Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
252
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Schwere, in den Boden einzudringen, wo immer ſich ihnen Zwiſchenräume darbieten mögen. Die Luft ſchwebt über dem Waſſer nach dem Geſetze der Schwere, wie das Waſſer nach dem gleichen Geſetze über dem ſchwereren Erdreiche ſteht. Die Stoffe im Innern der Erde ſind ſchwerer als diejenigen, welche ihre Oberfläche bilden oder dieſer nahe liegen. Alſo alle Theile der Erde ſind ange⸗ ordnet nach dem Geſetze der Schwere.

Jeder Zuſtand weiſt auf einen andern zurück, welcher ihm vorherging und den gegenwärtigen bedingte. Der nach dem Geſetze der Schwere angeordnete Zuſtand der Erde weiſt auf einen Zuſtand hin, in welchem ein unbehindertes Walten der Schwerkraft über alle Stoffe, aus welchen ſie geballt iſt, ſtattfinden konnte. So ergibt ſich die Vermu⸗ thung, daß die Stoffe, welche gegenwärtig in ihrer Zu⸗ ſammenballung den Erdball darſtellen, einſt ſich zuſammen⸗ geballt haben nach dem Geſetze der Schwere um einen ge⸗ meinſamen, gleichſam anziehenden Mittelpunkt. Iſt dieſe Vermuthung unabweisbar, ſo folgt ferner, daß alſo vor der Zuſammenballung die Stoffe der Erde in einem Zu⸗ ſtande der Zerſtreuung ſich befunden.

Ohne Zweifel war es ein ſolcher Gedankengang, welcher Kant hinführte zu der Lehre einiger Weltweiſen des griechiſchen Alterthums. Leukippos von Abdera, der Schü⸗ ler des Eleaten Parmenides, ſein Landsmann und Nach⸗ folger Demokritos und der Athener Epikur, der tiefe Den⸗ ker, welcher durch ein wunderliches Mißverſtändniß ſeiner Lehre, mit ſeinen Schülern, denEpikureern, gemeinig⸗ lich als das Urbild aller genußſüchtigen Menſchen ange⸗ ſehen und ſprichwörtlich gebrandmarkt wird, ſowie ſpäter Lueretius, der Römer, ſetzten als den urſprünglichen Zu⸗ ſtand der Natur eine allgemeine Zerſtreuung des Urſtoffes, nicht der Erde allein, ſondern aller Weltkörper. Epikur nahm als Eigenſchaft dieſes Urſtoffes eine Schwere an, welche die zerſtreuten Theilchen zum Sinken trieb, eine An⸗ nahme, welche mit Newton's allgemeiner Schwere in nicht

Novellen⸗Zeitung.

[(IV. Jahrg.

geringem Grade übereinſtimmt. Epikur nahm ferner an, daß den ſinkenden Theilchen eine gewiſſe Abweichung von der geradlinigen Bewegung des Falles eigen ſei, und daß aus der verwirrten Bewegung aller Theilchen Wirbel, alſo kreiſende Umwälzungen entſtanden ſeien, war ſchon ein Hauptſtück in der Lehre des Leukippos und Demokritos. Zu einer ganz ähnlichen Lehre gelangte Kant. Aber bei jenen alten Weltweiſen ſollte alle Ordnung, ſo wie ſie vor uns ſteht, nur ein Ergebniß des Zufalls ſein, der die

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zerſtreuten Theilchen glücklich ſo zuſammentreffen ließ, wie

ſie die Welt bilden. Nach Demokrit freilich iſt derZufall ſtets nur eine Ausflucht menſchlicher Unwiſſenheit. Epikur aber war, ſo ſagt Kant,gar ſo unverſchämt, daß er ver⸗ langte, die Theilchen wichen von ihrer geraden Bewegung im Fallen ohne alle Urſache ab, um einander begegnen zu

können. Auch leiteten jene Weltweiſe die belebten Ge⸗ ſchöpfe aus eben demſelben Zufalle ab und ſomit, wie Kant

ſagt,die Vernunft von der Unvernunft. In Kant's Lehre dagegen finden ſich, ebenfalls nach ſeinem eignen

Ausdrucke,die Stoffe an gewiſſe, nothwendige Geſetze ge⸗

bunden.

