Novellen
Napoleon und die weiße Frau.
r, ruht,
1 Von
dir L. Mühlbach.
dir.
zier!——
nI. Napoleon und die weiße Frau. nenrwelh(Schluß.)
Noch lange, nachdem die Beiden das Gemach verlaſ— ſen hatten, ging der Kaiſer, die Hände auf dem Rücken ge⸗ faltet, langſam in dem Gemach auf und ab. Seine Stirn war bewölkt, ſein Antlitz bleich und finſter.— Einmal
ühn ſtand er vor dem Kamin ſtill und ſtarrte düſter in die zu⸗
ſammenſinkenden Gluthen.„Alberne Ammenmärchen, an die kein Vernünftiger glaubt,“ murmelte er,—„aber die dennoch zuweilen in Erfüllung gehen,“ fügte er leiſer hinzu.„Hatte man Joſephinen nicht prophezeit, daß ſie Kaiſerin werden, und daß nicht der Tod, ſondern eine Frau ſie vom Throne ſtoßen würde? Die Prophezeiung hat ſich erfüllt! Arme Joſe ine! Ich habe Dich verlaſſen müſſen, und in Deinem ei nen Schloſſe Malmaiſon beteſt Du dennoch vielleicht dieſer Stunde für mich, weil Du weißt, daß ich ne Gefahren entgegengehe! Arme Jo⸗ ſennine Du warſt ein Engel, und ſeit Du nicht mehr an 1 gleichviel,“ unterbrach ſich der Kaiſer haſtip, wil lafen gehen!“
Enat ein Schritte nach der Thür hin, die zu ſeine chlafzim führte, in welchem Rouſtan und Con⸗ ſtay aer harrte ann blieb er ſtehen.
zein,“ ſagte„ich will erſt meine Schlachtordnung 3 dce bringen und mit dem Kaiſer Alexander den Ver⸗ ungskampf ſchlagen!“
Haſtigen Schrittes kehrte er wieder zu dem Tiſch mit
a Karten zurück und ließ ſich wieder auf dem Lehnſtuhl ieder.
Tiefe Stille herrſchte jetzt wieder in dem weiten Ge— mach. Die ſchon faſt herabgebrannten Kerzen brannten düſter und trübe, das zuſammenfallende Feuer im Kamin kniſterte zuweilen hoch auf, und dann tieſer in ſich zuſam⸗ menſinkend warf es ſeinen dunkelrothen Schein über das eherne Antlitz des Kaiſers, der, über die Karte gelehnt, un⸗ beweglich und ſchweigend da ſaß. Vielleicht war es die Sitze des Kamins oder die tiefe Stille um ihn her, welche den Kaiſer einſchläferte. Er lehnte ſein Haupt zurück in bt. 4 Fil ſein flammendes Auge ſchloß ſich. Der Kaiſer ſchlief.
Das Feuer im Kamin ſank tiefer zuſammen, die Lichter brannten trübe und düſter und waren im Erlöſchen be⸗ giffen. 3
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Der Kaiſer ſchlief, aber ſein Schlaf war kein ruhiger und ſanfter, und die im Wachen ſo unbeweglichen und eher⸗ nen Züge waren jetzt im Schlaf heftig bewegt und zuckten in wechſelnden Empfindungen.
Einmal rief er mit lauter zärtlicher Stimme:„Mein Vater! kommſt Du endlich einmal zu mir? O, ſei will⸗ kommen, mein Vater!“
Und ein freudiger Schein flog über das Antlitz des Schlummernden hin. Aber er verblaßte bald wieder, und das Antlitz des Kaiſers war finſter und ſeine Lippen zuck⸗ ten vor Zorn.
„Nein, nein,“ ſagte er mit ſchwerer, vom Schlaf ge⸗ feſſelter Zunge,„nein, mein Vater, Du irrſt; nicht den wechſelnden Jahreszeiten gleicht mein Glück, nicht ſtehe ich ſchon im Herbſt, wo die Früchte abfallen und der Winter kommt. Mein Glück iſt von Eiſen und wird nicht zu⸗ ſammenbrechen.“
Wieder ſchwieg er, und ſein Antlitz nahm den Aus⸗ druck eines Horchenden, Aufmerkenden an.
„Nein!“ rief er dann mit lauter Stimme,„Du ſagſt, meine Familie wird mich treulos verlaſſen und mir im Un⸗ glück mit Undank lohnen? Nein, das iſt unmöglich, ich habe ſie mit Wohlthaten überhäuft, ich—“
Er ſchwieg und ſchien wieder zu hören.„Ach,“ rief er nach einer Pauſe, heftig emporfahrend,„das iſt zu viel! Ganz Europa vermag nicht mich zu ſtürzen. Mein Name gebietet dem Schickſal!“
Und geweckt vielleicht von der Gewalt ſeiner eigenen Stimme, ſchlug der Kaiſer die Augen auf und ſchaute mit einem langen, düſtern Blick umher.
„Ach,“ ſagte er, ſich die Hand an die feuchte Stirn legend,„welch ein fürchterlicher Traum war dies! Mein Vater ſtand vor mir und verkündete mir die Zukunft. Er prophezeite mir Unheil und Verderben! Er warnte mich vor meinen Verwandten, vor der Undankbarkeit meiner Marſchälle! Zum zweiten Male kommt mir dieſe Prophe⸗ zeiung, und wie ich meinen Vater jetzt im Traum gehört und geſehen, ſo ſprach die alte Zauberin zu mir bei den Pyramiden Egyptens“—— Und der Kaiſer, tiefer in ſich ſelber verſinkend, murmelte leiſe vor ſich hiche„Du wirſt zwei Frauen haben, ſagte mir die egypti Baube⸗ rin, eine von ihnen wirſt Du ungerecht verſ⸗ wird die erſte ſein. Die zweite wird Digz 4 aber mit ihr beginnt dennoch Du aufhören glücklich unzan Hoffnungen werden Di verjagt der z
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