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Blumenbouquets in Perlmutter, Bronze und Schildpatt, ſtellenweiſe auch mit Marmor ausgelegt...
4. Ein Schreibtiſch; ebenfalls eingelegte Arbeit. In der Mitte deſſelben ein Medaillon zuſammengeſetzt aus Attributen der Muſik, welche überragt werden durch Blumen und Fruchtgewinde. Die Füße ſind geſchweift, um den Tiſch laufen Blumenguirlanden.
5. Ein ähnlicher Schreibtiſch. Um denſelben läuft eine Gallerie aus Kindern und Blumen zuſammengeſetzt.
6. Eine kleine Chiffonniére ganz mit der an den Kommoden ſichtbaren Arbeit übereinſtimmend, mattvergoldete Bronze⸗Verzierungen, zwei Büſten und ländliche Embleme ſchmücken die Ecken.
7. Ein Canapé mit Gros de Tours überzogen. Lehne und Seiten⸗ wände mit Guirlanden und Medaillons geſchmückt und ausgelegt. Dazu die Polſter, zwei Rollkiſſen und zwei Fußkiſſen mit Griffen in Eichelform.
8. Zwei Bergoren(längliche Polſterſtühle), ſechs Fauteuils, zwölf kleine Stühle, ein Feuer⸗ und ein Kaminſchirm mit ſechs Blättern. Dieſelben Stoffe wie die Ueberzüge des Canapés.
9. Drei hängende Tapeten von gemaltem Bazin, die Ränder geſtickt. Zwei Thürvorhänge(Portiéres) vier Gardinen, Stoffe wie bei 7 und 8.
10. Eine zweiſtufige Fußbank um in das Bett zu ſteigen, mit Perſe be⸗ zogen, dazu ein Rollkiſſen für die Bettwand mit vergoldeten Nägeln.
11. Ein Bett mit Bildhauerarbeit und Himmel. Vier große und vier kleine Vorhänge, alles in ſchwerer Seide, die Ränder mit Kanten und Spitzen geſchmückt, zu beiden Seiten durch vergoldete Schnallen gehalten. Oben auf dem Rande des Betthimmels das Wappen der Exkönigin, darüber ein Buſch von breiten Federn. Rings um das Bette läuft ein Schirm aus 34 Ellen Gros de Tours, die in Falten geſpannt ſind, zuſammengeſetzt. Länge des Bettes 5 Fuß 10 Zoll. Breite 6 Fuß 8 Zoll. Höhe 11 Fuß 3 Zoll. Das Holz iſt weiß lackirt mit vergoldeten Platten und Schrauben.
Unterz.: Auguis. Treilhard. Volksrepräſentanten.“
Bemerkenswerth iſt, daß bei Paragraph 4 im Originale die Worte: „welche über ragtwerden“ anfangs nicht dort ſtanden. Man bemerkt einen Strich und lieſt deutlich darunter die Worte:„Welcheg ekrönt wer⸗ den.“ Dem Schreiber war das Wort„gekrönt“ muthmaßlich zu royaliſtiſch, und um ſeinen republikaniſchen Gewiſſensbiſſen zu entgehen, ſtrich er das gekrönt aus und ſetzte überragt dafür. Wohin mögen dieſe ſchönen, kunſtvollen Möbel wohl gekommen ſein? Welche Hände mögen die Kom⸗ moden, Schränke und Seſſel berührt haben, die einſt der unglücklichen Königsfamilie gehörten? Das unter Nr. 6 angeführte Schränkchen iſt wahr⸗ ſcheinlich daſſelbe, welches in dem Palaſt Vendramin zu Venedig im Beſitze der Herzogin von Berry ſich befindet, wenigſtens paßt die Beſchreibung darauf. Abgeſehen von der Koſtbarkeit der Möbel, zeigt ſich auch zugleich deutlich, daß die Königin großen Schönheitsſinn und feinen Geſchmack beſaß, die ſie bewogen, ſich mit eleganten und künſtleriſch verzierten Gegenſtänden zu um⸗ geben. G. Hiltl.
