Jahrgang 
1865
Seite
475
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Das Verzeichniß erſchien ſpäter im Druck und ward durch Anſchlag veröffent⸗

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ſchon glaubten ſie ein Meſſer blitzen zu ſehen, allein die Geſtält lag vor ihnen auf dem Knie. Ein ſchwarzer Mantel ward zurückge⸗ ſchlagen, die Kapuze fiel und die Strahlen des Mondes beleuchteten das ſchöne Angeſicht eines Mannes, von deſſen Halſe eine blitzende Kette herabhing, deſſen Finger mit Ringen bedeckt waren. Er breitete ſeine Arme gegen die Königin aus und rief mit leidenſchaftlichem Tone:Antoinette! Antoinette nur ein Wort! nur einen Blick! Als hätte das Meſſer des Mörders die Bruſt der Königin durchbohrt, ſo gellend, ſo markerſchütternd war der Schrei, den ſie beim Anblick des enthüllten Geſichtes ausſtieß.Sie ſind es? rief ſie.Hin⸗ aus, mein Herr hinaus aus dieſer friedlichen Einſamkeit, eilen Sie oder ich vergeſſe Ihren Stand, ich vergeſſe, daß ich Frau, daß ich Königin bin. Verweilen Sie keine Secunde länger, denn in wenig Minuten durchſtreifen, auf meinen Befehl losgekoppelt, die Hunde der Piqueurs das Gehölz. Fort, ſag' ich und kommen Sie mir nie wieder vor die Augen. Hinweg, Louiſe! Sie zerrte die er⸗ ſchrockene Prinzeſſin fort und bald waren beide im Gebüſch ver⸗ ſchwunden. Der Mann ſtöhnte, erhob ſich und verlor ſich langſam in eine der Seitenalleen. Die Königin ſtand nicht eher ſtill als bis ſie auf der Terraſſe angekommen war. Eilig öffnete ſie die Thüre, durchlief das Vorzimmer und ſank in ihrem Salon erſchöpft auf den Divan.Um Gotteswillen, Majeſtät, reden Sie. Was war es? wer hat es gewagt?Sind wir allein? fragte die Königin mit matter Stimme.Niemand hört uns.Der Freche wagte es wiſſen Sie, Louiſe, wer jene Geſtalt war? der Cardinal von Rohan, mein Verläumder am Hofe zu Wien, der dreiſte Wüſt⸗ ling, der mich mit ſeiner Anbetung verfolgt er war es. Schließen Sie alle Läden und Thüren feſt. Gott wenn Beſenval Recht hätte.

Sie zog eine Glocke, die Kammerfrau trat ein.Bertin, rufen Sie ſogleich Weber. Er ſoll dem Huiſſier ſagen, daß heute Nacht im Park patrouillirt werden muß.

Sie küßte die Prinzeſſin auf die Stirne und zog ſich in ihr Schlafcabinet zurück. Der Cardinal von Rohan hatte in jener Nacht einen neuen Verſuch gewagt, ſich der Königin zu nähern. Seine Leidenſchaft verwickelte ihn und die angebetete Frau in die furchtbaren Netze der Halsbandgeſchichte. Das war die erſte ſchlimme Begebenheit, die erſte peinliche Scene in Klein⸗Trianon für Maria Antoinette.

Ein Schuß kracht. Ein lauter Schrei tönt durch die ſtillen Höfe des kleinen Schloſſes. Aengſtlich laufen die Bewohner zu⸗ ſammen. Jedem Lärm Feind und durch die kleinen Räumlichkeiten dennoch Zeugin jeder Bewegung in ihrem Gebiete, eilte auch die Königin an das Fenſter. In der Mitte des Hofes ſtand ein dichter Kreis von Stallleuten, Gärtnern, Lakaien.Was iſt geſchehen? rief Maria Antoinette.Majeſtät, rapportirte die Bertin,Lus⸗ talot der Obergärtner hat mit der Flinte nach Spatzen geſchoſſen und unglücklicherweiſe iſt dem Hundewärter aus Verſailles der Schuß in die rechte Bruſt gegangen. Sie bringen ihn ſchon heran.Ol das iſt entſetzlich, jammerte die Königin.Schnell die Vorhalle öffnen. Legt den Armen auf die Polſterbank, bis Hilfe herbeikommt. Man trug den Schwerverwundeten in die Vorhalle des Schloſſes.. Er wimmerte leiſe, faſt hatten die Sinne ihn verlaſſen. Alle liefen durcheinander, der Jäger gab Hausmittel an, die Lakaien verſorgten den Stöhnenden mit Wundwaſſer, die Frauen umwanden ihn mit

