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Bangen mehr; erz durchdrang, nden Norgen⸗ raufzog, waren —. Komme was in alle Cwig⸗ uand, der feucht⸗ eraugen. a, das kluge, augen alles er⸗ aren, ihr ſüßes, iin, da war ſie jeden Moment hörte und doch der Tropfen in unſäglich ihr über ſich ſelbſt te ihre Zauber⸗
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ſie noch länger den Menſchen⸗ ſchützte die Ge⸗
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tete ſich die Verwirrung— jetzt wieder trat ein neues Hin⸗ derniß entgegen. Sein Auge blickte ſpöttiſch, als er be⸗ merkte, wodurch von Neuem der Aufenthalt verurſacht wurde. Florita am Arme des Barons Clairmont ſtand, wie es ſchien abſichtlich weilend— denn ſie war dem Aus⸗ gange viel näher— und die Menge drängte ſich gaffend um die Gefeierte, ſie einmal in der Nähe zu ſehen. Ein neuer Andrang brachte die beiden Parteien dichter zuſam⸗ men und führte Ohlen in eine Richtung, in welcher der
Zugwind ſeine Begleiterin traf. Feſter zog er die weiche,
warme Hülle um ſie, und als ihm endlich eine freiere Be⸗ wegung geſtattet war, warf er ſeinen Mantel ſchnell auf den Boden, daß die Kälte der Steinſtufen der Geliebten nicht ſchädlich werde.
„Nein, mein Graf Ohlen, nimmermehr“— rief Anna ſich gegen die Vorſorglichkeit ſträubend und in ihrem Eifer ganz gegen ihre Gewohnheit ziemlich laut ſprechend.
Bei dem erſten Ton dieſer Stimme, die ſo ungewöhn⸗ lich weich und klangvoll war, wandte Florita ſich um. Ihre Augen hafteten an dem Geſicht des jungen Mädchens, das — aus der Umhüllung eines reichen, ſchwarzen Spitzen⸗ ſchleiers, welcher anmuthig über das Haupt geworfen war, und von den goldigen Locken eingefaßt— wie ein Engels⸗ kopf aus einem dunklen Rahmen hervorblickte.
Wie von einem elektriſchen Schlage berührt, drängte Florita ſich vorwärts, und ihre Hand auf Anna's Arm legend, rief ſie mit einer Stimme, in der Staunen und Freude ſich auf eine meiſterhafte Art miſchte:
„Angela! kleine, ſüße Angela, endlich finde ich Dich wieder! Deine liebe Stimme kam mir ſo bekannt vor, und nun ich mich umwende, da ſchaut gerade das blonde Köpf⸗ chen aus dem Umhang hervor, da blicken dieſelben dunklen Kinderaugen nach mir wie damals, als Du im Circus die Menge entzückteſt. Du haſt Dich wenig verändert, Angela. Haſt Du Dich von dem Kummer über den Tod Deines ſchönen Freundes Stanislaus nun ganz erholt? Nach
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Deinem Ausſehen zu urtheilen iſt jede Spur davon ver⸗ wiſcht und der Schmerz ohne Nachtheil für Deine Schön⸗ heit geblieben. Ich mußte Dich ja gleich erkennen, Du ſiehſt faſt noch ſo aus wie damals— ein Anderes iſt's mit mir, mich hätteſt Du wohl kaum wieder erkannt, nicht die braune, wilde Fanny,„den unnützen Buben,“ wie ſie Alle mich nannten, unter Florita geſucht?“
Die Angeredete war jählings zuſammen gezuckt, ſprach⸗ los und bleich ſtarrte ſie auf die Sprechende; verwirrt und geängſtigt durch die Aufmerkſamkeit, mit welcher die Um⸗ ſtehenden ſie betrachteten, ſchien die Erinnerung ſie noch mehr zu verlaſſen.— Wie hätte ſie auch in dieſer pracht⸗ vollen Schönheit jenes hagere, halberwachſene Mädchen er⸗ kennen ſollen, wie vermuthen können, daß Fanny, die man nur ihrer Kühnheit wegen im Cireus duldete, ſich je zu der Höhe des Ruhmes aufſchwingen würde, auf der ſie jetzt ſtand?— O, wie hätte ſie jemals geahnt und gefürchtet, daß eine ſchonungsloſe Hand den Schleier, der das Da⸗ mals verhüllte, zerreißen würde, das Damals, welches ſelbſt für ſie faſt in Nebel zerfloſſen war!
