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iſt. Sie ſind eine Art von Schiffern, und Spuren ihrer Beſchäftigung bemerkt man in ihrer großen, tiefen Bruſt und breiten Schultern, während die untern Extremitäten weit weniger ausgebildet ſind. Einige Meilen unterhalb Gonye iſt der Fluß auf einen nicht mehr als 100 Yards breiten engen Raum beſchränkt; in Folge deſſen ſteigt er dort zur Zeit der Fluth 50— 60 Fuß hoch und ſeine Strö⸗ mung iſt zu allen Zeiten ſehr reißend. Als die Kähne unſe⸗ rer Reiſenden daſelbſt ankamen, wurden ſie an Pfoſten be⸗ feſtigt und von Eingebornen an den Schultern bis jenſeits des Waſſerfalls getragen. Die Expedition ſchritt in gün⸗ ſtiger Weiſe voran und Alles erſchien roſenfarbig, ein Um⸗ ſtand ausgenommen, der für den Zweck derſelben ſich ſehr leicht hätte als unheilvoll herausſtellen können. Ein un⸗ tergeordneter Beamter Sekeletu's, Namens Lerimo, hatte
mit einem Trupp ſeiner Makololo⸗Landsleute in derſelben
Richtung, nach der Dr. Livingſton's Reiſe ging, nach Nor⸗ den einen Raubzug unternommen. Der Einfluß, den der Doctor ſich erworben hatte, zeigt ſich am deutlichſten in dem Umſtande, daß er, obſchon dieſe Gewaltthat mit der vollen Genehmigung des Unterhäuptlings der Barotſe ſtattgefunden hatte, doch im Stande war, Sekeletu's Mut⸗ ter dazu zu beſtimmen, die Handlung des unbeſonnenen Beamten zu mißbilligen und ihn die Gefangenen zurück⸗ geben zu laſſen, die er bei ſeiner ſchlechten Expedition auf ſeine eigne Hand gemacht hatte. In dieſer Art gelang es dem Dr. Livingſton, daſſelbe Unglück, welches ſeine Pläne leicht vereiteln konnte, in eine Beſtätigung der Friedens⸗ botſchaft, die zu verkündigen ſeine Hauptabſicht war, um⸗ zuwandeln. Bei ſeiner Ankunft in Libonta(140 59“ ſ. Br.), der Grenzſtadt von Makololo, hielt er es doch für klug zu warten und erſt zu ſehen, welchen Erfolg die er⸗ klärende Botſchaft, die er zugleich mit 11 Gefangenen an den Häuptling Makoma, deſſen Unterthanen dieſelben waren, abgeſandt hatte, haben würde. Dies verurſachte einigen Aufenthalt, doch in der Nachbarſchaft fand ſich
Novelſen⸗Zeitung.
[IV. Jahrg.
Wild im Ueberfluß und die Reiſegeſellſchaft erfreute ſich ſehr reichlicher Mahlzeiten. Dr. Livingſton hatte eine per⸗ ſönliche Abneigung gegen die Jagd, war aber gezwungen ſeine Leute mit Proviant zu verſorgen, die ſäumtlich ſehr ungeſchickte Schützen waren. Wenn das Pulver auf der Pfanne losbrannte, ſo erſchraken ſie, und ſie wollten von ihm„Flinten⸗Medicin“ haben, ohne welche kein Eingebor⸗ ner in Centralafrika fähig zu ſein glaubt, irgend ein Ziel treffen zu können. Um ſeine Munition zu ſchonen, welche gänzlich verbraucht worden ſein würde, hätte er ſich die Mühe geben wollen, ein Paar ſeiner Leute zu guten Schützen auszubilden, mußte der Doctor ſich entſchließen, das nöthige Wild ſelbſt zu ſchießen, was für ihn mit noch andern Unannehmlichkeiten, als der Beſiegung ſeines Wi⸗ derwillens, verbunden war. In einer früheren Periode ſeiner Laufbahn als Miſſionär war er von einem Löwen in
die rechte Schulter gebiſſen worden, und da die Wunde ſchlecht geheilt worden war, ſo ſah er ſich gezwungen, von V der linken Seite zu ſchießen, und er war dabei ſeines Zie—
les weniger ſicher als früher. Da es ihm ſehr ſchmerzlich
war den Thieren Qualen zu verurſachen, ſo bemühte er
ſich zu entdecken, in welcher Weiſe der Todesſchuß die er⸗ wartete Wirkung am ſicherſten hervorbringe, und in Bezug darauf erzählt er manche merkwürdige Thatſachen. Nach ſeiner Theorie beweiſt ſich ein Schuß auf denjenigen Theil des Körpers, auf den eben die größte Kraft des Nerven⸗ ſyſtems gerichtet iſt, am tödtlichſten.„Ich ſah,“ ſagt er, „ein Rhinoceros, das augenſcheinlich eben wiederkäuete, von einem Schuß in den Magen todt niederſinken, während ein anderer Schuß, der durch die eine Lunge und den Ma⸗ gen ging, von einem Rhinoceros wenig beachtet wurde, als ſei es gar nicht beſchädigt worden.“ Um aber das Rhinoceros ſicher jagen zu können, muß der Jäger, gleich⸗ viel ob er ein Weißer oder ein Neger ſei, mit Vorſicht auf der dem Winde entgegengeſetzten Seite durch das Buſch⸗
werk kriechen, und um ſicher zu ſein, daß der Wind wirk⸗
ſiſche Regierung iſt jetzt im Begriff, die reichhaltige Sammlung von Revolutionsjournalen aus dem Nachlaſſe des Verſailler Ad⸗ vocaten Deschiens anzukaufen.
