Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
317
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mlicher Beton Recht, gnit zu verzeihen he icht. Ichn abe nicht an me thun, denn Lina zu, ohne rückzukehren?

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ich haben it Unrecht von Theil und erm Seite. Thöricht inung ſein konen meinern die jüngſte! es wünſchte, 2 ſt. Ling's d dafür. Wie Ei dige Theilne die rechte ſrelt he getreten, und bimmliſche nich Armuth wi den Blickt

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ſchſter Faſſungund will es nicht. Mir iſt es undenk⸗ unr, daß ein Mann wie Sie, Herr Doctor, der bloße spielball ſeiner flüchtigen Empfindungen ſein ſollte. Ich aabe einen beſſern Begriff von Ihnen und ich vermuthe, zie wollen mich jetzt nur täuſchen, wenn Sie wider Ihr teſſeres Selbſt ſprechen.

Ich bedauere, gnädige Frau, daß Sie ſich enttäuſcht inden, aber ich verſtehe es nicht mich edler erſcheinen zu nſſen als ich bin.

So mußte denn das letzte Mittel ergriffen werden, um ine andere willkommnere Wendung herbeizuführen.

Helene reichte Emil ihre kleine weiße Hand und ſagte nit einem Ausdrucke, der faſt herzlich zu nennen geweſen väre, hätte man nicht ihre gewaltige Seelenangſt heraus ſehört:

Laſſen Sie uns Frieden ſchließen, Emil, und begin⸗ nen Sie denſelben von Ihrer Seite mit Offenheit. Lina ſt meine Freundin, eine Freundin, die ſich mit innigem, ferzzichem Vertrauen an mich gewendet hat und zu deren blück ich ſo gern ein Kleines beitragen möchte. Sie lie⸗ jen ſie, Emil, geſtehen Sie es nur, daß Sie Lina noch feute herzlich lieben und ſie zu ſich zurück wünſchen. Dann will ich es ihr ſelbſt ſchreiben und ſie wird freudig kommen. Kränken Sie mich nicht durch ſolche herbe Reden, wie ſie vorhin gefallen ſind, ſpielen Sie auch weder im Scherze noch im Ernſte auf dasjenige an, was zwiſchen uns Bei⸗ den der Vergangenheit angehört. Wie es gekommen, ſo wird es vor Gott recht ſein. Darum laſſen Sie uns für jumner Frieden ſchließen!

In Emils Herzen regte ſich ein gewaltiger Kampf bei dieſer freundlichen Anrede. Sehnte er ſich doch ſelbſt aus läfſter Seele nach dem ihm angebotenen Frieden. Aber ſllte Helene ſo leichten Kaufes davon kommen? Das bild des Freundes trat dazwiſchen und mahnte ſchaden⸗ ſroh:Lache ſie aus, das hochmüthige Weib, das mit Dir ziſpielt gleich einem unbärtigen Knaben, das Dein Weib

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verführt hat; erſt lache ſie tüchtig aus und dann, wenn Du willſt, ſchließe Frieden. Und in dem Aufruhr ſeiner Sinne, in welchen er ſich kurz zuvor durch einen haſtigen Trunk in Geſellſchaft Frank's noch mehr verſetzt hatte, ge⸗ wann jene ſchadenfrohe Stimme die Oberhand.

Frieden will ich ſchließen, Helene rief er leiden⸗ ſchaftlich,aber mit Dir allein, ohne eine Dritte. Soll ich noch glücklich werden? Du vermagſt es zu entſchei⸗ den. Die alte Liebe iſt in mir auferſtanden und hat das ſchwache Gefuͤhl, welches ihr nachgefolgt, ganz aus meinem Herzen vertrieben. Lina Du ſiehſt es ja kann ohne mich leben, wie ich ohne ſie. Willſt Du ihre und meine Wohlthäterin werden, ſo hilf uns die Feſſeln löſen, die uns noch äußerlich binden, und ſei meine Herrin!

Emil zog die ſchöne Frau, doppelt reizend in ihrer faſ⸗ ſungsloſen Verwirrung, bei der ihm freiwillig dargebote⸗ nen Rechten nahe an ſich heran und umſchlang ſie mit ſeinen beiden Armen. Ihr Herz pochte ungeſtüm an dem ſeinigen, er wußte kaum, war es Freundin oder Feindin, die an ſeiner Bruſt ruhete. Hatte es auch Helene für einen kurzen Augenblick vergeſſen, wer es wagen durfte, ihre ſtolze Geſtalt in die Arme zu ſchließen?

