V. Jahrg Nr. 16.)
„Die Dame möge eintreten!“ mit dieſem erfreulichen Beſcheid öffnete er ihr die ſchweren Flügelthüren, die ſich hinter Anna ſchloſſen, während die Dienerin im Vorſaal zu⸗ rückblieb,
Der Prinz erhob ſich und ging der Eintretenden einige , ſie wna ſich Schrigritentgegen. Es war eine hohe, markige Figur, berücht t durh eine ech ze Heldengeſtalt, noch voll und kräftig; das edle I— Wie koynte Hgupt trug er ſtolz und gerade, und das dichte ſilberweiße ſe in der Todes⸗ Huar, welches es zierte, ſchien weniger durch das Alter als ich oben, wo ihr durch Sorge und Schmerz gebleicht. Es lag etwas Ehr⸗ de Water und ſurchtgebietenges und doch Mildes, Vertraueneinflößendes nachte dem Jan⸗ in der ganzen Erſcheinung; und der liebreiche Ton, mit dem te ſo herzerſchüte er ſie anredete, und die Güte, mit der er die Zitternde zu ſolchen Nomen⸗ inem Seſſel führte, ſchien nach und nach Vertrauen und ggel es aufwärts Faſſung in ihre angſterfüllte Bruſt zu pflanzen. üder zu der kie⸗ Bei dem erſten Laut ihrer Stimme zuckte der Prinz zu⸗ ngen Schmerzen ſe mmen— es war als töne ein Ruf aus längſt verklunge⸗ nd Hofnung an. nen ſeligen Zeiten an ſein Ohr. Forſchend und durch⸗
2,1 dringend richtete er ſeine Augen auf die Verſchleierte, aber
er vermochte ihre Geſichtszüge nicht zu erſpähen; doch der en Auguft, ds Klang dieſer ſüßen, weichen Stimme nahm ihn ſchon zu blsbabers aler ihren Gunſten ein. Mit der Offenheit, die in ihrer Natur te weiblice Ge⸗ geben aller Zartheit und Beſcheidenheit lag, ermuthigt 1 durch das Intereſſe, mit dem der Fürſt ihr zuzuhören ſchien,
jatte Anna den Grund ihres Kommens vorgetragen.
„In Ihrer Hand liegt es allein, gnädigſter Herr, Graf Ohlen zu retten— Sie nur können ein Zuſammen⸗ rreffen mit dem Baron Clairmont verhindern. O, Sie werden, Sie müſſen Mittel und Wege finden, Beide von inander fern zu halten, und ich bitte, ich flehe Sie an, Er⸗ barmen zu haben!“
Anna war vor ihm niedergeſunken, der Schleier war zurückgefallen, ſie hatte die Hände gefaltet und blickte mit dem feinen, ausdrucksvollen Antlitz, über das die hellen chränen ſtürzten, zu ihm auf.— Indem der Prinz ſich ſiederbeugte, die Knieende emporzuheben, ſchaute er ihr
„kürzte er von
c nicht voll, S9 rmont ſeine Hand ſmann er vermu⸗
in welcher der prechen war, der angte, ſo fanden er einen der bei fehrfurchtsvoll te, eleitete ſi RRdN, lltene Etholung ttende abweiſen, timme nich daß die Angſt usſprach, ewa
Dritte folge.
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voll und feſt in das Angeſicht.— Ein Schrei rang ſich aus ſeiner Bruſt— faſt entſetzt ſtarrte er ſie an;— gab das Grab ſeine Todten zurück, war er von einem Traum befangen? Erblühte die Blume noch einmal die einige kurze Jahre des Glückes ſein Leben geſchmückt, und die dann jählings gebrochen, durch ihren Verluſt ihn arm und einſam gemacht?(Fortſetzung folgt.)
Zur geſchichte der Erde').
II. Der Zuſtand vor der Bildung der Welt.
Die Erde iſt eine Kugel, abgeplattet zwar an ihren Polen; aber dieſe Abplattung iſt nur eine Folge ihrer Umſchwingung um ihre eigne Axe, in Folge deren der Um⸗ fang gegen die Gleicherlinie hin anſchwellen mußte. Jedes Stäubchen dieſer Kugel ſtrebt durch die Schwere ſich an ſie zu heften, ſtrebt ſelber zu ihrem Mittelpunkte hin und wird nur ſo lange an der Oberfläche, ſo fern noch vom Mittel⸗ punkte, zu verweilen gezwungen, als andere Maſſen von überwiegender Schwere, von welchen der Mittelpunkt be⸗ reits umlagert iſt, das Stäubchen hindern, zum Mittel⸗ punkte ſelbſt hinzuſinken. Ueber dem Erdboden ruhen Waſſer und Luft, und beide ſtreben, nach dem Triebe der
*) Nach: Erde und Ewigkeit. Die natürliche Geſchichte der Erde als kreiſender Entwicklungsgang im Gegenſatze zur natur⸗ widrigen Geologie der Revolutionen und Kataſtrophen. Von G. H. Otto Volger. Frankfurt a. M., Verlag von Meidinger Sohn und Comp. 1857.
