Mitglied ſen von Familie
Und nun
dern,“
Nr. Dritte
ciere ſtürzten hinein; das Bett des Generals, das Abends,
als er ſchlafen ging, an der Wand geſtanden, befand ſich jetzt mitten im Zimmer, war umgeſtürzt, und unter dem⸗ ſelben lag der General im völlig bewußtloſen Zuſtand. Man zog ihn hervor, der herbeigerufene Arzt ließ ihm zur Ader und gab ihm, als der General erwachte, ein nieder⸗ ſchlagendes Pulver ein. Der General erzählte aber, die
weiße Frau ſei ihm erſchienen, und ſie habe ihn erwürgen Im Ringen mit ihr ſei ſein Bett umgefallen, und
wollen. im letzten Todeskampf habe er um Hülfe geſchrieen. Er beſchrieb ganz genau Geſicht, Figur und Augen der Er⸗ ſcheinung, die er geſehen, und ich mußte ihn auf ſein aus⸗ drückliches Begehr zu dem Bilde der weißen Frau führen. Als er es ſah, ward er leichenblaß und ſank faſt in die Kniee, indem er ſtammelte:„Das iſt ſie! Grade ſo iſt ſie mir er⸗ ſchienen! Ihr Erſcheinen verkündigt mir ohne Zweifel mei⸗ nen baldigen Tod!“— Seine Officiere ſuchten es ihm auszureden, aber er beharrte bei ſeiner Ueberzeugung und verließ in ſelbiger Nacht noch das Schloß, um in der kleinen fürſtlichen Villa Fantaiſie ſein Quartier zu nehmen. Am andern Morgen aber ſandte General d'Espagne ein ganzes Detachement Soldaten hierher, und die mußten un⸗ ter der Aufſicht ihrer Officiere das Tafelwerk des Fußbo⸗ dens aufnehmen und die Wandtapeten ablöſen, um zu
folge.
unterſuchen, ob Verſenkungen oder verborgene Eingänge vorhanden wären. Sie fanden aber nichts, denn die weiße
Frau bedarf keiner Theatermaſchinerie, ſie geht wohin ſie will, und vor ihr öffnen ſich die Wände und die verſchloſ— ſenen Thüren. Dem Grafen d'Espagne aber war das unheimlich. Er verließ ſchon am andern Tag Baireuth, und als er durch das Thor aus der Stadt hinaus ritt, ſagte er:„Hier in Baireuth habe ich meine Todtenglocke läuten hören. Ich werde bald ſterben!“
„Und er ſtarb wirklich bald darauf, denn er fiel in der
Schlacht von Aspern,“ ſagte Napoleon leiſe vor ſich hin,
mit düſtern Blicken in das Kaminfeuer ſtarrend.
Eine Pauſe trat ein; dann auf einmal ſchreckte der Kaiſer empor und ſtand auf.„Es iſt gut,“ ſagte er. „Gehen Sie! Ihre Geſchichte von der weißen Frau war recht unterhaltend. Hoffentlich wird ſie jetzt ruhig bleiben Gehen Sie! Auch Du, Rouſton! Ich werde ruhen!“
(Schluß folgt.)
Zedicht von Carl Zeheſein.
König Damel.
Ihr ſingt vom Kaiſer Napoleon,
Von Alexanders Ruhme—
Der Helden gab es viele ſchon
Im Chriſt- und Heidenthume;
So öffnet willig Herz und Ohr, Vernehmt, was Damel that, der Mohr!
Abulkader hat zu Damel geſandt
Zwei Meſſer, ſcharf zu ſchneiden:
„Mit dem einen ſcher' ich eigner Hand
Das Haar den bekehrten Heiden;
So ihr nicht an den Propheten glaubt,
Das andre ſchneidet euch Hals und Haupt!“
Drauf König Damel kurz und ſchlicht Im Rathe ſeiner Krieger:
„Sagt eurem Gebieter, wir wählen nicht, Er komme denn als Sieger!
Sagt ihm, ſo ſchwört der Jalofs Schaar, Wir wahren Beides, Haupt und Haar!“ „Hinauf! Hinan! die Trommel gerührt!
