Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
121
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àl zurück, und in der gräͤß⸗ lan zerbrochen die geringſte t einer Katze, ter geſchloſſen daß alſo die te bleibe. Begierde durch ſteigert wurde; te denn Dein Oder weshalh ſei, da er ſich eſehen haß? erlegen,ſo⸗ wat echenen ürde ich mir in m den Todten ein! ſchrie ſi Und iſt Dir 1 nwus auge⸗ Griechiſch, alſo . Poet galt in aan nicht auf ſch vwie heut z Tage

Nr. S.] Dritt

ſchüchtert weiter.Nein, ſagte ſie,aber ich flehe Dich an, ſchweige jetzt davon, Du machſt mich ſonſt krank.

Wir wollen Glühwein machen, fiel der alte Freiherr ein, und dieſer gute Vorſchlag wurde ins Werk geſetzt, und Jeder von uns trank verhältnißmäßig ſtark; denn es war uns Allen ſehr unheimlich zu Muthe und ich will gar nicht verheimlichen, daß mich äußerlich und innerlich fror, indem mich fortwährend kalte Schauer überrieſelten. Dabei hatte ich aber eine unwiderſtehliche Luſt mit dem Geiſte anzu⸗ binden, der meine liebe, gute, luſtige Olga ſo quälte und verſtimmte. Als wir auf unſre Zimmer gingen, konnte ich daher keine Ruhe finden. Die Luſt nach Abenteuern und die Wißbegierde regten mich zugleich auf. Ich entkleidete mich nicht, fortwährend mußte ich an Olga und die un⸗ verſchloßne Thür denken habe ich Dir geſagt, daß ſie ſeit jener Nacht bei offnen Thüren ſchlief, damit man ihr ſogleich zu Hülfe kommen könne?

Nein, ſagte Arthur,das iſt aber auch ganz gleich.

Nicht im Geringſten, entgegnete Reginald,denn hätte ſie dies nicht im Geſpräch erwähnt, ſo wäre es mir nimmer in den Sinn gekommen, einen neuen Verſuch zu machen Geiſter zu ſehen; aber nach dieſer Kunde konnte ich mich nicht überwinden, dieſe prächtige Gelegenheit vor⸗ übergehen zu laſſen. Es ſollte Geiſter geben, das Mittel ſie zu rufen erſchien ſo leicht und angenehm: ein Kuß um

Mitternacht muß doch ſeine ganze Wuth erwecken, dachte ſich, die Gelegenheit war ſo ausgeſucht günſtig und ich

ſollte zögern? Nein. Keinen Augenblick mehr! Eben ſchlug es elf Uhr, die Glockenſchläge kamen dumpf durch das Sturmgeheul vom Thurm herab, das iſt die beſte Zeit. Ich arrangirte alſo meine Nachttoilette ſo elegant wie mög⸗ lich, nahm meinen Dolch, den ich damals ſtets bei mir trug, wenn ich als Civiliſt erſchien, und eilte durch den langen, finſtern Corridor zu ihrem Zimmer. Ich öffnete geräuſch⸗ los, die Nachtlampe brannte hinter ihrem Schirme düſter, aber gegen die Finſterniß im Gange erſchien das kleine

Zimmer hell, und ich konnte ſehen, wie Olga bei meinem Eintriti zuſammenſchreckte, denn ſie wachte noch. Ich drückte die Thür ſchnell und leiſe ins Schloß und ſprang eilig zu ihr, um ſie zu überzeugen, daß ich kein Geiſt ſei. Um Gotteswillen! was willſt Du? rief ſie voll Schrecken mit gedämpfter Stimme.Nur um der Viſſenſchaft wil⸗ len bin ich hier, und um Deinetwillen, Olga, Dich vor dem abſcheulichen Geiſte zu ſchützen, wenn er unſer heutiges Geſpräch übelgenommen hat, und Dich wo möglich für im⸗ mer von ihm zu befreien, erwiderte ich, doch ich kann Dir unmöglich das ganze Geſpräch wiederholen, weil ich es nicht mehr weiß und auch das, was ich noch weiß, nicht erzählen will. Wenn es nur wiſſeenſchaftliches Intereſſe, nur die Frage nach dem Daſein einer höheren Welt war, was mich zu ihr geführt hatte, ſo kann ich Dir doch nicht leugnen, daß gerade dieſe Frage mir in den Hintergrund trat, als wir in ſo ſonderbarer Situation eine Zeit lang zuſammen waren, und Dir, einem ſo nahen Freunde, brauch' ich es ſogar nicht zu verſchweigen: unſere Unter⸗ haltung wurde allmählich ſo harmlos, ſo gemüthlich und unbefangen, daß ich plötzlich ich weiß bei Gott ſelbſt nicht, wie es dazu kam, aber der liebe Himmel verzeihe mir, denn es geſchah, daß kurz, daß ich ſie plötzlich küßte! Und da, Arthur, da geſchah das Entſetzlichſte Nun? der Geiſt erſchien, trat zwiſchen Euch? Ja, ein Geiſt trat zwiſchen uns, doch kein übernatür⸗ licher, der Geiſt ihrer eignen natürlichſten Erinnerung Sie küßte mich, küßte mich krampfhaft wieder, und in dieſem Krampfe nannte ſie mich Friedrich, Friedrich, und das war der Taufname ihres Mannes! Brrr! Das iſt unangenehm! rief Arthur. Unangenehm?! Es iſt, als wenn Dich im Para⸗ dies eine Teufelsfauſt packte und ſtieße Dich vom Nordpol zum Südpol durch die ganze glühende Erde! Eiſigen Froſt und Schmelzhitze und alle Seelenqualen fühlt man auf ein⸗