— Ja werblendet Shte und rechte 4 der, ihtem
Zur Statiſtik. Der katholiſche Rlerus.
Eine Ueberſicht der gegenwärtig in der abendländiſchen Chri⸗ ſenheit beſtehenden religiöſen Orden nach ihren verſchiedenen Ein⸗ theilungen in Chorherren, vie ihrer Vorſteher, mag nicht ohne Intereſſe ſein, indem bei ſol⸗ gen, die mit dem Ordensweſen nicht näher vertraut ſind, ſo viele
Whrte, daß man Jerwechſelungen vorkommen, welche ſich durch die Menge der Un⸗ n Welb wund urbtheilungen einzelner Inſtitute leicht erklären. „treue Mutt Sechs ſind der Hauptabtheilungen des regulären Klerus. ſiner Tazt, At erſte Abtheilung wird allein durch die regulären Kanoniker atte ſie lilge Ahildet, die man die Lateraniſchen oder Canonici SS. Salvatoris loch in Ehren. Tinnt und welche einen Generalabt und einen Generalprocurator ten zu Wi⸗ bahen. In der zweiten Abtheilung ſtehen die regulären Kleriker,
4 manchem und zwar 1) Theatiner, von
Kleriker, Mönche, Brüder u. ſ. w., ſo
Generalpräpoſitus oder Präfecten oder Rector geleitet und durch ihn und einen Generalprocurator repräſentirt. Die dritte Abthei⸗ lung bilden die Congregationen zu gemeinſamem Leben, und zwar 1) die Oratorianer von S. Philipp Neris 2) die Prieſter des Ora⸗ toriums von S. Hieronymus; 3) die Doctrinarier; 4) die Miſſio⸗ narien; 5) die frommen Werkleute(Pii Operarii); 6) die Miſſio⸗ narien des heil. Blutes; 7) die Oblati der unbefleckten Jungfrau; 8) die Rosminianer der göttlichen Liebe, das neueſte religiöſe In⸗ ſtitut, von dem frommen Prieſter und Philofophen Antonio Ros⸗ mini in der Lombardei geſtiftet. Dieſe Congregationen haben entweder einen Decan oder Superior oder Director oder, Gene⸗ ralſuperior, die aber nicht alle in Rom reſidiren. Es folgt die vierte Abtheilung, die der religiöſen Congregationen, welche den beiden letzten Jahrhunderten angehören, nämlich die Paſſioniſten (in Toscana am Monte Argentaro bei Orbetello, in Rom auf dem
. ¹uſs zwar 1) Theatin S. Cajetan von Tiene im Jahr 1524 Cälius), die Redemtoriſten(in Rom auf dem Esquilin bei Sta. ba ger Todten⸗ gſtiftet; 2) Barnabiten oder Kleriker des h. Paul; 3) Somaschi Maria Maggiore) und die Brüder der chriſtlichen Schulen(Frères nader fronmen olet Kleriker des h. Majolus; 4) Jeſuiten; 5) Chierici minori, Ignorantins), franzöſiſchen Urſprungs.
65 pflanzte ihn din drei Edelleuten aus Genua und Neapel, Giovanni Agoſtino Die meiſten Orden reihen ſich in die fünfte Abtheilung, die
uagen Aborno und Agoſtino und Francesco Caracciolo 1588 geſtiftet; Mönche(Monaci), ein— eine Bezeichnung, deren man ſich im ge⸗
ge Mal gemal 1 entenpfleer(linistri infirmorum) von S. Johannes de wöhnlichen Leben zu oft zur Bezeichnung von Kloſtergeiſtlichen
I neiſtets deSeo; 7) Kleriker der Mutter Gottes, geſtiftet von Giovanni Leo⸗ im Allgemeinen bedient, während ſie nur eine Specialität, aber
marbalg il ddi aus Decimo im Lucca ſchen, 1595; 8) Scolopi oder delle freilich die älteſte und bedeutendſte, wenngleich heute der Zahl nach
alte ſem Bih hlole pie, von S. Joſeph Calaſanzio in der zweiten Hälfte des nicht mehr die bervorragendſte derſelben ſind. Verſchiedene dieſer
„Palings v 8 Jahrhunderts füͤr den Unterricht, vorzugsweiſe der untern monaſtiſchen Orden ſind orientaliſchen Urſprungs, aber in die
Wudt Wan o 6 gaſſen, geſtiftet. Alle dieſe Kleriker⸗Inſtitute, welche religiöſe abendländiſche Kirche aufgenommen. Sie ſind folgende: 1) Baſi⸗
1 zmmunitäten mit Gelübden bilden, die ſich entweder dem Unter⸗ lianer; 2) Benedictiner von Monte Caſſino; 3) Camaldulenſer
ſict oder der Krankenpflege oder den Miſſionen und andern(von Sanct Romuald); 4) Vallombroſaner(von S. Johann
fummen und wohlthätigen Werken widmen, werden durch einen Gualbert); 5) Camaldulenſer Eremiten in Toscana; 6) Tamal⸗ —QO-——OQ———Oñj/X—QNꝗ—yJyPꝗyBPBBON—————O———————QO—:˖nnnAn:n—
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