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turzeit, aus dem reinen Streben nach objectiver und dabei wahrhaftiger, treuherziger Behandlung des Gegenſtandes fließt. Gegen den Genuß dieſer Einfachheit, welche das Naturproblem künſtleriſch herausarbeitet und ideell auf⸗ klärt, ſtumpft ſich der Gaumen nie ab, denn die Geſetze der Phyſiologie und Pathologie haben dafür geſorgt, daß ſo⸗ wohl leiblich wie geiſtig die geſunde Koſt immer willkom⸗ men bleibt, während ſich der Inſtinct des Geſchmackes bald mit Ekel von allen Pikanterien abwendet.
Ferner iſt der Tiefſinn und nicht der Scharfſinn in Auerbach vorwaltend, nicht minder wenn er betrachtet, als wenn er ſchafft. Dieſe Urſprünglichkeit hält ihn von red⸗ neriſchen Künſteleien zurück und läßt im Vortrag beſonders nur ein großes und ſchönes Hülfsmittel cultiviren, das unſern Autor in beſonders vorzüglicher Weiſe kennzeichnet. Es iſt das Gleichniß, überhaupt die ſinnlich poetiſche Ver⸗ mittelung in der weiteſten Beziehung. Und doch iſt dieſes Beginnen ſo klippenreich, als es verführeriſch wirkt.— Wenn Anekdoten, Beiſpiele, Bilder und Gleichniſſe, welche man zur figürlichen Demonſtration in die Darſtellung ein⸗ ſtreut, nicht ſtreng parallel mit der Idee laufen, welche be⸗ wieſen werden ſoll, ſo zerſtreuen und ſchwächen ſie die be⸗ abſichtigte Wirkung, ſtatt dieſelbe zu verſtärken. Oft haben wir uns durch einfache Auseinanderſetzung beinahe ver⸗ ſtändlich gemacht. Da plötzlich unterbrechen wir den V Strom des Begreifens, wollen durch ein Schlaglicht ein Uebriges thun, und bringen einen raſch gewählten Ver⸗ gleich, natürlich vieldeutig wie faſt alle. Der Zuhörer oder Leſer iſt erfreut und verläßt uns ſehr befriedigt. Wir ſind in unſerer Verblendung nicht weniger erbaut; ſpäter aber zeigt ſich leider, daß jener das Bild zwar wörtlich vortrefflich begriffen, unſere damit verknüpfte Abſicht je⸗ doch nicht verſtanden hat. Im günſtigen Falle aber wirken V oft glückliche und ſorgfältig geprüfte Bilder Wunder und werden der langen Rede kurzer Sinn. Doch verlangen ſie eine kunſtgerechte Verwendung. Nie dürfen ſie in die noch ganz unvollendete Verſtändigung des Hörers hineinge⸗ ſchoben werden. Dies heißt, den Verſtand deſſelben, wenn man ihn am nöthigſten braucht, nach Hauſe ſchicken, ſeine Phantaſie aber zurückbehalten und ſie ſpazieren führen. Bilder und Gleichniſſe müſſen entweder, wie ein anregendes Motto, wie ein muſikaliſches Thema, zu Anfang ſtehn, da⸗ mit ſich die theoretiſche Auseinanderſetzung daran knüpfen!
Novellen⸗Zeitung.
[V. Jahrg.
kann, oder ſie müſſen der Erörterung nachfolgen, um dem Leſer eine ſinnliche Illuſtration der Gedankenmelodie zu⸗ rückzulaſſen.
Mit dieſer von keinem andern lebenden Schriftſteller
erreichten Vollfommenheit ſeiner figurirten Sprache ver⸗
eint der Dichter einen Styl voll Kraft, Unmittelbarkeit und Friſche, der durch eine ſtark prononcirte Individuali⸗ tät den Reiz der Neuheit hat. Die letzten Jahre haben dieſer eigenthümlichen, ſowohl von ſinnlich ſchöner Leben⸗ digkeit als von Denkerernſt durchathmeten Schreibweiſe die Correctheit ſorgfältiger Künſtlerſtudien gegeben, ein Schmuck, der jeder Geſammtausgabe zuſtatten kommen ſollte.