mit Kühlwetter'ſchen Conſtablern vertauſchte. Aber trotz aller Ausſchweifungen der Journaliſtik hatte die preußiſche Regierung doch ſehr wohl erkannt, welche Bedeutung die öffentliche Meinung habe und welchen Segen eine rege Preſſe bieten kann. terrdrückte daher nichts, als das wirklich Schlechte, und erließ Ge⸗ ſetze, unter denen, wie ſich glänzend zeigt, eine vernünftige Jour⸗ naliſtik mit einer vollſtändigen Freiheit ſich bewegen kann. Wuürdigte die Regierung demnach die Bedeutung der Jour⸗ naliſtik für das öffentliche Leben und für das Gedeihen des neu⸗ conſtruirten Staates ſchon durch ihr freieres Beſtehenlaſſen voll⸗ kommen, ſo gab ſie durch eine bedeutende Betheiligung an der Preſſe ſelbſt dieſer Würdigung ein noch erhöhteres Gewicht. Sie wollte jeder Meinung das Recht freier und vernünftiger Aeußerung laſſen; nichts billiger, als daß ſie ſelbſt auch in der öffentlichen Meinung ihre Vertretung begehrte. Jede Partei, welche durch den Parlamentarismus ſanctionirt worden war, oder doch minde⸗ ſtens der Freiheit des Lebens genoß, konnte ihre Organe in der Preſſe erweitern, erhöhen, vermehren und Propaganda für ihre Anſichten machen; nichts einfacher, als daß die Regierung ſelber dieſe Freiheit benutzen wollte, um auch ihre Anſichten durch Jour⸗ nale zu verbreiten und die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu verarbeiten. Sie geſtattete den geiſtigen Kampf, aber ſie wollte ſelbſt daran Theil nehmen, um, wie es die heutige Zeit und die Bildung der preußiſchen Nation verlangte, nicht mit der phyſiſchen Kraft allein, ſondern auch mit der Intelligenz zu regieren. Zu dieſem Behufe ſchuf Herr von Manteuffel dieCentralſtelle für Preßangelegenheiten, vornehmlich zur Organiſation der officiel⸗ len und officiöſen Preſſe in Preußen beſtimmt. Der erſte Chef dieſes Bureau's war Ryno Quehl, der

frühere Redacteur desDanziger Dampfboots, eines oſtpreußi⸗

ſchen Blattes, welches vormärzlich zu den freiſinnigſten in Preußen

Sie un⸗

gerechnet wurde. Herr Quehl ward eine Art Preßminiſter, ein Mann, der ſich ſehr gut in ſeine Stellung und in die neuen Ver⸗ hältniſſe zu ſeinen ehemaligen Collegen zu finden wußte. In⸗ deſſen war er auch ein etwas gefährlicher Geiſt; er hatte ſeinen Ehrgeiz, ſeine Feinde, ſeine Freunde, ſeine Marotten, und die Regierung hielt es deshalb fürs Beſte, den Chef derCentralſtelle mit dem reichdotirten Poſten eines Generalconſuls für Dänemark zu belohnen, als welcher ſich denn heute noch Herr Quehl ſehr wohl befindet und national⸗bkonomiſch⸗politiſch⸗ſociale oder andere Schriften verfaßt.

Der proviſoriſche, dann definitive Nachfolger Quehl's wurde Dr. Metzel, unter deſſen umſichtiger Leitung die eigentliche Or⸗ ganiſation der officiöſen Preſſe ausgeführt zu ſein ſcheint. Ohne daß wir von der Stellung und von den Pflichten ſpeciell ſprechen wollen, welche der Centralſtelle obliegen, iſt es doch von Intereſſe und von Bedeutung für die innere Geſchichte der preußiſchen Preſſe, die Organifatlon der officiöſen Journaliſtik in Preußen näher zu berühren.

Wirkliche und rein officielle Organe der Regierung find der Staatsanzeiger und diePreußiſche Correſpondenz. Erſte⸗ rer hat freilich eine beſondere Redaction, indeſſen gehören dazu doch meiſtens Beamte der Centralſtelle. DiePreußiſche Cor⸗ reſpondenz dagegen wird lediglich von dem Bureau redigirt und bringt in ihren, täglich auf ſchlechteſtem Papier und in ſchlechte⸗ ſtem Druck erſcheinenden, drei oder vier Spalten Berichte der fremden preußiſchen Conſulate, Dementirungen über ausgeſprengte Regierungsideen oder Berichtigungen von irrthümlich aufgefaßten