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einmal eine Nachricht von der Freundin aus der Stadt. Und doch war dies ihre einzige Freude, ihre einzige Hoff⸗ nung vom Morgen bis zum Abend. Die alten Leute, zu denen Helene ſie gebracht hatte, überſchütteten ſie nach ihrer unbeholfenen Weiſe mit Liebe und Aufmerkſamkeit und ſahen der leidenden jungen Frau, über deren Loos ſie völ⸗ lig im Unklaren waren, alle vermeintlichen Wünſche an den Augen ab. Aber Lina blieb gegen ihre Bemühungen gleichgültig, ſo daß Jene es endlich aufgaben der Kum⸗ mervollen beſchwerlich zu fallen, und ſie der ſelbſtgewählten Einſamkeit überließen. Da wanderte nun Lina mit ihrer Unruhe und Bangig⸗ keit in dem Walde umher, der ſich ſchon entblätterte und deſſen hohe Bäume oft unter einem ſcharfen Windſtoße, dem Vorboten der rauhen Jahreszeit, ächzten. Zu ihren Füßen rauſchte auch ſchon das rothe Laub mit ſeinen ſchmerzlichen Ahnungen vom eiſigen Winter. Das war wenig geeignet, die gedrückte, oft reuevolle Stimmung Li⸗ na's zu erheben. Heiße Sehnſucht nach Emil erfüllte ihr Herz; ſie war entſchloſſen in Zukunft treulich bei ihm aus⸗ zuharren, wie es auch kommen möge, und nie wieder klein⸗ müthig zagend fremde Hülfe zu erbitten. Dieſe wenigen Tage hatten ſie ſchwer angegriffen, denn ihre Natur war einer ſolchen Prüfung nicht gewachſen. Deshalb hatte ſie auch Helenen bei ihrem Beſuche im Walde beſtimmt er⸗ klärt, daß ſie mit ihr zurückkehren wolle; es ſei genug, ſie wiſſe es ja nun, daß Emil ſie ſchmerzlich vermiſſe, das Uebrige werde der Himmel fügen. Aber die Freundin war hierauf nicht eingegangen und hatte ihr verſichert, daß ſie zwar die Prüfungszeit um keinen Preis unnöthig ver⸗ längern, aber auch nicht zugeben werde, daß Etwas nur halb geſchehe. Der erſte Sturm leidenſchaftlicher Auf⸗ regung beweiſe noch nichts. Emil müſſe vor Allem wieder ruhig werden und ernſte Reue zeigen, wie ſie ja ſicher nicht ausbleiben werde. Dann wollte ſie ſelbſt frohen Herzens Lina zurückrufen.
Novellen⸗Zeitung.
[IV. Jahrg.
Lina hatte aber, wie erwähnt, nun bereits mehrere Tage vergebens auf Briefe gewartet, und ihre Unruhe war auf den höchſten Gipfel geſtiegen. Das Wetter war naß und ſtürmiſch, ſie konnte das enge Haus nicht verlaſſen und durchwanderte nun daſſelbe ruhelos in allen ihr zu⸗ gänglichen Räumen. Die Förſtersleute ſchüttelten den Kopf und geriethen mehr und mehr auf den Gedanken es mit einer Geiſteskranken zu ſchaffen zu haben, die ſorglich gehütet werden müſſe. Gegen Mittag, als der Regen nach⸗ gelaſſen hatte und noch immer kein Brief von Helene kam, der ſonſt gewöhnlich um dieſe Tageszeit einzutreffen pflegte, entſchloß ſich Lina, um ihrer Pein zu entfliehen, ſelbſt nach der Stadt zu fahren und Helene aufzuſuchen, dann aber ohne Weiteres zu ihrem Gatten zurückzukehren. Sie bat deshalb den Förſter, ihr aus dem nächſten Dorfe einen Wagen zu beſorgen. Dieſer wechſelte indeß mit ſeiner Frau einen raſchen Blick und kehrte nach kurzer Weile mit der Meldung wieder, daß der einzige Wagen im nächſten Dorfe für heute leider nicht zu erlangen ſei. Der gute Mann hielt ſich zu einer Nothlüge für berechtigt, weil er die ihm anvertraute junge Frau nicht ohne Anweiſung Seitens ihrer Beſchützerin nach der Stadt entlaſſen mochte.
