Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
254
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unbegrenzt gleichmäßig durch die Räume zu zerſtreuen ſtre⸗ ben würden, wenn nicht auch ſo noch die Schwere ſie an einen Mittelpunkt feſſelte. Durch hohe Wärmegrade läßt ſich das Gold ſelber als ein Gas verflüchtigen. Wir dür⸗ fen nicht zweifeln, daß alle Stoffe unſerer Erde eines Gas⸗ zuſtandes fähig ſind. Auch gibt es keinen Vernunftgrund zu vermuthen, daß die Stoffe anderer Himmelskörper ſich in dieſer Beziehung anders verhalten könnten. Kant dachte ſich den Zuſtand der Zerſtreuung aller Stoffe gleich⸗ ſam als ein Ergebniß der Wärme; eine Vorſtellung, welche bei ihm einestheils deshalb Eingang finden konnte, weil zu ſeiner Zeit die Kenntniſſe von dem Weſen der Wärme noch ſehr im Argen lagen, anderntheils gleichſam durch ein Vor⸗ urtheil ſich aufdrang, weil die Lehre von der Entſtehung der Erde und der ganzen Welt ausFeuer gerade da⸗ mals ſehr verbreitet war. Auch La⸗Place dachte ſich den gasförmigen Zuſtand unſerer Sternengruppe als einen alle unſere Begriffe überſteigenden Gluthzuſtand. Einer wirklichen Begründung entbehrt dieſe Vorſtellung jedoch, da die Zerſtreuung der Stoffe, wenn ſie als der urſprüng⸗ liche Zuſtand gedacht wird, eine derartige Erklärung nicht fordert und die gegenwärtig in der Welt ſtattfindenden Wärmezuſtände, weit entfernt nur ein Ueberreſt jener ur⸗ ſprünglichen Wärme zu ſein, vielmehr nothwendig bei der Verdichtung der Stoffe erzeugt werden mußten. Wir wiſ⸗ ſen heutigen Tages, daß Wärme wohl von einem Körper auf einen andern übergehen und, durch Umwandlung in Bewegung oder in die Abſtoßung der Stofftheilchen, auf welcher der Gaszuſtand beruht, ſich gleichſam verbergen kann, daß aber ein wirkliches Abhandenkommen von Wärme aus der Welt eben ſo wenig denkbar iſt wie das Abhan⸗ denkommen des kleinſten Stofftheilchens. Da nun gerade bei der Verdichtung des urſprünglichen Weltengaſes die Abſtoßung der Stofftheilchen in die Form von Wärme übergehen mußte, ſo kann der Wärmezuſtand der verdichte⸗ ten Maſſen nur als das Ergebniß der Verdichtung ſelbſt

angeſehen werden. Um zu einem wirklich begründeten Schluſſe auf den Wärmezuſtand des urſprünglichen Wel⸗ tengaſes zu gelangen, dürfen wir alſo nur von den Wärme⸗ zuſtänden in der Welt der Geſtirne und der Welträume zwiſchen den Geſtirnen ausgehen. Auf der Oberfläche der uns in dieſer Beziehung allein bekannten Erde herrſcht nun bekanntlich eine ſehr mäßige Wärme; nur im Innern fin⸗ den höhere Wärmegrade ſtatt, welche jedoch ebenfalls nicht als Ueberreſt einer Abkühlung, ſondern als das Ergebniß der Verdichtung, theilweiſe auch des Stoffumſatzes, ange⸗ ſehen werden müſſen. Da man aus Beobachtungen weiß, daß in der die Erde umgebenden Lufthülle die Wärme ge⸗ gen den Weltraum hin abnimmt, da ferner der Weltraum unmöglich wärmer ſein kann als die Luft, weil dieſe ſonſt durch ihn erwärmt werden müßte, und da in den der Ein⸗ wirkung der Sonne entzogeneren Gegenden der Erde die Kälte zu Zeiten mindeſtens vierzig bis funfzig Grade(400 bis 50⁰) unter den Gefrierpunkt des Waſſers ſinkt; ſo darf man daraus ſchließen, daß der Weltraum, in welchem die Erde und alle Geſtirne ſchweben, mindeſtens eben ſo arm an Wärme iſt. Die wärmeſtrahlende Wirkung der Sonne können wir bei dieſer Betrachtung gänzlich überſehen. Sie

iſt vermuthlich eine Aeußerung des zwiſchen Sonne und

Erde ſich geltend machenden Triebes der Schwere und Ab⸗ ſtoßung keinenfalls eine Gluthausſtrahlung, als deren Urſache man ſich die Sonne wie einen brennenden Körper oder einen glühenden Ofen vorſtellen dürfte. Eine noth⸗ wendige Schlußfolgerung aus dem gegenwärtigen Wärme⸗ zuſtande der Erde und des Weltraumes ergibt nun, ganz im Gegenſatze zu den Annahmen von Kant und La⸗Place, daß der urſprüngliche Zerſtreuungszuſtand mit einer alle unſere Begriffe überſteigenden Kälte verbunden geweſen ſein müſſe.

