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CSiterariſche Beſprechungen.
Die Geſellſchafterin. Vom Verfaſſer der Neuen mutſſchen Zeitbilder.— Leipzig, Hermann Schultze. 1858.
Der Verfaſſer der„Neuen Zeitbilder“ iſt bekanntlich n Hauſe aus eine juriſtiſche Capacität des höheren mußiſchen Beamtenſtandes. Durch ſeine Betheiligung an der politiſchen Bewegung des letzten Jahrzehnts zum uufegeben ſeiner amtlichen Stellung veranlaßt, wurde er rauf ein ebenſo gewandter Zeitungsredacteur, als er tüch⸗ uen Richter geweſen. Auch dieſe Poſition aufgebend, zog eſich in die Profeſſur einer Schweizer Univerſität zurück. ſum wird eingeſtehen, daß von dieſen drei heterogenen Vmufsarten eine jede hervorragende Begabung erfordert, Id der Verfaſſer vorliegenden Buches zeichnete in allen dnieen ſich hervorragend aus. Es muß überraſchen zu amehmen, daß ein Mann von ſolcher Vielſeitigkeit auch ich zu einem Berufe Zeit, Luſt und Talent hatte, der ſiſt eine ganze Menſchenkraft in Anſpruch zu nehmen ſemt, und daß er auch in dieſem vierten eine ganz ſpe⸗ milee Begabung, verbunden mit einer außerordentlichen Wo ductivität, entfaltete.
Der Oberappellationsgerichts-⸗
uth, Temme, Mitglied der preußiſchen„Nationalverſamm⸗ ing,“ hat in den letzten ſieben Jahren, ſeit dem Zurück⸗
niten des öffentlichen Parteilebens, eine Reihe von mehr kszzwanzig Romanbänden, zuerſt„Neue deutſche Zeitbil⸗
ar““ veröffentlicht, die mit Recht eine Lieblingslectüre des reiche Erbe ſieht die junge Dame, wie ſie von dem Sitze
oßßen Publicums geworden find, da ſie neben einer ſpan⸗
unden Darſtellung, wie ſonſt nur dem geübteſten Routi⸗
er eigen iſt, eine ſittlich kritiſche Tendenz dem modernen
uben gegenüber einnehmen, die, wenn immer ſie in Ein⸗
lteeiten Einzelnen bedenklich erſcheinen dürfte, in dieſer
ntten Haltung doch im Allgemeinen nur als anregend und
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befruchtend angeſehen werden kann. Seltſam dabei iſt es,
daß der Verfaſſer der Neuen deutſchen Zeitbilder mit der Schärfe des Juriſten und der Conſequenz des radicalen
Politikers Sympathien für die Romantik ſtrengkatholiſcher Orthodoxie vereinigt, Sympathieen, die er ſeiner Jugend⸗ erziehung und ſeiner Heimath Weſtphalen verdankt.
Die den Neuen Zeitbildern folgenden Romane: Wol⸗ kenſtein, Die ſchwarze Mare, Bilder aus Litthauen, Die Verbrecher, Anna Jogszis, haben wir zum Theil den Le⸗ ſern dieſes Blattes ihrer Zeit empfohlen. Sie alle zeich⸗ neten ſich, außer den genannten Vorzügen, namentlich auch durch die große augenſcheinliche Treue aus, mit der ſie Selbſterlebtes oder doch Selbſtangeſchautes aus den ver⸗ ſchiedenen preußiſchen Provinzen, in die der Verfaſſer durch ſeine Amtsthätigkeit gekommen war, daguerreotypartig vergegenwärtigten. Ein gleiches Intereſſe gewährt das vorliegende Buch. So klar und draſtiſch iſt dieſes Schloß, dieſe Landſchaft, dieſe Geſellſchaft geſchildert, daß wir be⸗ kannte Gegenden und Leute vor uns zu ſehen meinen. Die große allgemeine ſociale Bewegung der Gegenwart, der Contraſt zwiſchen Ariſtokratie und Bourgeoiſie iſt das Su⸗ jet auch dieſes Romanes. Ein altadliges Schloß geht aus den Händen der ruinirten und ausgeſtorbenen Freiherren in die der ſpeculativen Induſtriellen über. Die junge Ba⸗ roneß, der letzte Sproß des vertriebenen Stammes, muß bei der Gaſtfreundſchaft der Förſterstochter ihre Zuflucht ſuchen. Herr Meier aus Hamburg, ein ungeheuer reicher Erbe, nimmt Beſitz von dem verlaſſenen Schloſſe. Die flüchtige Baroneß, um eine Exiſtenz zu finden, hat ſich als Geſellſchafterin bei einer Frau Schröder verdingt. Der
ihrer Ahnen Abſchied nehmen will, er fängt an ſie zu lie⸗ ben. Es wird entdeckt, daß Madame Schröder, zu der das Fräulein ſich begeben ſoll, Niemand andres iſt als Herrn Meier's eigne Mutter, und dieſe muß ſich gefallen laſſen, die Dame, die ſie als Geſellſchafterin erwartet, als
Eine gaſthofsrechnung Beethoven's.
