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Nr. 4.] Dritte folge. 63 2, 5 agen. theiſtiſche Dichter ſieht in allem Werden eine Nothwendig⸗ Liter ariſche Beſprechum g keit, in allem Wollen und Vollbringen eine Vorherbeſtim⸗
mung, in der die Unterſchiede von Gut und Böſe, von Sinn und Unſinn, von Tollheit und Vernunft aufgehoben ſind.„—— Das war wahnſinnig von ihm— aber er war wahnſinnig, und ſo war es ſogar ganz natürlich und bei ihm und von ihm ganz gut,“ ſo ſagt der Verfaſſer von Der Phantaſie gehört der Menſch— das Kind, ſeinem unglücklichen Helden Raimund. Und in dieſer
Vom Ammenmärchen auf; und jeder Thorheit Anſchauung weiß er die Verſöhnung des Lebens zu finden
Und jedes höchſten Opfers iſt er fähig, und die Welt als die„beſte Welt“ zu erkennen:„das iſt
Wenn er, entbrannt, durch ſeine Gluth verbrennt. das große all eine Glück e ſicher und frol 3 chend
Denn wiederum gewährt die Phantaſie as große allgemeine Glück, die ſicher und froh ma hende
Die Welt ihm! Alles Schönſte iſt ihr Traum. Naturgabe, daß ſich Alles, was lebt, für klug und verſtän⸗
Wer in der Phantaſie lebt, lebt im Himmel; dig hält: die Menſchen, die Männer und Weiber alle,
Was aus der Phantaſie fällt, das iſt todt; die Blinden und Tauben, die Kinder und die Alten, ſogar
Und ſtand des Nachts ein Engel da m Glanz— Bär und Schlange, Spinne und Biene, ja, daß ſelbſt die
Am Tage ward er— eine hohle Weide, und Scylange,„ja, daß ſelbſt die
Und wird nie mehr ein Engel; eine Höhle Irrſinnigen gar nicht wiſſen, daß ſie nicht bei Verſtande
Aus Diamant, im Traum geſchaut, iſt, drauf ſind.“ Ueber die großen Vorurtheile und Thorheiten des
9. euchnunden⸗ taum noch Tireleneie Menſchengeſchlechtes heißt es:„Am Himmelsgewölbe ſind Alſo die Oppoſition gegen den nüchternen erſtand viel Haken eingemauert, daran das Menſchenvolk ſeine und den aller Illuſion baren Realismus iſt die Deviſe Thorheiten hängt und woran ſie verwittern. Das neue dieſes Buches. Leopold Schefer iſt ein Geiſtesverwandter Geſchlecht reißt die alten herunter und hängt dafür ſeine Jean Paul's. Der zwiſchen Lachen und Weinen ſtets neuen daran, die wieder verſtocken und heruntergeriſſen hin⸗ und wiederſchwankende Humor, das phantaſtiſche werden und wieder erſetzt; die Haken ſelbſt aber halten.“ Hinüberſpringen vom Nächſten auf das Entfernteſte, das Vergebung für alle und alle Schwächen und Vergehen iſt ſtete Beziehen vom Einzelſten auf das abſtract Allgemeine, die Folge ſolcher Weltanſchauung;„Steh Deinen Kin⸗ das ſind Grundzüge, die beiden gemeinſam ſind. Den dern immer redlich bei, den glücklichen und den unglück⸗ Unterſchied beider kann man wohl dahin feſtſtellen, daß lichen noch mehr in aller ihrer Noth, und erſt recht in Jean Paul, mit ſeinem wunderbar feinen Sinne für das Menſchenſchande und in Sünden vor der Welt. Wer weiß, poetiſche Detail des wirklichen Lebens, vom Concreten was in der Sonne Schande iſt und was erſt gar im Him⸗ ausgeht und auf das Abſtracte ſeine Schlußfolgerungen mel keine Sünde iſt vor dem, der Alles vergibt und ver⸗ macht, während Levpold Schefer⸗ mit ſeiner urſprünglich gab? Sonſt käme der Heiligſte ſelbſt nicht in den Him— myſtiſch⸗philoſophiſchen Richtung, dem Einzelnen nur in- mel!— Auch mit den Weibern muß man es ſo halten!