Jahrg.
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Nr. 11.)
feil zu bieten. Mit ſechs Bouquets beginnt ſie ihr Ge⸗ ſchäft, ſechs Bouquets, welche, zu fünf Franes per Stück ver⸗ kauft, eine Einnahme von dreißig Francs ermöglichen. Da aber jedes Bouguet wenigſtens allabendlich ſechs Mal ver⸗ kauft wird, denn es wandert nach einer halben Stunde wieder für drei Francs von der beſchenkten Dame in die Hände der Händlerin zurück, ſo iſt dieſes Geſchäft, wie der geneigte Leſer erſieht, wohl ein einträgliches. Wo ſind aber die tauſend andern geblieben?— Vertheilt leben ſie in den unterſten Ständen, in den niedrigſten Beſchäfti⸗ gungen. Auf die Jugend folgt das Alter, ſorgenvolle, kummervolle Nächte folgen auf die tollen Tanz⸗Abende, aus den eleganten Reſtaurants jagt der Zahn der Zeit die gefallenen Engel in die erbärmlichſten Speiſehäuſer bis zu dem Spitale. Wo ſich einſt graziöſe Formen in den koſt⸗ barſten Seidenroben wiegten, da ſchlottern geknickte Exi⸗ ſtenzen in Lumpen herum von Straße zu Straße, von Thüre zu Thüre, und auf den Trümmern einer verkomme⸗ nen Frauengeneration ſteigt eine neue herauf und ſtürzt ſich tollkühn ins Verderben. Jedes Jahr liefert ſein Opfer, und der Leichtſinn, der Luxus und das Vergnügen ſind gute Werber. Junge, hoffnungsvolle Leute athmen in Mabille zum erſten Male das Vergnügen und berauſchen ſich an der Ausgelaſſenheit, wie es die Jugend erfordert, aber auch viele laſſen hier ihre Jugend, ihre Hoffnungen, ihre Ehre zurück, und dann werden ſie auf ihre alten Ta— ge beſoldete Tänzer. Der klein beſoldete Commis, der Student, das ganze junge, heitere, ausgelaſſene, unbemit— telte Völkchen kann wegen des hohen Entreés nicht in Ma— bille tanzen. Die elegante parfümirte Jugend iſt noch zu angegriffen von den Strapazen des vergangenen Tages, der Fremde bleibt ſchüchtern zurück, wenn er nicht von dem Taumel der Muſik und des Tanzes fortgeriſſen wird. Da⸗ für aber ſorgt ſchon die Direction, welche ſich gelenkige junge Leute hält, die gegen ein mäßiges Honorar auf das
Dritte folge.
erſte Zeichen der Muſik in die Arena ſpringen und die
Fremden ergötzen. Solch ein beſoldeter, wenn auch nicht junger Tänzer iſt der ſo berühmte pariſer Chicard. In ſeiner Jugend war er der Erſte und der Letzte auf allen Bäl⸗ len! Jung, froh, lebensluſtig und vermögend, ſtürzte er ſich in die pariſer Luſt und hatte bald durch ſeine tollen, phan⸗ taſtiſchen Sprünge eine ungemeine Berühmtheit erlangt. Die ſchönſten Frauen wetteiferten um die Ehre mit ihm zu tanzen, die graziöſe„Reine Pomaré,“ die Königin des Ma⸗ bille's, bettelte zur Zeit bei Chicard um etwas Liebe. Auf den Opernbällen erfand er die tollſten Coſtüme, er raſte am ſchnellſten und längſten, beneidet von den Männern, angebetet von den Frauen! Und jetzt!— Das Orcheſter ſtimmt eine Quadrille an und Alles drängt ſich auf einen gewiſſen Punct. Sehen Sie Chicard, den berühmten Chi⸗ card! ruft man den Fremden zu, und dann, wenn man ſich durch die Maſſe durchgedrängt, erblickt man einen Mann von ungefähr funfzig Jahren, mit grauem Haar und er⸗ loſchenem Auge, der wie ein Wahnſinniger mit Armen und Beinen in der Luft herum fährt und froh iſt, wenn die Pauſe kommt, wo die erſchöpfte Lunge einen Augenblick ausruhen kann! Da tanzt und ſpringt er für wenige Groſchen an jedem Ballabende, und wo eine ganze Frauen⸗ generation früher zu ſeinen Füßen lag, da findet ſich jetzt kaum noch eine mitleidige Seele, welche dem einſt gefeierten Tänzer eine Erfriſchung als Almoſen anbietet. Nur manchmal, wenn der dichte Kreis der Zuſchauer ein er⸗ munterndes Bravo klatſcht, dann belebt ſich das erſtorbene Auge, dann färbt die Leidenſchaft die graubleichen Wangen, und ein Funken der Jugend belebt noch dieſe Ruine! Dann vergißt man den alten Mann und ſtaunt über dieſe Gelenkigkeit, dieſe fortwährenden Erfindungen der Touren und Bewegungen, und erſieht aus dieſer Ruine, wie feſt einſtens das originelle Gebäude ſtand. Mabille ſteht nicht vereinzelt da, eine Menge ihm faſt ebenbürtige Nachahmer öffnen jeden Abend gegen acht Uhr dem vergnügungsſüchti⸗ gen Publicum ihre Gärten, die Phyſiognomie der Geſell⸗
Miscellen. Echte Militärmuſik.
