Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
543
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Nr. 34.]

Dritte

Literariſche Beſprechungen.

Polniſche Romanbibliothek. ryna. Von J. J. Kraszewski. Zwei Theile. von J. N. Fritz. Breslau. J. U. Kern. 1856.

Die polniſche Literatur iſt mit dem Jahre 1831 in ein neues Stadium getreten, und in dieſem ſteht Kras⸗ zewski als Erzähler ſowohl, wie auch als Dichter(in mehr als einer Hinſicht) ganz allein da. Ihm gebührt das große und unbeſtrittene Verdienſt, durch ſeine Schöpfungen den franzöſiſchen Roman aus den Salons und Boudoirs in Polen verdrängt zu haben; ſeine Erzählungen verſchaff⸗ ten ſich an Orten Eingang und was mehr ſagen will ſie erhielten ſich da, wo man es vor zehn Jahren als gegen den guten Ton verſtoßend betrachtete, ein in der Landesſprache geſchriebenes Buch zur Hand zu nehmen. Will man ihn auch nicht als den Gründer der Erzählung

Oſtap und Ja⸗ Deutſch ¹

novelliſtiſchen Bearbeitungen deſſelben Gedankens, z.

gelten laſſen und dieſe Ehre, wenn gleich nicht ganz mit

Recht, J. Bernatowicz und einigen Anderen zuſprechen, ſo gebührt ihm doch unbedingt der Ruhm eines Wieder⸗ erweckers derſelben, ein Ruhm, den er höchſtens mit dem litthauiſchen Chodzko zu theilen haben könnte. Wir haben heute für das Fach der Erzählung manche mit Recht ſehr geſchätzte Autoren, Kraszewski jedoch war ihnen, in der Zeit wenigſtens, voraus und mithin der Erſte.

Mit dieſen Worten führt der Herausgeber hier den erſten Roman Kraszewski's bei unſerem Publicum ein. Wie weit er mit ſeinem Lobe des polniſchen Dichters im Allgemeinen Recht hat, können wir nicht beurtheilen; wir vermögen nur aus dem einen vorliegenden Buche einen Schluß auf ſein Talent und ſeine Anſchauungsweiſe zu ziehen. Wir können nicht ſagen, daß es eine großartige Begabung für den Roman ſei, die uns hier entgegentritt. Wir finden weder jene Kraft draſtiſcher und ſpannender Situationsentwickelung wie vornehmlich in engliſchen und

folge. 543 franzöſiſchen Romanen, noch jene Gewiſſenhaftigkeit der Motivirung wie in Goethe's pſychologiſchen Meiſterwerken; Herr Kraszewski befolgt in dieſem Romane jene leichte Manier, die uns in jedem der Capitel, die oft um zwanzig und mehr Jahre auseinander liegen, verſchiedene Perſo⸗ nen in verſchiedenen Lagen ſchildert und dabei viel mehr auf das Ueberraſchende als auf die innerliche Nothwen⸗ digkeit derſelben ſieht. Der Hintergrund ſelbſt dieſer Si tuationen ſind die ſocialen Verhältniſſe der Gegenwart und ſpeciell der ſlaviſchen Länder. Die Conflicte der Bildung mit der Leibeigenſchaft geben das Intereſſe für den Helden ab, ähnlich wie Wolfſohn in ſeinem StückeNur eine Seele es für ſeine Heldin ausgebeutet hat. Daß aber in der Ausführung dieſes Sujets jene fortſchreitende dra⸗ matiſche Einheit fehlt, die wir in dieſem Drama und in B. in der kürzlich von uns mitgetheilten NovelleNur zwei Seelen gefunden haben, das iſt es, was wir als Mangel der Kraszewski'ſchen Darſtellungen anſehen müſſen. Herr J. N. Fritz, hat dieſen Vorwurf ſelbſt empfunden und er verleugnetAihn nicht, indem er die Anſicht Anderer mit⸗ theilt, daß Kraszewski ſeine Kräfte zerſplittern und ſein Talent nicht in einem Punkte vereinigen könne. Die Erklärung ſolches Mangels an Gründlichkeit der Ausfüh rung iſt uns freilich auch gegeben, wenn wir erfahren, daß, ohne die ſechzig Bände des zwölf Jahre von ihm redigirten Athenäum, die übrigen von ihm herausgegebenen Werke bereits über hundert Bände betragen, während er ſelbſt noch im Anfang der vierziger Jahre ſteht.

