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abgekürzte. „Coburg zuerſt der⸗
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Citerariſche Beſprechungen.
Deutſche Lebensbilder. Erzählungen von Fanny Erſtes Bändchen: Die Hausgenoſſen.— zweites Bändchen: Das große Loos.— Drittes Bänd⸗
Lewald.
hen: Kein Haus.— Viertes Bändchen: Die Tante. Braunſchweig. Vieweg u. Sohn. 1856.
„Mit dieſen deutſchen Lebensbildern,“ ſagt die Ver⸗
aagshandlung,„übergeben wir dem Publicum eine Reihe
von dichteriſchen Darſtellungen, in welchen die Verfaſſerin
vorzugsweiſe deutſche Zuſtände, Sitten und Charaktere nus allen Claſſen und Verhältniſſen unſres Volkes abzu⸗ ppiegeln verſucht hat. Die deutſchen Lebensbilder ſind für kein beſonderes Publicum beſtimmt, ſondern für Leſer aller Claſſen und Stände des Volkes. der Verfaſſerin iſt darauf gerichtet, dem vorzugsweiſe ſo⸗ genannten„Volke“ nicht nur durch Inhalt und Form dieſer
Lebensbilder zugänglich zu werden, ſondern ihm zugleich
nuich durch eine in Deutſchland außergewöhnliche Billigkeit des Preiſes die Möglichkeit zu gewähren, ſich durch An⸗ ſchaffung derſelben eine Hausbibliothek werthvoller, in ihrer Art claſſiſcher Productionen der erzählenden Dichtung zu erwerben“ u. ſ. w.
Fanny Lewald möchte populär werden. Dieſe Abſicht, dieſie mit ziemlich allen deutſchen Schriftſtellern und Schrift⸗ ſtellerinnen theilt, iſt an ſich eine durchaus löbliche. Durch Herausgabe der vorliegenden Novellen in kleinen Heftchen von 90 bis 100 Seiten zu einem höchſt billigen Preiſe tröffnet die Verlagshandlung äußerlich den Weg zur Ver⸗ ſolgung dieſes Zweckes. Ob derſelbe in der That erreicht werden wird, daran wird der Inhalt dieſer Bändchen ſei⸗ nen Werth erweiſen.
Die erſte und letzte der vier Erzählungen erſcheinen uns als die unbedeutendſten derſelben.„Die Hausge⸗ noſſen“ ſchildern den Conflict zwiſchen zwei Familien, de⸗ ren die eine vornehm, aber mittellos und unpraktiſch, wäh⸗ rend die andere anſpruchslos, aber wohlhabend und emſig
Aber die Hauptabſicht
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thätig iſt. Die Schilderung ſolches Conflictes iſt immer zeitgemäß, doch möchte die Darſtellung eines ähnlichen Stoffes in„Eine Familie aus der erſten Geſellſchaft“ von Mathilde Raven vor dieſer durch Energie und Wahrheit den Vorzug verdienen. Auch in der Novelle„Die Tante“ finden wir nicht eine ſolche Beherrſchung und Durchdrin⸗ gung des Stoffes, wie wir ſonſt bei einer„in ihrer Art claſſiſchen“ Schriftſtellerin erwarten durften, und eine ähn⸗ liche Erzählung von Julie Burow,„Couſine Roſinchen,“ in deren Novellen(Leipzig, Coſtenoble, 1854) tritt dieſer mindeſtens an die Seite.
