Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
242
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Palmen des Friedens.

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[IV

Ferdinand Stolle.

Wenn eine Mutter betet für ihr Rind

Der reinſte Ton, der durch das Weltall klingt, Der reinſte Strahl, der zu dem Himmel dringt,

Die heiligſte der Blumen, die da blüht, Die beiligſte der Flammen, die da glüht, Ihr findet ſie allein, wo, fromm geſinnt, Still eine Mutter betet für ihr Kind.

Der Thränen werden viele hier geweint,

So lange uns des Lebens Sonne ſcheint;

Und mancher Engel, er iſt auserwählt,

Auf daß er unſre ſtillen Thränen zählt

Doch aller Thränen heiligſte, ſie rinnt, Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

O ſchaut das Hüttchen dorten, ſtill und klein, Nur matt erhellt von einer Lampe Schein,

Es ſieht ſo trüb, ſo arm, ſo öde aus,

Und gleichwohl iſt's ein kleines Gotteshaus,

Denn drinnen betet, fromm geſinnt, Still eine Mutter für ihr Kind.

O nennt getroſt es einen ſchönen Wahn, Weil nimmer es des Leibes Augen ſah'n, Ich laſſe mir die Botſchaft rauben nicht,

Die Himmelsbotſchaft, welche zu uns ſpricht:

Daß Engel Gottes ſtets verſammelt ſind, Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

Der Frühling iſt ein alter greis

Der Frühling iſt ein alter Greis, Mit Locken ſchnee⸗ und ſilberweiß, Zählt tauſend Jahr und drüber; Doch hat er ein Herz von Liebe ſich Bewahret unveränderlich; Und wen er liebt und wen er küßt, Des Frühlings Alter bald vergißt.

Rennſt du das zarte Spiel der Saiten

Kennſt du das zarte Spiel der Saiten,

Vom Himmelsvater ſelbſt beſpannt, Harmoniſch ewig fort zu tönen? Zwei Saiten ſind genug dazu.

Und wenn die eine Saite klaget, So weint die andre Schweſter mit; Und wie im Leid, ſo in der Freude Die eine in der andern lebt.

Und wie in einem Augenblicke Die beiden Saiten einſt beſpannt, So ſtirbt die eine, und die andre Folgt ſterbend der Geliebten bald.

Doch mögen auch die Saiten ſpringen, Was ſie vereint, währt ewig fort; Das Saitenſpiel gehört der Erde, Die Harmonie dem Himmel an.

Verwaiſtes Rind, du CThränenbild

Verwaiſtes Kind, du Thränenbild, Du Blume ſtummer Schmerzen, Ich ſchau' dich, da bricht weherfüllt Dies Lied aus meinem Herzen.

Verwaiſtes Kind, an Thränen reich, Doch arm, blutarm an Freuden, Du Blüthenſchmuck⸗beraubter Zweig In goldnen Frühlingszeiten.

Und tauſend Bäumchen um dich her, Die blüh'n in frohem Triebe,

Denn über ihnen ſegenſchwer

Ruht ja die Elternliebe.

O Elternliebe, ſelig Wort,

Du Schatz von tauſend Schätzen, Ihr armen, blaſſen Kleinen dort, Wer kann euch den erſetzen?

Was will das Sehnen in der Bruſt, Die unbekannten Triebe? Ach, Aermſte, es zieht unbewußt Euch hin zur Elternliebe.

Doch, weh', vergebens klopft ihr an, Das einz'ge Herz von allen,

Das euch die Antwort geben kann, Iſt längſt in Staub zerfallen.

O Thränen netzen mein Geſicht,

Ihr armen, armen Kleinen, Vergelten kann ein Menſch euch nicht, Er kann euch nur beweinen.

Die Blüthen brach des Vaters Hand Aus eurem jungen Leben,

Um ſie euch einſt im Sternenland Verklärt zurück zu geben.

Auf ihn vertraut und weint mir nicht, Ein Vater muß euch lohnen

Dort oben, wo im Sternenlicht

Die Elternherzen wohnen.

Eine Mitgabe auf des Lebens Pilgerreiſe. Dichtungen von Ferdinand Stolle. Leipzig, Magazin für Literatur. 1858.

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