Tode. So herzzerreißend dieſe Verhältniſſe ſind, ſo hat der Erzähler ſie doch mit einem gewiſſen verſöhnenden Wohlwollen zu ſchildern verſtanden; die breite Ausfüh⸗ rung des kräftigen derben Volkslebens, die Hervorhebung der patriarchaliſchen Biederkeit des Gutsherrn geben ihr ſogar etwas Behagliches und die Herbeiführung, des glück⸗ lichen Endes iſt mit großer Geſchicklichkeit eingeleitet. Räuber nämlich brechen in das ſchutzloſe Haus Ado's ein; deſſen bereits halb herangewachſener Sohn fängt ſie ab; einer derſelben iſt militärpflichtiger Flüchtling aus dem Dorfe ſelbſt. Der Gutsherr iſt im Stande dieſen für Ado einzuſtellen. Ado iſt den Seinigen wiedergegeben.— Dieſe Geſchichte iſt ſehr einfach erzählt, ohne Aufwendung großer Erfindungsgabe, aber ſichtlich den Stempel der Lebenswahrheit tragend.
Bei einzelnen wenigen der mitgetheilten Gedichte wird mancher Leſer vielleicht den Wunſch äußern, in Bezug dar⸗ auf ſei der Wunſch des Herrn Auguſt Mettlerkamp in Erfüllung gegangen, der(S. 158) ſehr zartfühlend ſingt:
——:——————;— ——
glücklicher Humor lebt in zwei Gedichten von F. Hinge, desgleichen in dem Liede„Das alte Lied“ von G. Schm⸗ ger. Ein Meiſterſtück einer kleinen modernen Romanzeſſ Au bal von Julius Laurenty. Von Staatsrath Theodon v. Grimm in Dresden finden wir aus deſſen„Wanderungen nach Südoſten“ ein paar prägnante ethnographiſche Bal⸗ laden.
Beſonders günſtig ſcheint der ruſſiſche Geiſt der Aus⸗ bildung des Epigramms zu ſein. Wir haben dergleichen ſchon bei früheren Sammlungen zu bewundern Gelegenhei gehabt. Auch in dem Vorliegenden findet ſich Hervorragen⸗ des der Art. Greifen wir dem Zufalle nach Einzelnes all Beiſpiel heraus. R. Groſewsky bringt drei Diſtichen:
Röslein nannt ich Dich oft, wie trefflich wählt ich den Namen Ach! der Dornen ſo viel haſt Du ins Herz mir gedrückt.
Flüchtig, Freund, iſt die Zeit, flücht'ger als Schwalbe und Wind, Aber am flüchtigſten ach! wenn wir am glücklichſten ſind.
Haſt der Blätter zu viel gepflückt vom Baume des Lebens, Darum läßt er nun auch jetzo Dich ſchattenlos ſtehn.
IIV. Jahrg
Nr. 25.
dir in des Waldes Schatten mußt Du flüchten, o Dich Entſagung Blum'’ und Vogel lehrt;„. Das ſchönſte Lied, das Du vermagſt zu dichten, Carl Alt apoſtrophirt: Wie ein Gebet ſei's, nur von Gott gehört. Rentabel. ſchen j i So Es gehört unter dieſe einzelnen wenigen z. B. jenes Nea rfeit Manſeben Vißtwicht wehrdals Eapital. und Gu⸗ Gedicht, deſſen Verfaſſer den kühnen Vergleich nicht ſcheut: Kein Wilder fordert Opfertod mehr für ſein Mahl, ſonſt.. Ich reite durch des Waldes Graus Nur Opferleben nehmen der Geſittung Hände. Schaaren Sn enfler nede iud Flanmen aus Auch unter den„Gedanken von S****“ iſt Pointirta ſaua 4 7„SdR Wom Sharde Knsefächt I a. Philoſophiren heißt ſterben lernen, ſagt Cicero, es könne Nneder a Das wilde Roß, da mein Herz, ünen. L jß.. Die Liebe iſt der Gpor u. ſ. w. 4 auch heißen: Tebem heißt ſteiten lernen bein 2 7 ſ Scheuert Was die Dichterherzen doch manchmal für ſonder⸗ Was iſ den edzaaſtochunde fen iill auch bare Dinger ſein müſſen, und— was die liebe Liebe ſich Was Leben heißt, ſoll ich verkünden? haben. Alles von den Dichtern muß ſagen laſſen! Doch freilich Leb', und Du wirſt es ergründen! ganzen do wenn man über die alten Stoffe immer und immer wieder Waaidet Mefich 11eihedi ſagen.„Klße, neue Vergleiche aufbringen ſoll, ſo iſt es wohl kein Wun⸗ 1 12Le 31 llage 5 h Weihnac der, wenn ſie manch ein Mal auch gezwungen erſcheinen. Behandle mit Nobleſſe den Niederträchtigen, und er taſt.. Mar, Auch der Verfaſſer des erwähnten kann in anderen Ver⸗ Dich nicht an.(0) ſiſehr org gleichen recht natürlich, geiſtreich und ſinnig erſcheinen. 4 31— von Jahr Allgemein geben die vorliegenden Dichtungen Zeugniß maueri Kinder und Hunde ſind leicht gewonnen, aber ſchit ſaugsweiſe von einer ſehr edlen Bildung des Geiſtes wie des Gemü⸗ verſöhnt. 299 ſgern reich thes. Gleich das einleitende erzählende Gedicht„Mora⸗ Es darf uns nicht wundern, daß in Italien der für eina llich, wenn veddi“ von Ludolf Schley iſt trefflich im Tone und deu⸗ Einfaltspinſel gilt, der einen gebotenen Vortheil aus Rückſihn denen Fri tungsreich im Inhalt.„Die Thräne“ von A. Tollert iſt der Ehrlichkeit und des Anſtandes von der Hand weiſt— dn Sob für declamatoriſche Blüthenleſen zu empfehlen. Jegör v. bei uns iſt es nicht anders: V ſern„ſchne Sivers gibt mit der bekannten ſichern Correctheit ſeiner Die Juden am Singi beteten das goldene Kalb an—5 hh ſeiner Feder zwei amerikaniſche Bilder, von denen beſonders das thun wir auch; mit dem Unterſchiede, daß wir keinen Moſes nl n der der alten Ruinenſtadt Palenque hochpoetiſch iſt. Ein erwarten haben, welcher den Götzen zertrümmert. 1 lrich — ſoonnte de . 0 dächtigen Allgemeiner Anzeiger. an —— ufeld m Bei Meline, Cans& Comp. in Brüssel erschien in neuer Auflage: V ehren b 2ℳ 0* 7 7 ³ 21* 2* FE reis ge geg Histoire générale de la Civilisation en Europbe aan par G. Guizot. rrlaſden 1 starker Band. 18⁰. Preis 20 Ngr.. ſi d 1u A ——— 8 1 Zuzü g.— Druck von Gieſte A stortent u eene a
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig.— Verlag von Alphons Dürr in Leipzit 9 l


