtens zweihundert ſieben und neunzig Muſiker hinweg. Auf hundert Militärtrommeln baut ſich Wieprecht ſeinen Thron. Ruft Wieprecht ſeine Schaaren, ſo gibt es eine Schlacht, deren man vor ihm in Berlin nicht erlebte. Wieprecht


