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weichend, Reginald ging ihn und am
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de Kame⸗ § nehme, „daß ich den will. eigentlich wiloſophie mmen, wo ſoſophie iſt
ter in Fäͤl⸗ gergebung durch ir⸗ d oder an Rieſen, ein Mitte Tode, daß Leben!
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der Heue
Nr. 12.]) Dritte
Philoſophie, daß man nie eine Witwe lieben dürfe, der, man nicht ſeine Hand anzubieten bereit ſei,“ u. ſ. w. u. ſ. w.
Am nächſten Morgen wurde nicht zur Jagd gefahren,
ſondern ein Weihnachtsbaum aufgeputzt. Helene hatte es für ihr Kindchen gewünſcht, und Arthur hatte daran ge⸗ dacht, daß auch Clärchen unbedingt ihr Leben lang in je⸗ dem Jahre einen Weihnachtsbaum haben wolle; dies war Grund genug, daß auch er einen ſolchen für unentbehr⸗ lich erklärte.
Der Tag ging hin mit den Vorbereitungen für den Abend, und Reginald half dabei, aber ohne jedes Intereſſe dafür. Am Abend wurden die Leute beſchenkt, ſpäter überraſchten ſich unſere Freunde gegenſeitig, und auch Re⸗ ginald wurde nicht vergeſſen; doch dies Alles ging ſpurlos an ihm vorüber, er wartete mit fieberhafter Spannung auf einen günſtigen Moment, um Helenen den Brief zu über⸗ reichen. Endlich fand ſich derſelbe, als ſie Beide allein un— ter dem Chriſtbaum ſtanden, während Arthur eine Depu⸗ tation der Dorfleute empfing und Tante Boddel die Wünſche der Hausbewohner anhörte.
„Leſen Sie dieſes Blatt, gnädige Frau,“ bat Reginald. „Ich verlange keine hörbare Antwort. Es wird mir ge⸗ nügen zu ſehen, ob Sie es behalten oder an den Flammen dieſes Baumes vernichten.“
Helene nahm es ſchweigend aus Reginalds Hand, las es eben ſo ſtumm zweimal durch, dann faltete ſie es zuſam⸗ men, ſah ihn freundlich und wehmüthig an und hielt das Blatt an die Kerze; es brannte ſogleich, krümmte ſich und war Aſche, dann reichte ſie Reginald, der trocknen Auges zuſah, lächelnd die Hand; er küßte ſie ehrerbietig und wandte ſich ab— die Rechnung war geſchloſſen.
Auf dem Abendtiſch prangten Karpfen und Mohnklöſe, die geheiligten Speiſen eines ſchleſiſchen Weihnachtsabends auf den Tiſchen aller Stände, im Palaſt wie in der Hütte.
trennte man ſich früher. nald,„Mitternacht vor meinem Geburtstage allein zuzu⸗
Arthur war heiterer wie je und rief:„Wir wollen den
folge.
letzten Weihnachtsabend ohne Herrin von Schönau noch recht feiern und bis Mitternacht wach bleiben, damit wir Reginald ſogleich zum Geburtstag beglückwünſchen können.“
Doch da Reginald aus allen Kräften dagegen prote⸗ ſtirte und auch die Damen keine Luſt dazu bezeigten, ſo „Ich bin gewöhnt,“ ſagte Regi⸗
bringen.“
Es ſchlug eben elf Uhr vom Thurm, als Reginald ſeine kleinen Gaben ſelbſt tragend in ſein Zimmer trat und mit kurzem„ich bedarf nichts mehr, gute Nacht“ den Die⸗ ner entließ. Als ob er ſich einer ſchweren Laſt entledige, warf er die leichten Sachen auf den Tiſch und ſank ermat⸗ tet auf das Sopha.
Wie Jemand, der einen unabweislich beſtimmten Ent⸗ ſchluß gefaßt hat, ſprang er mit alter Schnellkraft dann plötzlich auf, ging feſten Schrittes zu ſeinem Lager, nahm die Piſtolen herab und unterſuchte beide auf das Sorgfäl⸗ tigſte mit aller Ruhe. Sie waren in Ordnung, die La⸗ dung ſaß feſt, Pulver war im Piſton, die Kupferhütchen ſchloſſen genau. Er ließ die Hähne wieder herab und legte ſie auf den Tiſch.
„Bin ich ruhig?“ fragte er ſich.„Ja, ganz ruhig,“ war die wahrhafte Antwort ſeines Innern.„Doch ich will noch eine Viertelſtunde warten; eben ſchlägt es halb.“ Dies zu ſich ſelbſt ſprechend ging er ans Fenſter und ſtarrte in die Nacht. Er dachte Nichts. Er horchte mit allen Sinnen dem Schlage der Uhr entgegen als dem Augen⸗ blick ſeiner Erlöſung.
