Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
213
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1g. Nr. 14.] Dritte folge. 21³ eDie Philadelphier? fragte Napoleon zögernd und Stimme.Die nſichtbaren werden Dich ſtrafen und hat faſt ſchüchtern.Ich kenne ſie nicht! Dich richten, wennDu nicht eilſt ſie zu verſöhnen! Du Du kennſt ſie, ſagte die Erſcheinung feierlich,Du haſt vergeſſen, daß du unter dem Joch der Philadelphier Zweifel kennſt ſie und Du weißt, daß die Unſichtbaren über Dir ſtehſt; der Kaiſer Naoleon glaubt die Macht zu haben, mit Deiner wachen und Dich ſtrafen werden, weil Du Deinen Schwur dem Blut der unter'chten Völker die Worte des heiligen denni gebrochen haſt! Schwures auszulöſeen, den einſt der General Bonaparte

Ich weiß von keinem Schwur! im Walde von Fontanebleau den Philadelphiern gethan! Wehe Dir, wenn Du ihn vergeſſen haſt! Ich will ihnUnd ich habe de Macht dazu! rief Napoleon ſtolz. Dir wiederholen! Im Walde von Fontainebleau im JahrIch ſtrecke den Armüber Europa hin, und es beugt ſich 1789 war es, wo Du in der Verſammlung der Brüder er⸗ vor mir in den Stapb⸗ derben! ſchienſt und um Aufnahme bateſt. Im Walde von Fon⸗Aber die Phüladelphier werden Deinen Arm zer⸗ natelt tainebleau war es, wo die Philadelphier Dich aufnahmen brechen und Deine Krone in Staub verwandeln, wenn

re 3 eine So 3 S 2a orſ 9 rof 3 Lrſ Vlut in ihren Bund und Deinen Schwur vernahmen. Soll ich Du nicht eilſt ſie ſu verſöhnen, rief die Erſcheinung. Glück Dir dieſen Schwur wiederholen?Kehre um, denn nſch iſt es Zeit. Gehe heim nach Frank⸗

Thue es, wenn Du es kannſt!

Du ſchwurſt, daß niemals ein freier Mann wieder Kö⸗

reich, entſage dem Krieg und den Eroberungen; Frankreich will den Krieg nich! mehr, es verwünſcht den Tyrannen,

3. chre uigen gehorchen ſolle, Du ſchwurſt: Tod den Tyrannen, der ihm und Europa den Frieden verweigert. Kehre um, oönen, unter welchem Titel und in welcher Eigenſchaft ſie ſich auch genug des Bluts iſt vogoſſen worden! Schwöre in dieſer Ab⸗ darſtellen möchten. Stunde mit einem heiligen Eide, daß Du Deinem Ehr⸗ 4Das war die Schwuresformel jedes Clubs und je⸗ geiz entſagen, daß Du nicht fortſchreiten willſt auf der der geheimen Geſellſchaft jener Zeit, rief Napoleon ver⸗ Bahn der Verbrechen und des Bluts. Schwöre, daß Du n ächtlich. heimkehren willſt nach Frankreich, morgen ſchon! niAber die Philadelphier forderten von Dir einen an⸗Nimmermehr! rief Napoleon heftig und zorn⸗ . dern, ſchriftlichen Eid. Daher Eid lautete:Ich willige glühend. n f dem e un, daß man mir oMs Leben nimmt, wenn ich michSchwöre, daß Du umkehrſt, oder ich erwürge Dich! 5 jemals mi⸗ eu Königthum verſöhne. Um zu ſeiner Aus⸗ ſchrie die Erſcheinung.Ich erwürge Dich, wie man den 8 rottung in Europa beizutragen, will ich Feuer und Schwert Wolf erwürgt, der die unſchuldigen Lämmer zerreißt. 5 gebrauchen, will ich, wenn die Geſellſchaft, der ich ange⸗ V Schwöre, daß Du umkehrſt! hila⸗ höre, es von mir fordert, ſelbſt das Theuerſte, was ich be⸗Nein, nein, und abermals nein! ſitze, opfern. Du ſchriebſt den Eid, und unterzeichne⸗Ah, Du ſchwörſt nicht, Du willſt alſo ſterben! Bläſſe teſt Deinen Namen mit Deinem Blut. ſchrie die Erſcheinung, und mit einem einzigen Syrund⸗ orherEs iſt wahr, ich that das! murmelte Napoleon.Ich war ſie an des Kaiſers Seite, packte ihn mit eiſernen ut⸗ war ein Thor, der, wie alle Andern, von der Möglichkeit Fäuſten und warf ihn auf den Lehnſtuhl nieder.Du s ſtarrt der Republik träumte. willſt alſo ſterben! wiederholte ſie, mit einer wilden Bewe⸗ der⸗Du warſt ein Gläubiger und Du biſt ein Abtrün⸗ gung den ſchwarzen Schleier von ihrem Haupt reißend en! rief die Erſcheinung mit drohender und ihr Antlitz unverhüllt zeigend. Dieſes Antlitz war 5 8