Da ertönte ein jäher, markerſchütternder Aufſchrei, der

Angſtruf eines furchtbar heimgeſuchten Herzens, von der

Thüre her, die nach Helenens Schlafgemach und durch dieſes hindurch nach dem Vorſaale führte. Geiſterhaft bleich ſtand Lina auf der Schwelle, die unerwartet zurück⸗ gekehrte und unbemerkte Zeugin der letzten Erklärung Emils und ſeiner Umarmung mit Helenen. Freundin und Gatte wider ſie im Bunde, ſie ſelbſt verſtoßen und vertrie⸗ ben, ein Opfer des treuloſeſten Verraths, den je ein Menſchenherz erſonnen hatte! Ihr Kopf war ohnedies ſo angegriffen, ihre ganze Natur durch die Erlebniſſe der letzten Zeit und heute noch beſonders durch eine ange⸗ ſtrengte Fußwanderung ſo überreizt, daß ſie ſich nicht zu helfen wußte, daß ſie nur dieſen einen Schmerzensruf von

Laß gleichfalls ſie ausſtellen einen Revers, Daß ſie's nicht weiter verſenden.

Darauf, Freund, mußt Du aufmerkſam ſehn, Sonſt wird Dein Plan Dir zu nichte, Wenn etwa die Todten auferſtehn

Ich meine, die todten Gedichte!

Wien, 13. November 1856. Bauernfeld.

Miseellen. Eine neue Hauseinrichtung. Die illuſtrirte Montagszei Berlin erzä s Beiſpi 3 uſtritte MontagszeitungBerlin erzählt als Beiſpiel, wchin zu große Wirthlichkeit eine Frau führen kann, Folgendee Jeiner der an den Thiergarten grenzenden Straßen hat eine

ußerſt vermögende Dame ſich ein prachtvolles Haus bauen laſſe un daſſelbe vor einem Jahre bezogen. Trotz us muen laſſen V ia indeſſen noch kein Einziger ihrer Bekannten Zutritt in daſſelbe rlalten, weil ſienoch nicht eingerichtet iſt, obwohl dauernd u unausgeſetzt daran gearbeitet wird. Die Einrichtung ſoll in 3 That mehr als glänzend ſein, aber allerlei Seltſamkeiten be⸗ uden. So iſt in der ganzen Wohnung kein Teppich und kein leſter, alſo weder Sopha noch Seſſel zu finden, denndas macht Smub! ſagt die wirthliche Frau; ja ſie geht darin noch weiter: In der Schlafſtube findet man allen Comfort, nur keine Betten. dmn das macht Staub; an Stelle derſelben findet man leichte aaer und wollene Decken. Die Küche ſoll in Bezug auf die Ein⸗ ctung ein wahres Wunderwerk ſein und drei Bratöfen in den

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verſchiedenſten Conſtructionen, ſo wie Maſchinen und Walzen aus den glänzendſten Metallen enthalten, allein es wird darin nicht gekocht, denndas macht zu viel Unreinlichkeit. Die reiche Frau und ihre Angehörigen beköſtigen ſich aus einer Reſtauration. Das heißt denn doch die Oekonomie(wir wiederholen, der Vor⸗ gang iſt buchſtäblich wahr) etwas zu weit treiben.

Wie ſoll man grüßen?

UnſereHut⸗nicht⸗abnehme⸗Vereine, welche übrigens nicht viele Mitglieder zu zählen ſcheinen, für ſo vernünftig auch ihr Beſtreben vielſeitig erklärt worden iſt, würden vielleicht mehr Pro⸗ ſelyten machen können, wenn ſie ſtatt der Abweichung von einem in Europa ziemlich allgemein beſtehenden Gebrauche einen ganz neuen einzuführen trachteten und das Muſter dazu in möglichſt weiter Ferne ſuchten. Das Fremde findet ja bei uns Deurſchen nie ſchwer Eingang, wenn es irgendwo bereits wirklich exiſtirt, alſo eine Nachahmung und nicht etwas in der That Neues iſt. Zur Wahl laſſen wir hier einige Begrüßungsarten folgen.

Die Bewohner der Philippiniſchen Inſeln ergreifen die Hand Derer, die ſie begrüßen wollen eine Art, welche wir bei zarten Damenhänden der Begrüßten und ſtachligem Bart des Begrü⸗ ßenden eben nicht empfehlen möchten.

Die Lappländer drücken zur Begrüßung ihre Naſen feſt an⸗ einander, was auf die Vermuthung führt, daß der Schnupfen bei ihnen unbekannt iſt.

In Guinea legt man Blätter auf das Haupt des zu Begrü⸗ ßenden. Und wenn man die nicht zur Hand oder den mitgenomme⸗