Iſt es unabweisbar anzunehmen, daß die Stoffe, welche jetzt zu Kugeln zuſammengeballt die verſchiedenen Himmelskörper bilden, einſt zerſtreut waren, ſo bietet ſich uns keine Grenze dieſer Zerſtreuung dar, und es iſt nur ein kleiner Schritt zu der unvermeidlichen Annahme, daß dieſe Zerſtreuung von einem Wandelſterne zum andern und von der Sonne bis zu dem abirrendſten Schweifſterne unſe⸗ rer Sternengruppe ſich erſtreckt und ſomit einſt gar keine Sonderung der Stoffmaſſen der verſchiedenen Geſtirne ſtattgefunden habe. Unter allen Umſtänden aber mußte eine Bewegung in irgend einer Richtung, welche in der zer⸗ ſtreuten Maſſe entſtand, durch die ganze Maſſe von Theil⸗ chen zu Theilchen ſich mittheilen und fortpflanzen, und ſo gelangte Kant auf die Herleitung der allen Geſtirnen ge⸗ meinſamen und für Newton unerklärbar gebliebenen Be⸗

dulenſer vom Monte Corona in Umbrien; 7) Ciſtercienſer; 8) Ci⸗ ſtercienſer⸗Trappiſten in Frankreich; 9) Olivetaner; 10) Sylve⸗ ſtriner; 11) Hieronymiten(in Rom in S. Onofrio auf dem Jani⸗ culus); 12) Carthäuſer(Sitz des Priors: die Grande Chartreuſe bei Grenoble); 13) Chaldäiſche Antonianer von der Congregation des h. Hormisdas in Meſopotamien; 14), 15), 16) Marontitiſche

Antonianer von der Aleppiniſchen und von der Baladitiſchen Con⸗ gregation wie von der des h. Jeſaias, am Libanon; 17) Armeniſche Antonianer vom Libanon; 18), 19) Armeniſche Benedictiner⸗An⸗ tonianer von der Mechitariſten⸗Congregation in Venedig und Wien; 20), 21), 22) Griechiſch⸗Melchitiſche Baſilianer von der

Congregation des Erlöſers wie von der Aleppiniſchen und Bala⸗ ditiſchen Congregation. Die Mönchsorden haben an ihrer Spitze meiſt Generaläbte, einige von ihnen werden durch einen Prior, einen General(z. B. die Wenn in Milwaukie gehalten hat;

einen Präſidenten(ſo die Caſſineſen), Vallombroſaner in Toscana und die Sylveſtriner) regiert. die Aebte ſelbſt nicht in Rom reſidiren, gibt es daſelbſt General⸗ procuratoren.

Die ſechste und letzte Abtheilung iſt die der Brüder oder Fratri. Zuerſt die Dominicaner(in Rom Sta. Maria ſopra Mi⸗

nerva), dann die Franciscaner in ſechs Abtheilungen und Refor⸗

men, nämlich erſt die Minori⸗Oſſervanti, die Minori⸗Oſſervanti riformati, die Alcantariner(ſpaniſche Reform), die Conventualen, die Capuciner und die Terziarier. Es folgen 3) die Auguſtiner; 4) die Auguſtiner⸗Barfüßer; 5) die Carmeliter; 6) die Carmeliter⸗ Barfüßer; 7) die Serviten(Servi di Maria, toscaniſcher Orden); 8) die Fratri della Mercede für Loskaufung der Sclaven; 9) die Trinitarier; 10) die reformirten Trinitarier; 11) die Minimi oder Paulotten, von S. Vincenz von Paola 1435 geſtiftet; 12) die

V Dichter in ſeiner ſpaßhaften BrochüreGeſchichte der

Hieronymiten von der Congregation des ſel. Petrus von Piſa;

13) die Pönitentiarier(Scalzati) und 14) die Fateben⸗Fratelli

Krankenpfleger, in Rom auf der Tiber⸗Inſel. Dieſe verſchiedenen Brüderorden haben ihre Generalmagiſter oder Generalminiſter, Generalprioren, Generalvicare oder Generale. Die Geſammtzahl der Orden und Unterabtheilungen von Orden beläuft ſich dem⸗ nach auf zweiundſechzig. A. Z.

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Literatur.

Heinrich Heine's Wirken und Streben, dargeſtellt an ſeinen Werken von Adol f(Strodtmann. Hamburg, G. C. Würger. 1857. n 3 1

Dieſes Büchlein iſt entſtanden aus Vorträgen, die der Verf vor ein paar Jahren während ſeines amerikaniſchen Aufenthalten dieſe Charakteriſtik Heines iſt kurz nach deſſen Tode in Philadelphia als Denkrede auf den Verſtor⸗ benen nochmals vorgetragen worden. Der Verfaſſer iſt eine von den abſtracten Naturen, diein der ganzen beſtehenden Lebensform eine Verworfenheit ſehen, und ſeltſam, ſolch ſittlicher Fanatis⸗ mus muß in Heinrich Heine ſeinen Abgott finden! Die Situation dieſer Anſchauung iſt wahrlich keine andere als die jener Art von⸗ Romantik, die in Cartouche und Abällino die Conſequenz des edlen Gemüthes, die Rehabilitation der Ehrlichkeit bewunderte Von den koſtbaren, unübertrefflichen ſchlechten Witzen, die der

Religion und Philoſophie in Deutſchland gemacht hat, behauptet en des Vorliegenden ganz ernſthaft,nie und von keinem Schriftſtelle

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