Aus der Gegenwart. Eine Erziehungsanſtalt.
Arnold Schloen bach hat in Coburg eine Knaben⸗Er⸗ ziehungs⸗Anſtalt gegründet. Er ſagt darüber in dem ausgegebe⸗ nen Proſpect:
Sittliche, wiſſenſchaftliche und äſthetiſche tiſcher und natürlicher Lebensrichtung und ge keit zu entwickeln, zu erweitern und zu befeſtigen: das iſt der Grundzweck meiner bereits ins Leben getretenen Anſtalt.—
Auf welche Art und Weiſe derſelbe erreicht w ſoll, das läßt ſich nicht in einem kurzen Proſpect entwickeln; das müßte ausführlich, bis in die feinſten Grundzüge meiner ganzen Erziehungs⸗ und Lehrprincipe dargeſtellt werden, und auch dann käme es noch immer weit mehr auf das Perſönliche, als auf das Principielle an. Noch weniger möchte ich ſchöne Redensarten und verlockende Phraſen geben; vorläufig muß hier das Vertrauen oder der Verſuch entſcheiden. Dazu aber kann ich durch Thatſa⸗ chen ermuntern: 8
1) Die Wahl des Ortes iſt jedenfalls eine ſehr empfeh⸗ lenswerthe; Coburg liegt in einer der anmuthigſten und geſunde⸗ ſten Gegenden Deutſchlands; es hat nicht die Verführungen und Zerſtreuungen einer großen Stadt; es hat ſich mehr als die mei⸗ ſten andern deutſchen Städte einen gemüthvoll⸗heitern, patriar⸗
Bildung, bei prak⸗ ſunder Körperlich⸗
erden kann und
chaliſchen Charakter bewahrt und beſitzt doch auch die Bewegung, die Vergnügungen und Kunſtanſtalten eines intelligenten Hofes.— Nach baldigſter Vollendung ſeiner— Mittel⸗ und Süddeutſch⸗ land direct verbindenden— Eiſenbahnen wird es auch den ent⸗ fernteſten Gegenden des Vaterlandes nahe ſein.——
2) Die Coburger Schulen ſind ſchon ſeit langer Zeit als durchaus vortrefflich bekannt und gehören jedenfalls mit zu den beſten Deutſchlands. Der intelligente und humane Geiſt, der die Regierung dieſes Landes faſt ſtets beſeelte und namentlich unter der jetzigen Regierung ſich kund gibt, hat natürlich auch auf die Schulanſtalten ſegensvoll eingewirkt.— Das Gymnaſium hält vorzugsweiſe die gelehrte Vorbildung, die Vorbereitung zu einem ſpecifiſchen Univerſitätsſtudium im Auge. Die Real⸗ ſchule bereitet zwar ebenfalls zur Univerſität vor, aber mehr auf ein praktiſches Ziel gerichtet und namentlich in Naturwiſſenſchaft, Mathematik und neuen Sprachen wirkſam.— In den Claſſen dieſer Anſtalten(und auf beſonderen Wunſch oder nach Nothwen⸗ digkeit durch Privatunterricht der beſten Lehrer derſelben) erhal⸗ ten meine Eleven ihren Schulunterricht und natürlich jeder Ein⸗ zelne je nach ſeiner Richtung, Beſtimmung und Fähigkeit.— Ich ſelbſt leite und überwache den Gang des Unterrichts und zwar in ſteter Verbindung mit den betreffenden Lehrern. Dazu übernehme ich im Hausunterricht die Belehrung über die Bedeutung, das Weſen und die Geſchichte der ſchönen Künſte und Wiſſenſchaf⸗ ten, über guten Vortrag und Styl, und auch dies Alles mit ſteter Berückſichtigung auf die einzelne Perſönlichkeit.—
3) Meine Berechtigung und Befähigung zum Er⸗ zieher und Lehrer dürfte ſchon vorliegen in meinem öffentli⸗ chen und privaten Wirken als Docent und Lehrer in Leipzig und
Nr. 6.
lich von der Zäit zu Ze⸗ ſich ſo der ſich nieder ein wenig den Sch Soüte d vorgen; ſeines 2 Thiere ¹ fahr. U der, viht fällige. wurde, da jen, und iner Kat Brunſtzei Näͤhe kom lhn, doch ſtanden ſe detwunde Eine ſeh daß er u wo er ir in ihm gehören! Zaume Dage lan rnerkte na die augen Falle. Wefeſtigte der Läw er es je den An daß der — Uannhein
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