ALBI
Novellen
»Zeitung.
M.
Rhingulph Eduard Wegener.
Die Ferne.
Da drüben im blauen Gewande, Wie lockt ſie mich wieder, die Fee, Hinaus in die blühenden Lande, Weit über die wogende See.
Ihr Zauber ergreift mich gewaltſam,
Ich folge, wohin ſie mich zieht,
Waldaus und waldein unaufhaltſam, Sie winkt mir holdlächelnd und— flieht.
Ich wandre dahin ohne Weilen,
Und wähn’ich ihr nahe zu ſein,
Da ſchwingt ſie wohl hundert von Meilen Sich weiter ins Grüne hinein.
Fahr wohl denn, du freundliches Städtchen, Sie treibt mich durch Berge und Kluft, Ade! mein blauäugiges Mädchen,
Mich lockt eine Lurley der Luft.
Das Mädchen und der Schmetterling.
Luſtwandelnd ſchritt ein Mädchen In kühlem Waldesgrund,
Und als ſie dort ſich bückte,
Zum Strauß ſich Blumen pflückte, Da kam ein bunter Falter
Und küßte ihren Mund.
„Verzeih' mir,“ ſprach der Falter, „Verzeih' mir mein Vergehn,
Ich wollte Honig nippen
Und hatte deine Lippen,
Dein rothes, rothes Mündchen Für Roſen angeſehn.“
Da ſprach zu ihm das Mädchen: „Für diesmal, kleines Ding, Will ich dir gern vergeben; Doch merke dir daneben:
Nicht blühen dieſe Roſen
Für jeden Schmetterling.“
Waſſerfahrt.
Ich fuhr allein im leichten Kahne In mondenheller Sommernacht
Und überlas des Herzens Plane Und hatte ſtill an dich gedacht.
Ein Zeuge mancher ſüßen Wahne, Entglomm der Stern der Liebe ſacht, Als ob er meine Träume ahne,
Hat er mich funkelnd angelacht.
Hinaus! Dichtungen von Nhingulph Eduard Wegener.
—ixx;-
V
Waldneck.
Ging einſt mit Liebchen im Walde allein, Tief in den ſchattigſten Räumen; Rauſchende Blätter, ſie flüſterten lind: „Küſſe dein ſchönes, blauäugiges Kind Unter verſchwiegenen Bäumen.“
Als ſie die ſeltſame Stimme gehört, Wollte Holdliebchen entfliehen;
Doch auf der rauſchenden Blätter Gebot Schloß ich ans Herz ſie und küßte ſie roth, Küßte die Wangen zum Glühen.
Als das der neckende Waldwind geſehn, Sagt' er's den Bächen und Quellen, Als es die Waſſer den Blumen gerauſcht, Hatten hoch oben die Vögel gelauſcht,
O ihr geſchwätzigen Wellen!.
Vögelchen, ſchwebend in heiterer Luft, Hatten's der Echo geſungen,
Und als die Echo es wiedergehallt, Wußt'es der ganze lebendige Wald, Wenn's nicht noch weiter gedrungen.
Wiegenſied.
Sieh', in dein Stübchen
Guckt durch die Bäume
Blühender Gärten das Auge der Nacht; Träume, mein Bübchen,
Glückliche Träume!—
Träume ſind Märchen, vom Schlummer erdacht.
Schlaf iſt ein Kindlein
Kindlichen Seelen,
Blättert dir lächelnd ſein Bilderbuch vor. Hang' ihm am Mündlein,
Hör'’ ihn erzählen,
Süß iſt ſein Schmeicheln, o leih' ihm dein Ohr.
Oft wirſt im Herzen—
Leben iſt Wähnen—
Oft ihn erſehnen, das Auge verweint; Aber die Schmerzen,
Aber die Thränen
Rufen vergeblich den lächelnden Freund.
Noch biſt ein Kindlein!
Kindlichen Seelen
Blättert der Schlummer ſein Bilderbuch vor. Hang' ihm am Mündlein,
Hör’ ihn erzählen,
Süß iſt ſein Schmeicheln, aleih' ihm dein Ohr.
Berlin, Verlag von Otto Janke. 1859.
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