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Zeit lang nichts als ihr Portraͤt, und kam endlich auf den Gedanken, ſeine eigene Thorheit in einem großen Gemaͤlde zur Schau zu ſtellen. Die Geſchichte der Ju⸗ dith, welche dem Holofernes das Haupt abgeſchlagen, ſollte ſein Gegenſtand werden. In der Perſon der Indith ſtralte die ſchoͤne Giulia, und das Haupt des
Holofernes in ihrer Hand war ſein eigenes wohlgetrof.
fenes Bildniß. Der Magd der Judith, welche einen Sack herzubringt, das Haupt hinein zu thun, gab er die Zuge ihrer Mutter, weil er ſich an dieſer zu rächen gedachte, daß ſie ihn in jener Racht ſo unfein ange⸗ laſſen hatte.—
Unausgeſetzt benutzte er jeden Augenblic des Ta⸗ gelichtes, an dieſem Bilde mit allem Fleiße zu arbeiten. So ward es denn auch das ſchoͤnſte Gemalde, er je gefertigt.—
Er lebte und webte einzig noch in dieſem Bilde. Vegierig, zu ſehen, welch einen Eindruck es auf an⸗ dere Menſchen machen wuͤrde, eilte er, es in die Saͤaͤle der Kunſtausſtellung bringen zu laſſen.
Wie er nun hier, ſein Geſicht im Mantel verſteckt, in einem Winkel lauſchend zubringt, ſo erlebt er ſeinen hoͤchſten Triumph. Giulia ſelbſt, von der er nicht ein⸗