Unterm Portal des Kriegsminiſteriums in Berlin.
In der zweiten Hälfte des Januar, an einem kalten Sonntagmorgen trafen unter dem Portale des Kriegsminiſteriums zwei Militärperſonen zu⸗ ſammen, der eine in reicher Generalsuniform, der andre im ſchlichten Invalidenrock, die Bruſt voll Decorationen.—„Wollen Sie auch hin?“ fragte der General den ſalutirenden Invaliden; und ſtramm entgegnete dieſer:„„Jawohl, Excellenz!““ da er über das„wohin“ keinen Augen⸗ blick in Zweifel ſein konnte.—„Nun, ſo ſteigen Sie ein!“ fuhr jener fort, indem er auf ſeinen vor dem Thore haltenden Wagen zeigte. 2„ Da hinein ſoll ich—““ entgegnete mit ſtaunendem Zögern der Invalide; aber das„Raſch! raſch!“ ſeines Vorgeſetzten überwand ſeine Bedenklichkeiten und er ſtieg ein, nahm jedoch beſcheiden, ihm gegenüber, Platz.„Nein, nein! ordentlich!“ drängte der General und der Alte mußte ſich neben ihn ſetzen.„„Na, denn— man zu!““ äußerte er tief aufathmend aber ent⸗ ſchloſſen, und ins königliche Schloß, zum Krönungs⸗ und Ordensfeſte fuhren die beiden: der Kriegsminiſter und der Portier des Kriegsmini⸗ ſteriums. 4
Was man von einem Ritter verlangte.
Eine ſehr alte Dichtung ſtellt folgende Forderungen: „Ihr, die ihr den Ritterſtand begehrt, müßt ein neues Leben führen; Ihr müßt andächtig wachen im Gebete, die Sünde, den Stolz und die Nieder⸗ trächtigkeit meiden, die Kirche, Wittwen und Waiſen vertheidigen, und mit edler Kühnheit das Volk beſchützen. Ein Ritter muß ſich als ein redlicher Beſchützer, ohne andern das Ihrige zu entziehen, aufführen; er ſei ſtets un⸗ verdroſſen, ſtets mit den Verrichtungen ſeines Standes beſchäftigt, mit recht⸗ mäßigen Fehden, mit Reiſen, mit Turnieren, mit Ritterübungen zum Dienſte ſeiner Geliebten; er muß nach jeder Ehre ſtreben, ſo daß man ihm weder Schimpf noch Niederträchtigkeit in ſeinen Handlungen vorwerfen kann; er maße ſich nie eines Vorzugs vor anderen an. So ſei die Aufführung eines Ritters. Er liebe ſeinen rechtmäßigen Herrn, und die Bewahrung der Be⸗ ſitzungen deſſelben ſei ſein eifrigſtes Beſtreben; er zeige Gerechtigkeit und edel⸗ müthige Freigebigkeit; er ſuche die Geſellſchaft angeſehener Leute, höre gerne ihre Erzählungen, und lerne daraus; er vernehme gerne die Thaten der Helden, damit er auch im Stande ſein möge, große Handlungen zu verrichten, wie es ehemn König Alexander machte. So ſei die Aufführung eines Ritters be⸗ affen.“
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Der Verfaſſer des Buchs Lordre de Chevalerie läßt ſich über dieſe Forderungen noch umſtändlicher aus:„Die Fertigkeiten(d. i. Tugenden und Sitten), die man von einem Ritter fordert, beſtehen in ſieben Tugenden, wovon drei theologiſch, Glaube, Hoffnung und chriſtliche Liebe; die vier anderen ſind Ge⸗ rechtigkeit, Klugheit, Stärke und Mäßigkeit;“ hierauf folgt die Erklärung der Tugenden, welche entgegengeſetzt ſind den ſieben Todſünden,„der Unmäßigkeit in Eſſen und Trinken, der Schwelgerei, dem Müßiggang, dem Stolz, dem Geiz, dem Neid und dem Zorn, die ebenfalls erklärt werden. Bekanntlich iſt keine Gerechtig⸗ keit ſtrenger, als die, welche unter Leuten von einerlei Stande ausgeübt wird. Da wird das gemeinſchaftliche Intereſſe auch das perſönliche eines jeden insbeſon⸗ dere. War ein Ritter genöthigt, ſich von der Tafel der Ritter wegzubegeben, ſo durfte er ſich auch nicht einmal an der Tafel der Knappen niederlaſſen, wenn er ſich nicht einer gleichen Beſchimpfung ausſetzen wollte. Bertrand dü Guesclin gilt als Stifter dieſer Sitte, Bertrand, ſagte Alain Chartier hin⸗ terließ zu ſeiner Zeit in den Sitten und bei der Ritterſchaft, wovon hier die Rede iſt, den Gebrauch, daß man vor einem Edelmann, der ſeinem Stande Schande machte und deshalb Tadel verdiente, während des Eſſens das Tiſch⸗ tuch zerſchnitt. Allein meiner Meinung nach iſt dieſe Sitte älter, und Gues⸗ clin erneuerte ſie blos.“
Zuweilen wurde das Zerſchneiden des Tiſchtuchs auch zu beſondern Zwecken benutzt. Als einſt Wilhelm von Hennegau, Graf von Oſtrevan an der Tafel König Karls IV ſpeiſete, trat ein Herold in den Saal, und ſchnitt vor dem Grafen das Tiſchtuch entzwei, unter der Ankündigung, daß ein Un⸗ bewaffneter nicht verdiene an der königlichen Tafel zu ſitzen. Der Graf, den dieſer unerwartete Auftritt äußerſt befremden mußte, antwortete, daß er ſo gut, wie andere Ritter, Schild und Lanze führe. Unmöglich, erwiederte der älteſte Herold, denn Sie wiſſen, gnädigſter Herr, daß Ihr Großonkel von den Frieſen getödtet worden, und daß ſein Tod bis jetzt ungerächt geblieben iiſt. Hätten Sie Waffen, ſo würde dieſes längſt geſchehen ſein. Dieſe beſchimpfende Ceremonie erregte den Ehrgeiz des Grafen, der nun an nichts mehr dachte, als wie er dieſe Schande wieder gut machen möchte. 8
Ein anderer Urſprung des Wortes„Salbadern.“
Von den Badeſtuben, den alten„Seel⸗Bädern“, iſt es in Nr. 14. abzu⸗ leiten verſucht; aber eine andere Ableitung hat viel mehr innere Wahrſchein⸗ lichkeit. Nicht„ſalbadern“, ſondern„ſalpatern“ iſt das Wort zu ſchreiben, salus patriae iſt ſeine Wurzel, und ſein Sinn nicht ſehr verſchieden von „kannegießern.“ Es war nämlich in den vorigen Jahrhunderten in den Reichsſtädten, namentlich den ſchwäbiſchen, Gebrauch, keines der vielen Gaſt⸗ mahle, wozu theils Kindtaufen und Hochzeiten, theils öffentliche Angelegen⸗ heiten den willkommenen Anlaß gaben, zu beſchließen, ohne daß zuletzt noch ein Trinkſpruch(jetzt würde man ſagen:„ein dreifach donnernd Hoch“) auf die
salus patriae(das Heil des Vaterlandes) ausgebracht worden wäre. Die⸗
weil nun aber unſre ehrſamen Altvordern in der altdeutſchen Kunſt des Trinkens bei ſolchen Anläſſen gar Außerordentliches leiſteten, ſo kam es, daß der obligatoriſche Trinkſpruch auf die salus patriae in der Regel ſich nicht mehr durch bündige Kürze und logiſchen Gedankenfortſchritt auszeichnete. Und da ſagten dann die auſwartenden Dienſtboten im Vorzimmer:„Nun iſts bald zu Ende, ſie ſalpatern ſchon,“— wo denn nach ſüddeutſcher Mundart das p weich, wie b, geſprochen wurde. So iſt das Wort ſalpatern zu jener fatalen Bedeutung gekommen, und hat ſich ſammt ihr bald über ganz Dentſch⸗ land verbreitet. E.