„Gut, ſo unterbleibt es heute,“ ſagte Lina ſcheinbar ſehr ruhig und ging auf ihr Zimmer. Dort aber machte ſie ſich reiſefertig und verließ ſtill und von Niemand be⸗ merkt das Haus. Der Weg nach dem nächſten Dorfe war ihr bekannt, von dort aus konnte ſie ſich ſchon weiter fra⸗ gen und vielleicht auch Gelegenheit zum Fahren finden. Wo nicht, ſo wanderie ſie zu Fuße nach dem Marktflecken, wo ſicher ein Wagen zu haben war. Daß ſie noch heute dem Spiele ein Ende machen, noch heute Ruhe erlangen
mußte, das ſtand bei ihr als innere Nothwendigkeit feſt, und keine Macht der Erde ſollte ſie nunmehr aufhalten!—
Faſt um dieſelbe Stunde, als Lina das Forſthaus ver⸗ ließ und den ſchmalen Waldpfad nach dem benachbarten
Orte einſchlug, war Helene im Begriffe an die Freundin
Literatur.
„Für den Friedhof der evangeliſchen Gemeinde in Gratz in Steiermark. Erzählungen, vermiſchte Aufſätze und Gedichte, von Einhundertſechsundzwanzig deutſchen Gelehrten, dieſem Zwecke gewidmet. Mit einer Meyerbeer.— Motto:„Tod iſt ja Tod iſt weder hier noch dort.“ Wien und Gratz, Fried⸗ Comp.; Aug. Heſſe's
Schriftſtellern und Dichtern muſikaliſchen Beilage von G. nur ein Menſchenwort, denn Schmidt von Lübeck.— Braunſchweig, rich Vieweg und Sohn; F. Manz und Buchhandlung. 1857.“
Es wird einem kritiſchen Referenten nicht verdacht werden, wenn er die Beiträge von 126 Verfaſſern auf 690 Seiten vollſtän⸗ dig zu recenſiren ſich außer Stande erklärt. ſ zur Theilnahme für das poetiſchen Prologe von Holtei und Der Umſtand zwar, daß die Verfaſſer der mußten, um dem Buche dauernden Werth zu verleihen, dieſe
Bauernfeld hier wiedergeben.
einer gewiſſenhaften Fauſt Diebſtahl aus duell gehaltenen Widmungsgedichte nur ſcheinen Ausnahme zu machen, denn auf keine eingehendere
der Sammlung zu begehen,—
zu können. Prolog.
Fort mit Winſeln und mit Jammern! Laßt uns froh gen Himmel ſchaun,
Wir hoffen ſtatt⸗deſſen Unternehmen aufzufordern, wenn wir die
Beiträge ſich verpflichten ſe Bei⸗ träge niemals wieder irgend wo anders erſcheinen zu laſſen, könnte Redaction ein Hinderniß erſcheinen, auf eigne die ſo indivi⸗ uns davon eine Weiſe, als durch Abdruck dieſer, glauben wir den edlen Zweck des Ganzen fördern
Wenn für Eure letzten Kammern Grund und Boden wir bebauen.
Was iſt dabei denn zu klagen? Einmal mußt es doch geſcheh'n. Aus der Fremde, ohne Zagen, Dürft Ihr in die Heimath geh'n.
Gäſte ſonſt in Nachbars Garten, Dürft, nach redlichem Bemüh'n, Ihr der theuren Todten warten In des eignen Gartens Grün.
Freut Euch deſſen, ſtatt zu ſtöhnen, Und in heitrem Muthe ſprecht; Oeſtreich gönnte ſeinen Söhnen Allen ihres Glaubens Recht.
Jene drüben,— dieſe hüben,— Sonder Neid und ſonder Spott Möge Jeder Gutes üben, Diene Jeder ſeinem Gott!
Und ſo ſchmückt die leeren Räume, Legt zum Leichenhaus den Stein, Pfleget Blumen, pflanzet Bäume, Hegt ſie mit der Mauer ein.
Wenn im Lenze bunt Gefieder Ueber Berg zu Thale zieht, Klinget auch auf Gräbern Des erneuten Lebens Lied.
wieder
Nr. 20. — u ſchreiben. dage hatte ſie lllin immer! Enils Verhalte u beunruhigen ein eingeſtand lalt wiſſe und! rſtlich kund g doch nur der herieben habe. bfühle oder ff Nann wolle L duickende Ban Als Helen ener Zartheit iſ, und als ſ vrrhob, hatte dshalb auf Der Einfluf efahrenen. her das B ſn und daf unfen, mas delenens Vieſe erwo Wolche Wa ſdem plötz ARN nwas er a l loderte i wider die auf und l was der hatte. Hele endet un
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