Au bal!
Wär' ich der Wüſte wilder Reiterſohn—
Ich ſetzt' den Sporn in meines Roſſes Flanken,
Und prüfend ſchwenkte ich den Speer, den ſchlanken— Indeß Du lächelnd reichſt den Taumelmohn!
Ich ſchlürf ihn aus— und fort trägt mich mein Roß— Es winkt die Spur der flücht'’gen Antilopen;
Mag ſie verwehn! Ich ſpanne in den Tropen
Für einen Königstiger mein Geſchoß!
Der Wurf gelang— mein iſt die Tigerhaut;
Sie ſchmücke heut' Dein Zelt von Byſſuslinnen. Du ſchönes Weib, erwach' aus Deinem Sinnen— Dein Auge lacht, wie es den Jäger ſchaut!
Der bin ich nicht— bin weit aus Mekka's Bann, Nicht in der Wüſte— doch im Sand geboren, Mir zahlte den Tribut kein Fürſt der Mohren— In meinem Gürtel ſteckt kein Natagan!
Du aber ſchwebſt im kleinen Atlasſchuh
Auf dem Parket— des Beifalls leiſes Flüſtern Dringt zu der Niſche— wo ich ſteh’, der düſtern, Und auf Dich ſchau' in träumeriſcher Ruh’!
Ich träumte nur, ich ſchlechter Cavalier! Dort bei dem Schein der farb'gen Girandolen Seh' ich wohl Löwen ihre Beute holen— Doch ſind ſie zahm in dieſem Ballrevier!
Zwei Bilder.
I.
„Mehr Segel auf und ſtärker Backbord halten!“
So ſchallt's Commando von dem Steu'rmann her— Sich vor der Brigg die Wogen ſchäumend ſpalten, Die Feuerſpur zieht in dem Tropen⸗Meer!
Hei! luſt'ge Weihnacht! Zwar die Bäume fehlen, Die grünen, doch der ſchlanke Maſtbaum ſteht, Und lauter tönt der Sang aus Seemannskehlen, Wenn ſtraff die Briſe in die Segel weht!
Das Schiffsvolk jauchzt, wenn jetzt die Wellen ſchlagen— Ein Funkenregen ſprudelt übers Deck,
Das ſind die Lichter, ſonſt vom Baum getragen,
Die an dem Maſt ſich heute züngeln keck!
Fern aber ſteht der Capitain im Sinnen,
Auf der Bouſſole ruht der ernſte Blick;
Wird er den Hafen glücklich auch gewinnen? Denkt an ſein Weib, denkt an ſein Kind zurück!
Novellen⸗
Zeitung.
Siſches Taſchenbuch der Deutſchen in Rußland. Herausg. von Jegör von Sivers. Riga 1858, Verlag von N. Kymmel.(Leipzig,
[IV. Jahrg.
AILBIIM. b
Zulius Laurentp.
II.
Wo langſam ſich das Meer an Dünen wellet
Im fernen Nord— ein Häuschen ſteht gebaut,. Das liegt wohl einſam, aber freundlich traut
Und feſtlich iſt es heute d'rin erhellet!
Ein Chriſtbaum ſendet von den grünen Zweigen Ins ſtille Stübchen ſeine ⸗Strahlen aus;
Wo weilt die Kinderſchaar im Schifferhaus,
Daß ſie den Baum umſpring' in luſt'gem Reigen?
Der laute Jubel ſchweigt in dieſen Räumen— Ein junges Weib ſchaut in die Lichterpracht, Auf ihrem Arm ein roſ'ger Knabe lacht
Und wiegt ſich ſelig ein in holdes Träumen!
So— einſam ſteht das junge Weib im Sinnen, Auf ihrem Knaben ruht der ernſte Blick:
Denkt an den Mann und ſeine Lieb' zurück. Wird er den Hafen glücklich auch gewinnen!?
Ein Blockhaus war's, keck am Obio hingeſtellt,
Und d'rin ein Paar aus fernen deutſchen Gauen— Sie hatte hingelockt die freie, neue Welt,
Gemeinſam hier ihr Lebensglück zu bauen.
Zwei Bänke an der Wand und eine Bärenhaut, In die ſich wickelte der dralle Knabe—
Fürwahr wenn das ein feiner Europäer ſchaut“, Er würde nebſt Gemahlin gar malade!
Und Mary horcht— ſie kennt den alten Schuß⸗ Der kommt vom Mann, ein Zeichen guter Beute— Sie eilt hinaus— hinaus— ein Willkomm und ein Kuß, So lob' ich am Ohio mir die Leute!
Bald wohlig ſitzt der Farmer an dem Heerd, Es ſcharrt ſein Weib den Kuchen aus der Aſche,
Den Kuchen, der aus Mais, dem Jäger werth, Credenzt dazu die volle Whiskyflaſche.
So ſchmauſen ſie und plaudern, bis die Nacht Auf hartem Lager hingeſtreckt ſie findet und, wenn der roſ'ge Morgen wieder lacht, Zu neuer Luſt und Müh' das Paar verbindet.
Ein Blockhaus war's, keck am Ohiog hingeſtellt,
Und d'rin ein Paar aus fernen deutſchen Gauen— Sie hatte hingelockt die freie, neue Welt,
Gemeinſam hier ihr Lebensglück zu bauen!
C. B. Lorck.)
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