Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
322
Einzelbild herunterladen

ÿ

Sternenloſe Nächte.

I.

cch weine nicht und klage nicht! ch ſage keinem Andern, was mir fehlt: och ſchauet in mein fahles Angeſicht, Das ſeinen Schmerz nicht hehlt, Dortäſtehts geſchrieben: Seht mir ins Aug', das ausgebrannt, Und leſet in dem trüben, Welch Fluch wohl ruht auf mir und meinem Streben, Und wfe mich ſchmerzt, wie arg mich ſchmerzt das Leben!

II.

Ich möchte laſſen dieſe glanzumſpielte Welt, In der manch dunkler Fleck ins Aug' mir fällt, Und möchte fortziehn von den Menſchen weit In eine wilde Einſamkeit!

Dort würde ich dem Laubgeflüſter lauſchen Und horchen auf des Bächleins Rauſchen

Und auf der Vögel Sang, 8

Und würde nach der Wolken Wandrung ſehen Und nach der Sonne Auf⸗ und Untergang Und endlich ſelber mit ihr untergehen.

III.

Im Rücken der Vergangenheit ſchön bläulich Waldrevier, Der Zukunft ſchönes grünes Saatfeld doch vor mir; Das eine hinter mir ſtets, doch nicht bleichend,

Vor mir das andre, aber ſtets entweichend.

So wandre ich in trübem Sinn

Die wüſte, wilde Straße hin;

So wandr' ich mühſam, ſchwer und hart

In ewig dauernder Gegenwart.

IV. Es fliegen unſre Hoffnungen, die ſchönen Vögel, hoch Jedoch Wenn ſie am höchſten fliegen, In reinſter Himmelsluft ſich wiegen, Wo ſelbſt der Adler Flug bereits ein träger: Da kommt die Wirklichkeit, der finſtre Jäger, Und ſchießet ſie herab!

V. Vom Mädchen mußt ich ſcheiden, Die meiner Seele Hochgenuß; In tiefſtem Leiden Riß ich mich los von ihrem Kuß.

Dichtungen von Alexander Petöfi. Mit einem Vorwort von Friedrich Bodenſtedt.

Novelfen⸗Zeitung.

b ALBIIMI.

Alerander Petäfi.

Aus dem ungariſchen, in eigenen und fremden Ueberſetzungen herausgegeben von Karl Maria Kertbeny. Lbipzig, F. A. Brockhaus. 1858.

Das war ſchon lang'. In Luſt und Bangen Iſt viele Zeit ſeitdem vergangen.

Der Trennung Bitterkeit,

Ich fühl' ſie nimmer heut';

Des Kuſſes Süßigkeit jedoch,

Die fühl ich noch! 1

VI.

Ich hatte Freunde, gute Freunde mir erworben Was ſind ſie nicht geſtorben!

Auf ihre Gräber würden jetzt O Heiß meine Thränen fließen, Lande Die Blumen, die man drauf geſetzt, Einſnt Mit Thränen würd' ich ſie begießen. 1 Sie werden ſpäter ſterben, düf de

Kein alter Freund doch ſoll von mir erwerben ih re

Sich Thränen nun, ich habe Seufzer nur, kutſche Der Täuſchung Seufzer, die ich oft erfuhr, digtenn Und rauſchen dieſe übers Grab, 1 So welken alle Blumen davon ab! o ich

Tharm

ſ den W

VAI i ich, al

Erinnerung! O du ſallte

Hinſchwimmend Bret vom längſtzerborſtnen Schiff, dnr Das Wind und Wellen ſchleudern jäh von Riff zu Riff r ſel Dem Strande zu! 1es, ſo olgen.

Feföhnt. Den nſi auch vählta? nnogen hi änn mie

VIII.

Was iſt der Ruhm?.... Ein Regenbogenlicht, Ein Sonnenſtrahl, der ſich in Thränen bricht!

SStudien

IX; Nelnnviic ei

O Hoffnung! Eigennützige Buhlerin, hecbauft Die Jeden lockt und koſt und blendet,. allitten Und ſich dann ſchnöde von uns wendet,

ſalch gewie kchutiedet nrztlichen 4 Keiterſe 1 tan menf

X. 1 enſc diaterver

Wenn wir den beſten Schatz an ihr verſchwendet: Die Jugend und den gläubigen Sinn!

Was iſt der Kummer wohl? Ein großer Ocean. Und was die Freude?

Die kleine Perl' des Oceans. Es kann

Geſchehn zu meinem Leide, 1 Daß, während ich ſie hole an das Licht, Sie mir zerbricht! I