Gleich vielen Genies war auch Beethoven oft im höchſten „prede gleichgültig gegen äußere Dinge; namentlich legte er nur
rgeringen Werth auf das Geld, und ſo kam es denn, daß er
firkeiner größen Liebe zur Natur, die ihn oft zu weiteren Strei⸗ ſreeen veranlaßte, nicht ſelten in Verlegenheiten gerieth, weil er nihem, was er verzehrte, nie darauf achtete, ob er zur Zahlung uch genug Geld, ja, ob er nur überhaupt welches bei ſich hatte. Einſt unternahm er auch wieder eine Wanderung in die Um⸗ agend Wiens, und in einem einſam gelegenen Dorfe gefiel es ihm ſegut, daß er ſich mehrere Wochen in dem dortigen Wirthshauſe anauartierte, wobei denn die Rechnung, da er ſich nichts abgehen niß ziemlich hoch anwuchs. Da Beethoven keine Anſtalt zur Zah⸗
win, machte, glaubte der Wirth ihn daran mahnen zu müſſen, zu⸗
malter ſeinen Gaſt kaum zu ſehen bekam und das Gewicht ſeines jens nicht kannte. Er bat daher mit aller Höflichkeit um die bezuhlung, und Beethoven fand ſich durch dieſe Erinnerung keines⸗ megs beleidigt. Vielmehr ſagte er:„Es iſt ganz in der Ordnung, mii lieber Freund, daß Sie Ihr Geld bekommen, da ich aber nbi keines bei mir habe, müſſen Sie es ſich aus der Stadt bolen.“
Damit ging er auf ſein Zimmer und kehrte ſogleich mit meh⸗ nren Bogen Papier zurück, die auf beiden Seiten dicht mit No⸗ un eſchrieben waren.
„Tragen Sie das in die Muſikalien⸗Handlung von***,“ ſagte Zeilhoven,„machen Sie dazu eine Empfehlung von mir, und an Sie, ich hätte kein Geld und ließe daher fragen, ob ſie mir Herür 100 Ducaten ſchicken wollten.“
Der Wirth ſah bald ſeinen Gaſt, bald das mit Noten be⸗
Zar
kritzelte Papier an und war zu der Meinung geneigt, der Erſtere ſei nicht recht bei Verſtande. Als Beethoven ihm indeß urit dem größten Ernſte die Verſicherung wiederholte, daß er das Geld er⸗ halten würde, beſchloß er endlich, da er ohnedies in die Stadt mußte, den Gang zu machen, obgleich er im Voraus von deſſen Vergeblichkeit überzeugt war. Wenigſtens wollte er ſich dabei näher nach dieſem Herrn van Beethoven erkundigen.
Er glaubte indeß ſeinen Sinnen kaum trauen zu dürfen, als er die 100 Ducaten wirklich auf der Stelle und unter den höflich⸗ ſten Empfehlungen an den Ueberſender der Noten ausgezahlt be⸗ kam. a.
Hyperenthuſiasmus
Das Sylphidenpaar, Fanny und Thereſe, erhielten während ihres Lorbeer⸗ und Guineen⸗geſchmückten Aufenthaltes in London einen ſehr vortheilhaften Antrag zu Gaſt⸗Tänzen von dem Direc⸗ tor des Theaters zu New⸗York. Sie lehnten ihn indeß ab, und Fanny gab in einem Kreiſe ihrer Anbeter als einen Hauptgrund der Ablehnung ihre Furcht vor dem Meere an.
„O, meine himmliſche Fanny,“ ſagte ein verliebter alter
Lord,„Sie haben nicht nöthig den Ocean zu fürchten, denn tobte
er noch ſo wüthend und Sie erſchienen auf dem Verdeck und tanz⸗
ten die Cachuca, ſo würden ſeine Wellen ſich aug⸗nblicklich vor Bewunderung zur Spiegelglätte ebnen.“ a.
Be


