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Vom Berg ergeht ein Rufen.
Vom Berg ergeht ein Rufen, Und Antwort ſchallt im Thal, Da ſpringen von grünen Stufen Die Quellen allzumal.
Und Eines ruft's dem Andern, Das klinget fern und nah:
Die rechte Zeit zum Wandern, Die Frühlingszeit iſt da!
O du holdſelig Weben
In Wald und Thal und Höhn! Nun athmet Alles Leben,
Und findet's gut und ſchön. Nun mit der Lerche ſteige, Mein Wanderſang, empor, Und klinge laut, und zeige
So friſch dich wie zuvor!
Durch all die Windeswellen, Durch all die Frühlingszeit Nun wandern, wie die Quellen, Will ich mit Freudigkeit.
Wie jene rieſelnd ſchweifen Durch Schlucht und Halden viel, Verirren ſich und ſtreifen,
Sie kommen doch an's Ziel.
Wählſt du dir zum Begleiter Den goldnen Lebensmuth,
Wie findeſt du ſo heiter
Die Welt, wie ſchön und gut! Und wagſt du kühn zu irren, So drückſt du einſt mit Luſt, Mag auch der Weg ſich wirren, Erfüllung an die Bruſt.
Morgens am Brunnen.
Er kam in der Frühe
Wie der Morgenwind, Nußbraun ſeine Locken, Sein Fuß geſchwind. In's Auge die ganze Seele gedrängt—
Ach, der eine Blick hat Das Herz mir verſengt! Und ich ſtand, als ob ewig Ich ſchauen gemüßt:
Er hielt mich umſchlungen, Er hat mich geküßt;
Als brächt' er von draußen Die ganze Welt,
Von zuckenden Strahlen Blendend erhellt;
9tto Roquette.
Gedichte von Otto Roquette. Des Liederbuches zweite, durchaus veränderte und vermehrte Aufl
Als ging mir das Leben Auf in der Bruſt,
So hing ich am Hals ihm In bebender Luſt.
Und was er geſprochen, Ich weiß es nicht mehr, Es ſang und es klang ja Die Welt um mich her!
Wie iſt mir geſchehen?
Ja, daß ich es wüßt'!
Mein Drohen, mein Zürnen, Ich hab's nun gebüßt!
Im Brünnlein das Waſſer, Das rieſelt und rinnt,
Zum Bach, wo er wohnet, Hin fließt es geſchwind. Mein Sinnen, mein Denken Fliegt hin durch den Wald, Ach, Liebſter, mein Liebſter, Komm wieder, komm bald!
Stromhinab. —
Weiße Segel ſeh ich gleiten Stromhinab im Windeshauch, Ach, denſelben Weg vor Zeiten Zog ich oft beflügelt auch!
Frühling lachte, Jugend blühte, Erd'’ und Himmel war voll Licht, Wenn am ſel'gen Ziel erglühte Mir der Liebſten Angeſicht.
Gruß und Kuß, und ein Willkommen
Unermeßlich reicher Luſt! Alle Lebenskeime glommen Flammend auf in junger Bruſt.
War's ein Traum? Entrückt, zerfloſſen
Wie in Todesnebel, ſchwand Licht und Leben! Aufgeſchloſſen
War der Schmerzen finſtres Land.
Bergeshöhn, die einſt als Pforte Goldner Luſt ſich aufgebaut, Stehen an demſelben Orte
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Nun als Wächter, kalt, ergraut.
Feſt gezogen ſind die Grenzen, Nur ein Seufzer folget ſacht
Den zerrißnen Jugendkränzen Stromhinab in's Reich der Nacht.
age. Stuttgart, J. G. Cotta'ſcher Verlag. 1859.
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