Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
498
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Novellen⸗Zeitung.

ALBI

Hermann Harrps.

Es war nicht trüber Winter.

Es war nicht trüber Winter, Als du mir ſchwurſt, ich dir;

Es war die Zeit der Roſen, Und Roſen brachen wir.

Noch nie war froſterſtarrte Flur Der erſten Liebe Bahn;

O nein! friſch blühte die Natur, Als wir zuerſt uns ſahn.

Es dämmerte: geh, bat ich dich; Du ließeſt nicht von mir:

Es war die Zeit der Roſen, Und Roſen brachen wir.

So ganz wie meiner Wangen Gluth, Perlen von Thränen drauf!

Ich fragte nach der Liebe Bild, Du brachſt ein Knöspchen auf,

Und tief im Kelche zeigteſt du Purpurne Flammen mir:

Es war die Zeit der Roſen, Und Roſen brachen wir.

Der Legerwall.

Sturm und Wetterfunkeln! Winde, die ibr treibt, Daß der Sand die dunkeln Wogen überſtäubt

Winde, die ihr jagend Wie Dämonen droht, Daß der Schiffer zagend Müht ſein ſchwankes Boot

Von dem Felsgeſteine, Wo die Woge ſchwillt Und die Brandung ſeine Hütte dumpf umbrüllt

Von dem Weibe drüben, Das im Angſtgebet Rettung ihm vom lieben

Himmel niederfleht

Von dem Knaben, wimmernd Nach dem Vaterſchooß,

Von dem Fenſter ſchimmernd Stürme, reißt ihn los!

Weht ihn von der Küſte Weit ins Meer hinaus! Himmel, fliehen müßte Je ein Menſch ſein Haus?

Thomas Hood. Von Hermann Harrys.

Das Waſſerweib.

Ach wär' es ewig mondenhelle,

Das Nachtverborgne zu erſpähn! Ich ſah im Strom auf weißer Welle Ein Mägdlein ſchön.

Ich ſtand und ſahe, wie ſie ſchlichtend Ihr dunkles Haar vom Scheitel ſtrich, Daß von der ſchönen Stirne flüchtend Der Schatten wich.

Ich ſtand und ſah auf ihren Wangen Die Roſe nicht nein, wunderbar Die bleiche Waſſerlilie prangen,

So wellenklar.

Ich ſtand und horchte emſig lauſchend, Ob ſich ihr Mund zum Lied erſchloß Als über ihr das Waſſer rauſchend Zuſammenfloß.

Und immer ſtand ich noch am Rande, Ach, aber wieder kam ſie nicht! 5 Warf meine Blumen aus vom Strande, Sie nahm ſie nicht.

Ich weiß, ich bin dem Tod erkoren,

Ich weiß, mein Sehnen raſtet nie,

Denn nur aus Staub bin ich geboren Doch göttlich ſie!

Herbſt.

Der Herbſt iſt alt,

Es ſchwinden die Tage; Rotbgoldenes Laub Verläßt er mit Klage; Wer altert, verzage.

Die Trauben ſind reif, Geſchichtet die Garben; Mancheiner, dem Saat Und Arbeit verdarben, Muß weinen und darben.

Hin hat die Zeit

Alle Blüthe genommen,

Nacht, Morgen und Tag

Sind in Nebel verſchwommen; Der Winter will kommen.

Es ſtarrt der Strom, Rothe Strahlen verſanken; Mein Leben auch

Will grabwärts wanken. Ach, trübe Gedanken!

Hannover, Carl Rümpler. 1859.

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