waren, ſich bei dem Kinde zeigten, und zwar ſo feſt eingewurzelt, daß ſelbſt die ſorgfältigſte Erziehung den Keim böſer Eigenſchaf⸗ ten nicht zu vertilgen vermochte. 1

Ein Berliner Arzt, Dr. Simon, ſtellte gründliche Beobach⸗ tungen über dieſe eigenthümliche Erſcheinung an und theilt na⸗ mentlich einen Fall mit, wo ſechs Geſchwiſter, theils von der Mutter ſelbſt, theils von verſchiedenen Ammen genährt, auf die auffallendſte Weiſe genau dieſelben Vorzüge und Mängel, Tugen⸗ den und Laſter zeigten, welche ihren Ernährerinnen eigenthümlich geweſen waren. Der vortreffliche Charakter der Mutter war nur auf einen Sohn und eine Tochter, die ſie ſelbſt geſtillt hatte, über⸗ tragen worden, und zwar in allen ſeinen verſchiedenen Nüanci⸗ rungen, die andern vier Geſchwiſter zeigten von einander eben ſo ſehr abweichende Charaktere, Eigenſchaften und Anlagen, wie ihre Ammen von einander verſchieden geweſen waren. a.

frauen⸗Emancipation.

In Hindoſtan herrſcht ein eigenthümlicher geſetzlicher Brauch rückſichtlich der Stellung, welche die Ehemänner gegen ihre Frauen einnehmen. Es gibt nämlich dort ganze, halbe und hulpul⸗ hugla⸗Männer, welche letztere ſich bei uns allenfalls mit Ham⸗ pel⸗ oder Strohmänner überſetzen ließen. Die ganzen Männer ſind die, welche ihren Frauen Alles gewähren können, was ſie ſtan⸗ desmäßig zu fordern berechtigt ſind, und dieſe erſte Gattung ge⸗ nießt dafür auch volleheliche Rechte. Ein halber Mann iſt der, welcher ſo wenig beſitzt oder verdient, daß er ſeiner Frau nur wenige Genüſſe des Luxus und des Vergnügens zu bieten vermag,

ja bei dem ſie wohl gar gezwungen iſt ſelbſt durch ihre Arbeit verdienen zu helfen. Dieſe Frau darf ihren Mann ſchlecht behan⸗ deln, ihn kratzen, ihm die Haare rupfen, ihn ſchlagen(wenn er ſich dies Alles ohne Gegenwehr gefallen läßt). Von dem Hul⸗ pul⸗hugla kann man kaum ſagen, daß er gegen ſeine Frau irgend ein Recht ausüben dürfe. Sie darf über Nacht aus der Wobnung bleiben, ohne daß er dafür Rechenſchaft fordern darf; findet er ſeine Thür verſchloſſen, ſo muß er anderwärts ein Unterkommen ſuchen; was für Beſuche ſeine Frau macht oder empfängt, danach.

hat er nichts zu fragen, und heißt ſie ihn gehen, ſo muß er ſie

allein laſſen. Dafür braucht er aber für den Unterhalt und das Hausweſen nicht zu ſorgen.

Alter des Papieres.

Die Zeit und das Land, in welchem das Papier erfunden wurde, läßt ſich nicht mit Genauigkeit beſtimmen, indeß iſt es nicht unwahrſcheinlich, daß Deutſchland die Ehre dieſer Erfindun gebührt. Wenigſtens bediente man ſich unter allen Ländern zuerz

in unſerem Vaterlande des Papieres zu Documenten, und zwar

1308, während dieſem Beiſpiel dann allmählich auch die andern, Länder folgten, und zwar; Frankreich 1311, England 1342, Ruß⸗ land 1350(hier war das Teſtament des Großfürſten Simeon Joannowitſch, welcher von 1340 bis 1353 regierte, das erſte auf Papier geſchriebene Document), Spanien und Italien 1367. Ne⸗ ben dem Papier bediente man ſich indeß noch lange vorzugsweiſe des Pergamentes. a.

WV. Jahrg. 1

Die Bernd Coſteno St A. Lut lungen. Leipzig

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