“ ſofern Geltung zu Theil werden läßt, als es ein Beleg für 4 ſein allgemeines Axiom iſt. Eigenthümlich iſt es, daß Die Fabel der vorliegenden Novelle, die dieſe Grund⸗ Julian Schmidt, der Schildträger des Realismus, der gedanken zur Anſchauung bringt, iſt eine ſeltſam compli⸗ Jean Paul als krankhaft und arm verwarf, um auf ſeine cirte und für das kleine Bändchen auffallend reiche. Eine Koſten Leopold Schefer als tief und ſinnig zu erheben, Patriciertochter in Köln iſt zum Scheiterhaufen verurtheilt, hier nun in dem ſo erhobenen Dichter ſeinen eignen Gegner weil ſie zu einem Juden in unerlaubtem Verhältniß ſtand. finden muß. Ihre Schweſter Irmengard, welche in Stolz und Vorurtheil Ein junger Arzt, der im Jahre 1848 in Berlin zum dieſe Verdammung gerechtfertigt fand, ſchließt ſich dem Doctor promovirte, ſtellte die Annahme eines morbus de- Kreuzzuge an und hat das Unglück, im Umgange mit dem mocraticus auf und behauptete, die geſammte damalige Führer, dem Kinderherzog und Hirtenknaben Nicolas, der⸗ Revolutionsbewegung ſei nichts, als eine anſteckende epi- ſelben Folgen theilhaftig zu werden, die ihre Schweſter demiſche Krankheit, die in irgend welchen phyſiologiſchen für den Feuertod beſtimmten. Sie wird Kindesmörderin Zuſtänden ihre Veranlaſſung habe. Leopold Schefer ſchil⸗ und nach Entdeckung der That zum Tode verurtheilt. Ihr dert uns die bekannte merkwürdige geſchichtliche Erſcheinung Onkel Raimund, der urſprünglich dem Kinderenthuſiasmus eines weit um ſich greifenden Aufbrechens der Jugend feindlich iſt, wird von ihr in denſelben hineingeriſſen, ver⸗ zu einem Kinderkreuzzug zur Eroberung des heiligen fällt allmählich in Wahnſinn, bildet dabei ſich ein, in Ir⸗ Grabes als eine ähnliche, unwiderſtehliche Bewegung der mengard ſeine geſtorbene Gattin Gabriele wiedergefunden Gemüther, deren Grund er aber nicht in ſtofflichen Ver⸗ zu haben, und beſchließt, trotz ſeinem Wahnſinn noch anlaſſungen findet. Im Gegentheil, der Arzt, der durch logiſch berechnend, Irmengard vom Tode zu befreien. Die⸗ materielle Mittel die Geiſteskrankheit heilen will, indem ſes vollführt er, indem er Henker wird; er ſoll die Nichte er den Kindern höchſt humoriſtiſch ein gewiſſes„ausführ⸗ hinrichten und da macht er von einem alten Rechte Ge⸗ liches“ Medicament in Trank und Speiſe miſcht, ſieht brauch, welches dem Henker geſtattet, einer Verurtheilten ſeine Künſte ſcheitern und muß ſelbſt dem allgemeinen das Leben zu erhalten, wenn er ſelbſt ſie zur Gattin neh⸗ Enthuſiasmus ſeine Rührung zollen. Die ganze ſelt⸗ men will. Irmengard und Raimund werden getraut, ſie ſame Bewegung wird uns geſchildert als ein allgemeiner, müſſen aber, eben demſelben Recht zur Folge, in ihrem von Einem zum Andern ſich fortpflanzender Wahnſinn, ehelichen Lager ſtets das Richtſchwert zwiſchen ſich liegen aber ein Wahnſinn, der nicht mehr Wahnſinn iſt, als aller laſſen. Irmengard iſt glücklicher Weiſe, im Begriffe das andere Sinn im Menſchen, eine Krankheit, die nicht mehr Schaffot zu beſteigen, ſtumm geworden, ſa daß ſie Rai⸗ Krankheit iſt, als alles andere Leben,— denn der pan⸗ mund nicht über ſeinen Irrthum in Betreßtihrer Perſon
Der Hirtenknabe Nicolas, oder der deutſche Kinderkreuzzug im Jahre 1212. Nach den Chroniken er⸗ zählt von Leopold Schefer.— Leipzig, F. A. Brock⸗ haus, 1857.
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