Für das deutſche Rettungsweſen zur See gingen bis heute, den 24. April, ferner ein:
Ihre Königl. Hoheit, die Frau Kronprinzeſſin von Preußen Thlr. 100. Eine Wittwe in Stuttgart Thlr. 1. E...l in Wöbel Thlr. 2. Die Prima, Se⸗ cunda, Tertia, Quarta und Quinta des Gymnaſiums zu Arnſtadt Thlr. 5. 15 Gr. Oberconſiſtorialrath Drenckmann ebend. Thlr. 2. Dir. Th. Papſt ebend. Thlr. 1. Von den Turnern des Catharineums zu Lübeck Thlr. 7. Frau A. Berg in Berlin Thlr. 2. Von einer Dame in Berlin Thlr. 1. Chr. Pfeiffer in Mainz Thlr. 10. H. R. Cottbus zu Cottbus Thlr. 2. Ed. Coesfeld in Bielefeld Thlr. 2. A. F. in Berlin Thlr. 25. Gymnaſiaſt C. S. in Saar⸗ brücken 15. Gr. Baron von der Goltz zu Engers Thlr. 2. H. W. in Goldbeck Thlr. 1. Pf. Fleck in Wahlhauſen Thlr. 1. W. G. und O. K. in Düſſelthal Thlr. 2. F. Lange in M.⸗Gladbach Thlr. 2. Aus Oldenburg Thlr. 1. Pf.Caeſar in Kaltendorf Thlr. 2. Haarbeck in Münſter Thlr. 1. T. in Erlangen Thlr. 2. A. Ludwig in Perſchütz Thlr. 1. Pf. Winter in Schwarzenberg Thlr. 1. Un⸗ genannt 15 Gr. Pf. L. und Familie W. in Fürſtenwalde Thlr. 5. 10 Gr. J. R. in Naumburg Thlr. 5. Aus einem Leſerkreiſe des Daheim in Ratzeburg Thlr. 5. El. R. Seemannsbraut und Leſerin des Daheim in Lieberoſe Thlr. 17. 12 ½ Gr. Abonnent in Zürich Thlr. 2. Frl. K. aus Hannover Thlr. 2. Ein guter Patriot in Mühlhauſen i T. Thlr. 3. D. P. A.& P. M. Thlr. 3. Aus Brandenburg„zur deutſchen Sache“ Thlr. 1. Von Wef in Carlsruhe Thlr. 2. Victor Weiß in Langenſalza(ſtellt außerdem einen Jahresbeitrag in Ausſicht) Thlr. 25. F. Pf. in E. Thlr. 1. B. L. in Leipzig Thlr. 10. G. C. in Mann⸗ heim Thlr. 1. W. Schlendter in Homburg v. d. H. Thlr. 1. Pf. Pickert zu Neubruck Thlr. 1. 20 Gr. Tertia des Gymnaſiums zu Zeitz 20 Gr. G. P. F. zu Kaiſerswerth 20 Gr. Ratibor Graf von Wrſchovetz in Düſſeldorf Thlr. 5. v. D. G. in Cöln Thlr. 5. Staatsanwalt Schrader in Sangershauſen Thlr. 5. und ein jährlicher Beitrag von Thlr. 2. Summa: Thlr. 1104. 7 ½ Gr.
Briefe und Sendungen ſind zu richten an die Redaction des Daheim in Leipzig, Poſtſtr. Nr. 2.
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Unter Verantwortlichkeit von A. Klaſing in Bielefeld, herausgegeben von Dr. Robert Koenig in Leipzig. Berlag der Daheim⸗Expedition von Delhagen* Klaſing in Bielefeld und Berlin.— Druck von Fiſcher a Wittig in Leipzig.
E „ 1865. ' b In einen durg, den au Wandersmann
ſeiner in dieſer (- Schloß, Haidelliſ anders, aber 1 denn iſt an n iſt auch durch in j — ihnent
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ſo leben doch Herren von F wenn ſie auc achtun igswerth
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