Um ſo glänzender tritt der Verfaſſerin Talent da her⸗ vor, wo ſie es bisher noch nicht geprüft hat, in zwei Dorf⸗ geſchichten, die mit den Verſuchen George Sand's auf demſelben Gebiete ſicher gleichen Werth haben. Kein
338 Haus,“ ein Seitenſtück zu Auerbach's„Ein eigen Haus,“ und„Das große Loos“ ſind tief wahre, echt poetiſche Charakterſkizzen aus dem Leben, Lieben und Leiden des deutſchen Volkes. Der Schäfer Jakob, der ſeine Geliebte nicht heirathen darf, weil er kein eigen Haus hat, und mit ihr an der Strenge dieſes Geſetzes zu Grunde geht, läßt uns einen erſchreckend tiefen Blick in die Exiſtenzfrage des
armen Mannes thun. Das Schickſal der Nätherin Chriſtel
dagegen, deren Mutter ein Theil vom großen Loos gewon⸗ nen, die aber doch ihren Ferdinand Wendland nicht heira⸗
tthen ſoll, weil ſie eines Inſtmannes und nicht eines Bauern,
Kind iſt, gibt uns ein Beiſpiel des Vorurtheiles und des Kaſtenſtolzes, die brutaler Weiſe im innerſten Kern des Volkes ſelbſt erhalten werden. In letzter Zeit hat die Poeſie viel Glück gemacht, welche die Welt als durchaus vollkommen darſtellt und den als einen Narren behandelt, der davon nicht überzeugt ſein will; wir für unſern Theil aber
glauben, daß es noch immer Conflicte gibt, über die Hu⸗ mor und Nonchalance allein nicht weghelfen, und deshalb lieben wir die Kunſt, die in würdigem Tone der Welt das Bild ihrer Thorheiten und Vergehen vorhält, um das mo⸗ rraliſche Gefühl zu erhöhter Kraftanſtrengung wachzurufen.
R. Giſeke.
Allgemeiner Anzeiger.
Verlag von Carl Meyer in Hannover.
Ebener, G., Album poétique. Blüthen aus den Werken der neueren und neueſten franzöſiſchen Dichter. Für den höheren Schulunterricht und die häusliche Fortbildung. 8. broſchirt 25 Ngr. Boudoir⸗Ausgabe elegant gebunden 1 Thlr.
Eine aus Originalquellen geſchöpfte, nicht gewöhnlich compi⸗ licte Sammlung franzöſiſcher Poeſie, die namendei hlich ehude un Unterricht beſtimmt, mit Biographien, einer Verslehre, einer Ueberſicht der poetiſchen Nationalliteratur Frankreichs und ſach⸗ lihhen Noten verſehen iſt. Es exiſtirt bis jetzt keine derartige An⸗ lologie, die mit ſolcher Vollſtändigkeit in Bezug auf die hervor⸗ genderen Dichter Frankreichs der neueren und neueſten Zeit und umt ſolcher emfigen Mühe zuſammengeſtellt wurde. Der Preis
des höchſt correcten und elegant ausgeſtatteten Buches iſt bei einem
unfange von 480 Seiten ein überaus billiger.
V Curtis, G. W., Ril⸗Skizzen eines Howadji(Rei⸗ ſenden) oder der Amerikaner in Aegypten. A. d. GEgngl. von F. Spielhagen. 8. eleg. broſch. 25 Ngr. Das Erſtlingswerk des jungen Amerikaners, das hiermit in einer(möglichſt treuen) Ueberſetzung gebracht wird, hat ſeinem Verfaſſer mit einem Schlage einen Platz unter den anerkannten literariſchen Celebritäten ſeines Vaterlandes errungen. Und in der That, wenn Schärfe und Feinheit der Beobachtung, gründliche und vielſeitige Bildung, eine reiche Phantaſie, liebenswürdiger Humor und eine ausgezeichnete Darſtellungsgabe Vorzüge eines Schriftſtellers, vorzüglich eines Reiſeſchriftſtellers ſind, ſo iſt der große Erfolg, den Curtis Werk hatte, kein ungerechtfertigter. Curtis ſchreibt nicht für Gelehrte und macht keinen Anſpruch auf Gelehrſamkeit; er ſchreibt für das große gebildete Publicum, und dieſem wird ein ſo geiſtreicher Führer durch das alte Wunderland Aegypten ſicher willkommen ſein.— 4 Auch eignet ſich dies Buch zu einem paſſenden Weih⸗ nachtsgeſchenke für Gebildete.
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