Was trutzet der elende Heide! Ihr Meſſer habt nur Reden geführt;
compagnien, wie auch mit Feſtungsarreſten und Schanzbau, end⸗ lich mit der Verurtheilung zum Tode beſtraft; die franzöſiſchen Kriegsgerichte ſind ebenfalls in ihren Aburtheilungen ungleich ſtrenger wie die meiſten anderer, insbeſondere deutſcher Armeen.
Die Haltung des franzöſiſchen Soldaten außer Dienſt egen ſeinen Officier iſt rein auf die Achtung baſirt, die derſelbe ih bei ſeinen Untergebenen zu verſchaffen gewußt, im übrigen erkennt er
den von ihm gewählten Stoff nicht für einen günſtigen Vorwurf
nur den ihm im Dienſte befehlenden Vorgeſetzten in ihm und
bewegt ſich ungezwungener dieſem gegenüber, als dies unſere Augen gerade gewöhnt ſind; beſonders vor dem Feinde ſoll hier die Liebe oder Abneigung des Untergebenen ſchroff und unverhohlen hervortreten.
Die Haltung der Truppe beim Marſche oder Defiliren iſt ziemlich bequem, faſt nachläſſig, auf der Wache ſtebt der franzö⸗ ſiſche Soldat mit dem Gewehre beim Fuß und leiſtet nur vom Stabsofficier aufwärts Ehrenbezeigungen.
Die Stellung des
Gewehres beim Fuß hat die Zweckmäßigkeit einer größern Scho⸗
nung des Mannes für ſich und gibt ihm zugleich ein weniger ſteifes Anſehen, als es ſonſt gewöhnlich der Fall iſt.
Gewandtheit und
Beweglichkeit erkennt man an jedem franzöſiſchen Soldaten und ſie ſollen ſich insbeſondere bei den leichten Truppen und in der
zerſtreuten Fechtart bewähren.
Literatur.
Jacopo Foscari. Dichtung von Albert Piſtorius.
2 Cöthen, Druck und Verlag von F. C. Plenz.
gegeben hat, ſoll dieſe Dichtung eine Verherrlichung der treuen, alle Prüfungen ſiegreich beſtehenden Liebe ſein. Dieſes Ziel hat nun zwar der Dichter erreicht, allein abgeſehen davon halten wir
zu einer Dichtung, da es demſelben an poetiſcher Gerechtigkeit mangelt. Deshalb kann auch der Eindruck des Ganzen kein be⸗ friedigender ſein.
Die Dichtung beſteht aus einer Reihenfolge einzelner Bilder, welche in den verſchiedenſten Versmaßen oft ſehr fließend und wohllautend, zuweilen aber auch mit mangelhaftem Rhythmus und mit unpaſſenden, meiſtens leicht zu vermeidenden Flickwörtern ge⸗ ſchrieben ſind. a.
Oeſterreichiſches Morgenblatt für Kunſt, Wiſſen⸗ ſchaft, Literatur und geſelliges Leben. Redigirt von Iſidor Gaiger.— Prag, Anton Renn. 1858.— Wieder ein neues Blatt. Und kein ſchlechtes, wie es ſcheint. Auch dieſes ſchließt ſich der Richtung an, die ſich als allgemeine Bildungsſtrömung un⸗ ſerer Zeit mehr und mehr erweiſt, und als deren Vertreter wir ein Dutzend guter belletriſtiſcher und kritiſcher Blätter aufzählen könnten. Dieſes Morgenblatt ſoll in Form einer großen Zeitung vom 1. März
dieſ. Jah. an täglich erſcheinen. Unter den Mitarbeitern ſind die beſten Namen aus Nord⸗ und Süddeutſchland in bunter Reihe auf⸗
gezählt; es wird Sache der Redaction ſein, dieſe mannigfach ſchil⸗ lernden Farben in harmoniſcher Einſtimmung zu präſenkiren. Die Probenummer bietet neben einer Novelle von Max Ring eine Be⸗ trachtung von Julian Schmidt, eine Kritik von Adolph Stahr und eine Menge Correſpondenzen, wie ſie in den ſüddeutſchen Blättern
Nach der„Zueignung,“ welche der Verfaſſer als Einleitung mehr noch als in den norddeutſchen beliebt ſind. Das Programm
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