Jahrgang 
01-26 (1857)
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274 4 1 Roveſten⸗Zeitung. V ALBIL 1 L- es.

V Moritz Hartmann. V

[III. Jahrg.

Abdallah. Ich bette mich hin auf die mooſige Schwelle, 3 Aufzieht des Mondes liebliche Helle, So zu mir ſprach Abdallah, der Kurde: Wiſſe du, warum dein Freund ich wurde. Und wie ich einſt die Nächte verbracht, I 4 Hier will ich verträumen auch dieſe Nacht. Weil du hörſt und ſchweigſt, wenn Andre ſprechen, Weil du ſingeſt, wenn die Andern zechen. Ich ſchließe die Augen die glücklichen Stunden Au Ziehn ſtille vorüber und zeigen die Wunden, Nie das Geſtern hört ich dich beklagen, Doch du redeſt ſchön von künft'gen Tagen. Die blutenden Wunden auf ihrer Bruſt, . Ich ſelber ſchlug ſie und hab's nicht gewußt. Sahſt du Moslems im Gebete liegen, Haſt du, Franke, ehrfurchtsvoll geſchwiegen! Doch aus der Hölle ruft es und tönet: ſte di . O ſchlaf' in Frieden, wir ſind verſöhnet. g Schmerzlich krank, haſt du nur Nachts geklaget, um Morgens ſtiegſt zu Pferd du unverzaget. ſchwir halt d Wenig Waffen trägſt du und mit dieſen Meiſen Prahlſt du nicht, haſt nie dich ſelbſt geprieſen. Im Walde. ihn e ... Durd 5- i 1. Siehſt du dort den Feind auf jenem Hügel? Drhdauhn Wlder din ich, Chambe Ioer flie r 8 s hätt' lü⸗. C 3, 8 Ach! er flieht vor uns, als hätt' er Flügel Und nicht nur Grlllen fing ich, un .. 2 Trä Traurig iſt's, denn käm' es erſt zum Streite, Auch goldene Träume. 1 rnn du ſänkeſt tod iner Seite en! Und du ſänkeſt todt an meiner Seite, Vergeſſen war das Haſſen, 3 u ;E hefm e Ror ADniß Nur Lieb' empfand ich; 3 Trüg' ich heim in meiner Berge Wildniß Dt 7. 5 Kyone Lin Bs n Sranfon ſchäönesNiſdniß Daß Menſchen ſich verlaſſen, o. F 8 8 d 5 1* Eines guten Franken ſchönes Bildniß. Kaum mehr verſtand ich. V idr Nicht, bei meinem eignen Lob zu weilen, Die Sonne in Serxeu Schreib' ich an der Seine dieſe Zeilen. Auf Fnnetagien oneen 4 ünn 1 8 e g Wie Lieder, die geſunken lm . Mur den Freund am Tigris will ich ſingen As 5 Wln 2. C G lingen, 2 S. nei Mögen jetzt ihm Herz und Ohren klingen. pIls Gold aus den Zweigen di 3 . N Ein Knabe ſtand am Wege, am T 5 Durch Blätter und Aeſtlein griß Beſah er im Gehege Srdße Das Haus im Walde. Ein zwitſcherndes Neſtlein. den Ich kam vorbei auf nächtlichen Wegen Er ſah hernieder ſchweigend An einem Haus ſtill abgelegen. Mit Augen, den klaren; 7 3 .. Er deckt' es, tief ſi i Däte Es liegt im brütenden Walde verſteckt, Mit goldenen Tf ſic neigend, Wa Von Epheu und hundert Kräutern bedeckt. 1* 1 a 1 Die Kinder ſchr nn; Hier wohnen die ſel'gen Erinnerungen, Die Aandenn gen ſchrecten* ie 3 meinem Lie ge 63 muu e Die traurig aus meinem Liede geklungen. Dir ſch ntzegenſtrcien fer . e S. d Hier hat in blühender Jugendzeit chelnden Schimmer ISo Mei ü 6 ein Glü d Lei. Mein Glück gewohnt, mein Glück und Leid. Die Mutter auch vom Aſte fahre , 4 3 San re Liede Das Leid iſt verblichen, das Glück verdorben, Senahnntets anſdenngaſt uf de Die grünende Hütte iſt ausgeſtorben. Und furchtlos hernieder dlgten 4 der⸗ So öd' iſt's hier, die Föhre ſauſt Vi 8. 8. r nde Wer weiß, wer jetzt in der Hütte hauſt. di lmd daß jrneru d d Sg 1 4 D &ch möchte ger inlaß fle Mir ſchienen vereint zum Bunde len Ich möchte gern um Einlaß flehen n 5 a, Und fürchte fremde Geſichter zu ſehen, Die Menſchen der Erde. h 1 8 1 Nicht Trug befürcht ich oder Verrath, W Wo einmal die Liebe gewohnet hat. Jahrbuch Deutſcher Belletriſtik auf 1857. Herausgegeben von Siegfried Kapper. Prag, Carl Bellmann's Verlag. .