„Endlich! es ſchlägt.“ Er zuckte auf. Nun iſt es Zeit.“
Ruhig wendet er ſich um und geht zu der morſchen
Thür, welche ihn von den unheimlichen Räumen des Saales
trennt, den nie eines Menſchen Fuß betritt.
Er ging, faßte den Thürgriff und rüttelte kräftig; aber vergeblich. Nun ſtemmte er ſich feſt und zog mit
„Eins, zwei, drei.
zwar an einem der erſten deutſchen Theater, beigewohnt. Was hat der arme Mann für Qualen ausgeſtanden! Das Wenigſte in der Aufführung ging ihm, wie es ſollte; kein Effect war ſicher zu be⸗ rechnen, und wo er gelang, gelang er durch ein Ungefähr; was ernſten Eindruck machen ſollte, wurde mit Heiterkeit aufgenommen, und ebenſo umgekehrt, und nicht ſelten war der Souffleur das einzige Bindemittel raſch fortſchreitender Scenen. Da ſind denn die hieſigen Autoren freilich beſſer beſtellt. Mad. Roſe⸗Chéri iſt noch immer eine reizende Schauſpielerin und unübertrefflich in dieſer natürlichen Mutter, in der ich in den letzten Acten ſie zum erſten Male auch ohne die Reize der Jugend und Coquetterie be⸗ zaubernd fand. Neben ihr iſt zunächſt der Vertreter einer Rolle zweiten Ranges zu nennen, Herr Dupuis, der den Ruhm hat paſſive Rollen namentlich zu einer unglaublichen Wirkung zu bringen. Haben Sie in Deutſchland einmal Diane de Lys ge⸗ welche traurige Figur ſpielt der
ſehen? Sie müßten ſicher ſagen, Marquis de Lys, dieſer ſteife gehörnte Siegfried! Herr Dupuis hat ein Paradepferd daraus gemacht und geht mit dieſer Rolle allein auf Gaſtreiſen. Aehnlich das ganze Enſemble. Wo wird es noch einen Schauſpieler geben, von dem man wie von dieſem Monſieur Lagrange, der den Jacques ſpielt, ſagen kann: Quel gentil gargon! Regardez-le s'avancer! On dirait Louis XIV dans ses jardins de Versailles.
Doch genug dieſes Lobes! Wir wollen nicht ungerecht gegen unſere ſtrebſamen Landsleute erſcheinen. Paris, das die künſtle⸗ riſche Blüthe von ganz Frankreich in ſich vereinigt, hat freilich gut mit unſerer Zerſplitterung rivaliſiren. Einen in die Augen fallen⸗ den Vortheil dieſer Centraliſirung aber können wir nicht über⸗ ſehen. Es iſt viel weniger das virtuoſenyzste Individuum im
—
Stande ſich in den Vordergrund zu drängen, da das vollendete Enſemble dominirt, und damit fällt die erſte Rolle im Theater⸗ leben, die bei Euch in Deutſchland die Devrient, Daviſon, See⸗ bach ſpielen, dem producirenden Autor anheim. Welche Situation für die Kunſt im Allgemeinen eine glücklichere, wage ich nicht zu entſcheiden. Für die Heranbildung der dramatiſchen Literatur iſt die hieſige jedenfalls die beneidenswerthe.:
Aus der Gegenwart. Berliner Plaudereien. „Man bloß.“ Ein jeder Stand hat ſeinen Frieden, ein jeder Stand hat ſeine Laſt. Der Frieden aber iſt es höchſt ſelten, deſto mehr die Laſt des Standes, die an dem einzelnen Menſchen haftet. Den
Bäcker erkennt man nach Ludwig Tieck's Angabe ſicherlich an dem
breitſpurigen Gange, den Schneider an der gezierten Haltung des ganzen Oberkörpers, vornehmlich an der Stellung des Huts zu den beiden Ohren, und den Friſeur, gleichviel ob wirklicher Friſeur oder fliegender Barbier, kennzeichnet die bekannte Handbewegung.
Wie die Laſt des Berufs, ſo charakteriſirt die Denk⸗ und Empfindungsweiſe nicht minder ganze Menſchenclaſſen. Oft ge⸗ nügt die Betonung eines einzigen Worts, um etwaige Zweifel über das Weſen des Betreffenden zur vollſten Gewißheit aufzu⸗ klären.
Kommt dir nun Jemand entgegen, ob kaum mit den Zehen⸗ ſpitzen den Boden berührend oder einen handfeſten Stiefel gehend, gleichviel ob in ſeidener Nobe oder im Kattune der vorſtädtiſchen