Trotzdem ſei es ferne von uns, dem Herausgeber und Verleger unſern Dank für die hier eröffnete Sammlung vorenthalten zu wollen. Was wir an Präciſion der Form⸗ vermiſſen, wird uns mannigfach durch Fülle und Neuheit des Inhaltes erſetzt. Schilderungen des Volkslebens und der Landſchaften aus den öſtlichen Ländern geben dieſem Romane einen ethnographiſchen Werth. Wir erfahren hier,

Lola Montez in Adelaide.

DasWanderbuch eines öſterreichiſchen Virtuoſen enthält eine intereſſante Schilderung aus Adelaide. Im Laufe der Beſchreibung eines Concertes heißt es:.... Waͤhrend der Ge⸗ ſangsvorträge entſtand ein lebhaftes Geräuſch im Saale, Aller Blicke richteten ſich neugierig nach der Thür, aus welcher Lola Montez, von einer Schaar Bewunderer gefolgt, ſtolz und ſtrahlend in den Saal ſchritt. Ein allgemeiner Beifallsſturm erhob ſich, ſogar Kränze und Blumenbouquets flogen ibr zu, Lola iſt trotz alles ihres Aergerniſſes, das ſie ſtiftet, hier wie überall, wo ſie erſcheint, die Tagesheldin. Alle feindlichen Hinderniſſe fliehen betäubt vor der tanzenden Sirene. Die Luft dieſer aben⸗ teuerlichen Länder ſtärkt ihre phantaſtiſche Organiſation, wie die Flamme den Stahlv ſie iſt ſchön und verführeriſcher als je, und der mächtige Zauber ihrer Augen vermag auch dem ſtrengſten Tadler ein Lächeln abzuſchmeicheln. 1 8 Concert mit ihr erſchien, befand ſich auch ein wunderlicher Patron. Es iſt ein verrückter engliſcher Gentleman, ſchon hoch in den Jahren, unermeßlich reich, der aber trotz ſeiner Millionen zu den bedauernswertheſten Narren der Erde gehört. Er iſt nämlich

dernſiſhbleun Wahnſinn in Lola Montez verliebt, die, wie begreiflich, ohne jede Spur von Gegenliebe den Armen wie einen ofnarren 6,; 1 3 Aume e einen 1776 einem R fnoche er ihm i Kehle ſteck je Hofnarren zum Poſſenſpiel ihrer Launen hält. Die luſtige Jägerin 1776 an einem Rebhuhnknochen, der ihm in der Kehle ſtecken blieb.

liebt nur die Jagd und verſchmäht die Beute. Von dieſem wunder⸗ lichen Liebeshandel erfährt man die bunteſten Hiſtörchen. Hier ein kleines Beiſpiel. Der Redacteur des MelbournerArgus, dem der Spinnentanz nicht gefiel, zog mit ſcharfer Feder aufs feindlichſte gegen Lola in den Krieg, die ergrimmt den fatalen

Unter dem Gefolge, das im

Sittenprediger zum Zweikampfe forderte. Der Geforderte ſchrieb ihr ruhig in ſeinem Blatte als Antwort: er bedauere, nicht dienen zu können, denn er ſchlage ſich mit keinem frechen, unge⸗ zogenen Weibe. Dieſes war Oel für Lola's flammenden Zorn. Sie waffnete ſich mit ihrer berühmten Reitgerte, ſtürzte wüthend in die Wohnung des Journaliſten, der aber, vorbereitet auf ihren Beſuch, alle üblichen Anſtalten traf und ſie ohne Umſtände zur Thür hinauswarf. Krank vor Zorn und ohnmächtiger Wuth ſchrieb ſie folgenden in öffentlichen Blättern publicirten Aufruf: Gentlemen! Der Zeitungsredacteur N. ſchmäht Lola Montez und iſt zu feig, mit ibr in Kampf zu treten. Der erbärmliche Wicht verdeckt ſeine Feigheit; er ſagt, er ſchlage ſich mit keinem Weibe wohlan denn, Gentlemen und Freunde, Ihr ſeid Männer ſchlagt Euch für mich! Und der oben erwähnte närriſche Gentleman ſchlug ſich für Lola; der Redacteur, der ihm auf die bereitwilligſte Weiſe den Arm zerſchmetterte, iſt mein guter Be⸗ kannter, und darum hat mich Lola neuerdings aus dem Buche ihrer Liebe geſtrichen.

Mannigfaltiges. Edward Wortley Montague(geb. 1715) ſtarb am 2. Mai

Rhazes, einer der berühmteſten Aerzte der alten Araber, ver⸗

ordnete das Schachſpiel als probates Mittel gegen Melancholie und Liebe..