Und dies iſt meine Welt! Das Werde! Ich rief's in den gewalt'gen Streit. Woher das Wort? Wie heißt's, das Erde Und Himmel neu ſchafft allezeit? Vom Himmel einmal klang es nieder 6 Und liegt in jeder Menſchenbruſt; Und da nur einmal klingt es wieder, Weckt eine Welt voll Leid und Luſt. Vaten Als German geendet, ſah er ſich ſtolz um; er hatte das aufgerichtet und ſein Auge glühte. Das Gedicht enthält einige ſchöne Gedanken, ſaß Hans, da der Freund ein Urtheil zu erwarten ſchien. Einige ſchöne Gedanken? wiederholte German, u Lippen zogen ſich verächtlich zuſammen.Ich glaube, fügt zu,es enthält eine Fülle von Gedanken. Ueber die Ein will ich nicht reden, aber mir ſcheint, Sie haben nicht ei Totalanſchauung gefaßt.. Doch, entgegnete Hans,Sie ſchildern das Dichters, zu dem ihn die Liebe begeiſtert. Allerdings, antwortete German;aber in dieſen liegt noch mehr. Ich will Ihnen nur einige Andeutungen geb

Sche

ſchen Naturphiloſophie angedeutet, welche wieder der bibliſchen Schöpfungsgeſchichte ziemlich analog iſt. Letztere iſt charakteriſirt durchdas Schweben des Geiſtes über der Tiefe. Einen Begriff der neueren, d. h. der Schelling'ſchen Philoſophie der letzten Pe⸗ riode habe ich in dem einen WorteUrnacht zu geben verſucht.

Herr Hans hörte lächelnd zu.

Das Schaffen des Dichters, fuhr German fort,entſpricht genau dem Proceß der Erdbildung. Das von der Liebe noch nicht ergriffene Gemüth gleicht dem Chaos in ſeiner Wüſte und Leere.

pt Der Geiſt des Dichters ſchwebt über dem Stoff und zwingt ihn 8 Form und Bildung anzunehmen. So ſchafft er ſeine Welt aus der rudis indigestaque moles des Stoffes.

err Alſo auch Anklänge an Ovid? bemerkte Herr Hans. ineJa, ſagte German.Und wie mannigfaltig ſind die Be⸗

ſin- ziehungen zu der Philoſophie unſerer Zeit! In den Worten:und

iten dies iſt meine Welt, ich riefs, kündigt ſich das Selbſtbewußtſein

die als ein ſchö Feriſches an. Hier haben Sie den Kerngedanken des

Fichte'ſcherHegel'ſchen Syſtems. Dasich riefs erinnert

des ſogleich an ſte und ſein abſolutes Ich; Hegel's dialektiſche

Gedanken! ung, nach welcher Gott die Welt als ein Anderes

dicht ſetzt, um i em Anderen ſich ſelbſt zu wiſſen, ſpiegelt ſich in Das den Wort neine Welt.

Schöpfungswort iſt Liebe. Jede Liebe ſchließt eine Wel f;TIh nie iſt treffend, ſagte Herr Hans,und jetzt erſt dieſe Welt bildet ſich durch Kampf. Die entfeſſelten Kräfte wird mir Sedicht verſtändlich. men, die gröberen Stoffe ſinken zu Boden, die edleren vereinNo erſetzte German,ich meine im Ernſt, was ich ſage. ſich in Klarheit und geiſtiger Schöne. Die Feuerkraft des entbu Das iſt, Hdichtung, die ſich in wonneſeligen, unklaren Empfin⸗ denen Geiſtes durchdringt lebensvoll die Gebilde. Dies ſind di agen der Geiſtides wahren Dichters erfaßt und durch⸗ Elemente ſo ziemlich jeder Naturphiloſophie; durch das Wort at d ze Welt. Ich habe verſucht in dieſem Gedichte Chaos im erſten Vers iſt die Vorſtellung der ſpeciellen griechi⸗ ich der geſammten Weltanſchauung zum Ausdru