Ein Hauptmoment aber, welches aus dem Ueberblick von Auerbach's Schriften immer und immer wieder hervor⸗ ſchauen muß, iſt das Streben nach pſychologiſcher Ver⸗ tiefung und nach dem idealen Siege der Sittlichkeit. Dieſer Hinblick auf ein und daſſelbe edele Ziel, welches allen Einzelnheiten gemeinſam iſt, hat eine ſittenverbeſ⸗ ſernde und erhebende Wirkung für die größeren Maſſen der Leſer, die wir getroſt das Volk nennen wollen, und von dieſem Standpunkte aus iſt eine Miſſion in Auerbach's Muſe ſichtbar. Sie ſpricht ſich ſowohl aus in den Dorf⸗ geſchichten voll inniger Lebensgewalt, idylliſcher Frühlings⸗ kraft des Herzens und finſterer Schickſalswendung, als im „neuen Leben“, in der ernſten Denkerbiographie„Spino⸗ za“, ja ſogar mit entſchiedenem Impuls in dem frühern Werke„Dichter und Kaufmann“; am directeſten findet ſie ſich aber im„Schatzkäſtlein des Gevattersmannes“ und in„Schrift und Volk“. Dieſe Miſſion der Ethik wird ſich erfüllen, und zum Gelingen iſt ein ungeheurer Vor⸗ ſprung, eine große Gewähr gewonnen durch die ſo glück⸗ liche, wahre, überraſchende Abſpiegelung der realen Wirk⸗ lichkeit in allen einzelnen Productionen. Die Ueberzeu⸗ gung, welche die Natürlichkeit einflößt, muß Vertrauen erwecken zum dargeſtellten geiſtigen Proceß.
In dieſen Andeutungen, die in ihrer Tendenz, ſich die Forcen einer Begabung zu betrachten, kritiſche Beſchrän⸗ kungen ausſchließen mußten,— in dieſen Andeutungen laſſen Sie uns einen Theil jener Gründe ſehn, welche die bleibende große Anziehungskraft der Auerbachſchen Werke bilden; laſſen Sie uns aber von denjenigen Geiſtern ge⸗ ſondert bleiben, welche da denken, ein Strom wüchſe von ſelbſt.—
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wand ſelbſt verfertigen zu können, und zwar ſo,
können, ohne der Farbe zu ſchaden.
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Ueue Erſindung. Metachromatypie, durch ꝛc. Farbenüberdruck in einigen Minuten die ſchönſten Bilder als Landſchaften, Bouquets, Thiergruppen, Deni ee Jortraits. Figuren, Blumenguirlanden, ferne Goldverſieunge und Arabesken ꝛc. auf alle Ge⸗ enſtände von Papier, Holz, Leder, Glas, Porzellan, Stein, Meta f neuſt Den zn en Ar daß dieſelben auf dem Heneukkunde wie das reinſte
Oelgemälde oder ausgelegte Arbeit ausſehen, polirt, lackirt und mit heißem Waſſer Es iſt dies eine höchſt wichtige Erfindung z. B. Buchbinder, Galanteriearbeiter, Tiſchler, Maler und Lackirer, Glaſer ꝛc., und Beſchaftigung für Damen und Herren. Nebenbei ein Hauptvortheil„Billigkeit“. Ohne Apparate oder Vorkenntniſſe in eine Wird auch brieflich gelehrt. Atelier:
oder die Kunſt
l, Bein, Wachs, Blech, Stoffe, Wachsleine⸗
ewaſchen werden für viele Gewerbtreibende, und zugleich die eleganteſte
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r Lection zu erlernen, Honorarl Thaler. Petersſtraße No. 46. 2. Etage.
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Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig.— Verlag von Alphons Dürr in Leipzig.— Druck von Gieſecke& Devrient in Leipzig⸗
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