Cs kann wohl kein muſikaliſches Inſtrument geben, das mehr ein militäriſches genannt zu werden verdient, als— die Ka⸗ none. In der That iſt auch ihr Donner für das Ohr des begei⸗ ſterten, von Ruhmſucht und Heldenmuth erfüllten Kriegers ſchon oft die köſtlichſte M uſik genannt worden. Indeß wollen wir hier die Kanone keineswegs nur bildlich ein muſikaliſches Inſtru⸗ ment nennen, ſondern ſie wahrhaft und im eigentlichſten Sinne des Wortes als ein ſolches bezeichnen.
Häufig dürfte die Kanone noch nicht als muſikaliſches Inſtru-⸗ ment benutzt worden ſein, obgleich dies eigentlich zu verwundern iſt, wenn man bedenkt, welchen ungeheuren, ohrenbetäubenden Spectakel neuere Componiſten oft durch ihre Erzeugniſſe hervor⸗ rufen; indeß dürfte dieſes Gewaltmittel muſikaliſcher Effecte doch vielleicht ſchon bäufiger zur Anwendung gebracht worden ſein, wäre daſſelbe nicht eines Theils etwas koſtſpielig, andern Theils und beſonders aber die Dispoſition über das Inſtrument und die Spielleute ſehr ſchwer zu erlangen. Indeß ſind uns doch einige Beiſpiele bekannt, wo Kanonen eine ſolche muſikaliſche Rolle über⸗ tragen wurde. el Der erſte Componiſt, der auf dieſen barocken Gedanken ver⸗ ſiel, war der Italiener Sarti, der als ruſſiſcher Hofkapellmeiſter zur Feier der Einnahme von Oczakow ein Te Deum componirte,
as von einer ungeheuren Menge von Muſikern zur Ausführung gebracht wurde, und bei dem er die Bäſſe durch eine Anzahl Ka⸗ nonen repräſentiren ließ, die nach dem Kaliber geordnet und nach
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dem Klange ihres Knalles förmlich geſtimmt, taktmäßig abgefeuert wurden.
Der erſte uns bekannte Nachahmer Sarti's war Karl Sta⸗ mitz, welcher in Nürnberg ein großartiges Concert veranſtaltete und dabei den Kanonen eine obligate Begleitung übertrug, die eines impoſanten Eindruckes nicht verfehlte. 1
Ein drittes Beiſpiel, Kanonen als muſikaliſches Inſtrument zu benutzen gab abermals Petersburg, wo 1836 ein großes Ma⸗ növer abgehalten und zu deſſen Schluß ein Rieſen⸗Kriegsgeſang geſungen wurde, für welchen Kanonenſchüſſe die Introduction bildeten und in regelmäßigen Unterbrechungen als Taktſchläge
aufgefahren und
einfielen. a
franzöſiſche Anſicht über eine preußiſche Ehre.
Der jüngere Dumas in ſeinem Stücke„der natürliche Sohn“ macht einen Spaß über die frühere Sitte in Preußen, daß der König bei dem ſiebenten Knaben ſtets Gevatter wurde, freilich nh ohne, nach franzöſiſcher Manier, dieſe Sitte ſelbſt zu ent⸗ ſtellen.
„Ich habe neun Kinder,“ ſagt der Advocat Ariſtide,„alles Knaben! Wie ſchade, daß ich nicht Preuße bin!“
„Warum?“
„Weil ich ſonſt bald eine Medaille bekäme!“
„Was für eine?“
„In Preußen, wenn man Vater von zwölf Kindern iſt, be⸗ kommt man eine Medaille vom Könige,— man ſagt, es ſoll ſie noch Niemand geſtohlen haben!“
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