Novellen
»Zeitung.
ALBT
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M 3 A⁴
Carl Siebel.
Es gibt nur eine Wahrheit.
„Es gibt nur eine Wahrheit,
Und die verſtehſt du nicht!“— So ſprichſt du— und leiſe dunkelt Dein trautes Angeſicht.
Es gibt nur eine Wahrheit,
Die wahr mein Herz durchglüht; O wäre in deiner Seele
Sie leiſe aufgeblüht!—
Und wenn dein Antlitz verdunkelt, Möcht ich ſie flüſtern dir zu: „Es gibt nur eine Liebe
Und meine Liebe biſt du!“
Es rächt ſich Alles.
Es rächt ſich Alles! klang's aus manchem Munde! Man rief mir zu mit bangem Angeſicht:
„Es rächt ſich Alles! denk', o denk der Stunde, Wo Chriſtus kommt zum großen Weltgericht!“
Ich hab's bedacht und habe mich gefraget.
Was ich gefehlt, war menſchlich, groß und klein. Da hat ein Gotteswort zu mir geſaget:
So wird die Rache auch nur menſchlich ſein!
Es rächt ſich Alles! nun, es mag ſich rächen! Es mag ſich rächen; keine Furcht iſt mein! Wird noch ein Menſchenſohn dort ſprechen, So wird die Sprache menſchlich ſein!
Einer Herrnhuterin.
Und ſollteſt um Chriſti Willen Du je dein Leben vergeben, Bin ich um der Liebe willen Ein Dämon in deinem Leben.
Nur wo um der Liebe willen Sich treue Herzen begegnen, Da kann ſie um Chriſti willen Die ewige Liebe ſegnen.
Ach, was ſoll's!?
Ach, was ſoll dies ew'ge Spähen!? Kommſt doch nie zu deinem Ziele, Kannſt den Himmel nicht verſtehen, Neig' dich, Auge! Herze, fühle!
Gott! du mußt dich ſelbſt mir zeigen! Mußt dich ſelbſt an mir erfüllen! Sieh'! ich geb' mich dir zu eigen, Thu' mit mir nach deinem Willen!
Tannhäuſer. Zweite verbeſſerte Aufl. Ein Sohn der Zeit. Aphorismeu aus der Gegenwart. Dichtungen von C. Siebel. Iſerlohn, J. Bädeker 185 ½
Nimm mir Alles hier auf Erden! Haſt du Alles mir genommen, Laß mich wie die Kinder werden Und als Kindlein zu dir kommen!
Heimweh.
Auch auf Heimathhügeln Trag' bei jedem Schritt Ich im tiefſten Buſen Noch ein Heimweh mit.
Heimathloſes Heimweh!— Heimathreiches du! Gottgeſegnet Heimweh!— Geh'ſt du nie zur Ruh’?
Aufraffen.
Was hilft mein Stürmen! Was nützt mein Streben!? Nur unbefriedigt
Schau' ich zurück!— Wenn Du mir lächelſt,
So lächelt mein Leben, Wenn Du mich grüßeſt, So grüßt mich mein Glück!
Nacht.
Es iſt ſo friedlich, iſt ſo ſtill umher;
Nicht eine Woge, die ſich leiſe regt.
Vor Anker liegen ruhig, unbewegt
Die goldnen Gondeln in des Himmels Meer.
O Zeit der Nacht, o wäreſt du der Tag!
Der Morgen kommt, leer iſt des Himmels Port; Es trieb ein Sturm die goldnen Gondeln fort; Der Frieden flieht dem Sturm des Morgens nach.
Hoffnung.
So lange der Sonne verſöhnende Strahlen Sich in den Tropfen der Wolken malen, So lange ſtrahlet vom Himmelszelt
Der Bogen des Friedens herab in die Welt.
So lang' du der Liebe mildlächelndes Leben Siehſt durch der Trübſal Gewitter ſchweben, So lange kann immer dein Herz beſteh'n,
So lange kann Hoffnung zu Grabe nicht gehin.
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