Die Anrede von Florita geſchah ſo ſchnell, das Ganze war ſo überraſchend, daß noch keiner der Näherbetheiligten einen Schritt gethan, ein Wort geſprochen hatte. Plötzlich jedoch ſtieß Ohlen Florita's Hand, die noch immer auf dem Arme ſeiner Begleiterin ruhte, zurück, und indem Beider Augen, ſich aufeinander richtend, Blitze ſprühten, ſprang Clairmont hinzu und rief mit einer meiſterhaft geſpielten Erſchrockenheit:„Florita, was thun Sie, welche ſeltſame Aehnlichkeit hat Sie betrogen? Sie irren ſich, dieſe Dame iſt die Gräfin Anna Lindau!“
„Gräfin Lindau?“ rief Florita—„iſt ſie ſo vornehm geworden? Angela iſt's,„das Engelchen,“ mit der ich hun⸗ derte von Malen im Circus getanzt. Wenn ſie aber zu ſtolz geworden und ſich der Genoſſin ſchämt, dann bedauere ich, hingeriſſen durch die Freude des Wiederſehens, mich ihr genaht zu haben.“
jener Stein, deſſen mildes Li derſteht für die Ewigkeit. Eben als der hübſche Wanderburſch ſein Liedchen beendet, lieb er vor einem ho wunderung. Es ſah ein weni auf dem Dach war ein Thürm auch Erker genannt, war aus
cht die Seele verräth, die zu lieben
lein errichtet und ein zierlicher Chor, dem erſten Stockwerk herausgebaut, und unten, an der ſchweren dunklen Hausthür, ſah man viel kunſt⸗ glles Schnitzwerk. Das erinnerte den fremden Geſellen an die ſibe Heimath, an die traulichen Häuſer von Bamberg und Nürn⸗ berg, von wannen er eben kam, und das Herz ging ihm ordentlich alf in tiefer, tiefer Sehnſucht, und er dachte an Vater, Mutter und Schweſterlein, die er daheim gelaſſen und nun ſo lange, lange Fiit nicht wiederſehen ſollte. Da öffnete ſich oben im Erker das mittelſte Fenſter, und ein blondes Mägdlein ſchaute heraus und ſeigte ſich über die Blumen. Ein halbes Kind, wohl kaum 13 Jahre ih, ſchien ſie mit den Knospen und Blättern gar eifrig zu reden. Die Levkoyen, der Rosmarin und Goldlack, die da ſtanden, moch⸗ ten durſtig ſein: das Kind hob einen Krug mühſam in die Höhe, uls wolle es die Blumen begießen. Sie war aber wohl noch zu lein, um mit der ſchweren Laſt hinaufzureichen, und darum trug ſe erſt vorſichtig ein Bänklein herbei, ſtieg hinauf und nun ſtand ſegroß und frei im Fenſter, und der fremde Geſell, der unver⸗ ſandt zu ihr hinſah, konnte faſt die ganze liebliche 2 dchengeſtalt iberſchauen. Ein rothes Kleid trug ſiemit ſchwalllm Sammet angefaßt, die Falten waren an die ſchlanken Hüften in die Höhe gaafft, und da hing an zierlicher ſilberner Kette ein Täſchlein kerab. Die Aermel ſchloſſen ſanft um den runden Arm und bauſch⸗ tin ſich nur an dem Ellenbogen. Um den Hals lag ein ſauber ge⸗
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hen Erkerhauſe ſtehen, wie in maßloſer Ver⸗ g vornehmer aus als die übrigen,
fälteltes weißes Tuch und auf dem Kopf trug das Kind ein kleines ſchwarzſammetnes Häubchen, das in einer tiefen Schneppe nieder⸗ ging bis an die ſchöne reine Stirn. Blonde Locken fielen darunter hervor bis auf die Schultern und wehten in das ſüße Geſicht, wenn ſie ſich vorwärts neigte. Sie goß und goß,— die Blumen mußten über die Maßen durſtig ſein! Ob ſie wohl den jungen
Mann ſah, der da unten ſtand und ſo glückſelig lächelte?— Ihm war zu Muth als kehre er nach Haus zurück und droben ſtuͤnde ſein Schweſterlein und rief' ihm„willkommen!“
Die Blumen hatten längſt genug getrunken und hätten gern ⸗danke“ geſagt, das Waſſer floß aber immer noch über ſie hin. Das machte, ihre Pflegerin hatte ihre großen dunklen Augen von ihnen weggewandt, ſie ſah hinab auf die Straße. Was war nur da zu ſehen? Das Waſſer lief aus den Scherben an der Mauer des Hauſes herab,— endlich war der Krug leer. Aber die armen Zlumen hatten deshalb doch noch keine Ruh. Es gab heute ſo vielerlei zu binden, zu biegen, zu rücken, zu ſchieben wie noch nie,
und der Roſenſtock in der Mitte, mit vielen Knospen, mußte ſo genau beſehen werden! Endlich hob das Mägdlein ihn gar in die Höhe, um ihn an einen andern Platz zu ſtellen; der Topf war V aber ſchwerer als ſie gedacht, die Krone ſchwankte, das Bänkchen V auch, die kleinen Kinderhände öffneten ſich unwillkürlich, der Ro⸗
ſenſtock ſtürzte hinab. Ein heller Schrei begleitete ihn, ach! ſeine Pflegerin wäre faſt ſelber hinabgeſtürzt vor Schreck und Kummer. Unten aber war ſchneller als ein Gedanke der junge Geſell herzu⸗ geſprungen und hatte mit wunderbarer Geſchicklichkeit den fallen⸗ den Roſenſtrauch aufgefangen. Freilich harte ihm der Scherben die Stirn blutig geritzt, auch die linke Hand aufgeſchlagen; aber er merkte es kaum und itrat ſo ſtolz und frohblickend ins Haus,