Tüchern. Unter alle dieſe rathloſen Leute trat plötzlich die Königin. Einen Arzt, ſchnell einen Arzt, befahl ſie,iſt denn noch niemand zu Pferde? nach Verſailles.Majeſtät, entgegnete, der Ober⸗ piqueur,wer weiß, ob dort ſo ſchnell der Doktor gefunden wird, glücklicherweiſe iſt hier ganz in der Nähe ein äußerſt geſchickter Wund⸗ arztEi! Jerome, ſchalt die Königin,das ſagen Sie erſt jetzt?Ja mit Verlaub, es iſt der Pferdearzt ſeiner Hoheit des Herrn Grafen von Artois, der zur Beſichtigung der Pferde herge⸗ ſchickt iſt, aber er ſoll früher Menſchen kurirt haben.Laſſen Sie ihn gleich kommen. Wenig Minuten darauf trat der Arzt in die Vorhalle. Die Königin war in ihre Zimmer gegangen. Die Geſtalt des Arztes war klein, faſt verkrüppelt zu nennen, wenngleich keine Gebrechen ſichtber waren. Ein unförmlicher Kopf ſtand auf den Schultern, wie bei den grotesken Figuren einer italieniſchen Pantomime. Er ſchritt zu den Kranken; während er den Verband bereitete, ſchaute er um ſich:Ja, ja, rief er mit wider⸗ lichem Kreiſchen, Sammet, Seide, Marmor, Gold, Zierathen überall! und hier die wimmernden Kinder des Volkes! um Eure Kirſchen den armen, hungrigen Spatzen zu verleiden, werden Menſchen erſchoſſen! ja jal es wird eine andre Zeit kommen; ich habe es ſchon geſagt bei dem Unglück am Tage des Einzuges! es kommt eine Zeit, die Er rollte wild die Augen, vollendete aber mit großer Sachkenntniß ſeine Funktion als Arzt bei dem Verwundeten, der mit ſicherm Verbande, gut behandelter Wunde und nöthigen Auordnungen verſehen, fortge⸗ tragen ward. In dieſem Augenblicke trat die Königin wieder in die Vorhalle. Der Arzt wendete ihr den Rücken und packte ſein Verbandzeug zuſammen.Mein Herr, redete ihn die Königin an. Ich habe meinen Dank für Ihre Hilfe abzuſtatten. Wollen Sie mir wohl erlauben, Ihnen, dem ich kein Geld anzubieten wage, dieſe kleine Nadel für Ihre Cravatte überreichen zu dürfen. Der Arzt wandte ſich um. Entſetzt fuhr die Königin zurück. Das Antlitz des Arztes war nicht häßlich es war ſcheußlich. Wildheit, Bosheit, Hohn und ein durch Elend erzeugter Schmerz zuckten durch dieſe Fratze. Er lächelte teufliſch.Madame, wieherte er,be⸗ halten Sie Ihre Präſente. Ich habe meine Schuldigkeit gethan. Ich mache Ihnen keine Rechnung, aber von hochgeſtellten Leuten nehme ich keine Geſchenke. Ich hehandle die Kinder des Volkes um⸗ ſonſt. Er drehte ihr den Rücken und ging hinaus. Betroffen ſah die Königin dieſer Erſcheinung nach.Wer iſt dieſer Menſch? ſagte ſie mit der Hand über die Stirne fahrend.Es iſt der Stall⸗ arzt des Herrn Grafen von Artois, ſagte ein Lakai,der Doctor Paul Marat. Das war die zweite peinliche Scene in Tria⸗ non. Rohan Marat!

Am 5 October 1789 ſaß Maria Antoinette in ihrer Grotte zu Trianon. Schritte nähern ſich bleich, verſtört, zitternd naht der Graf von St. Prieſt.Sie bringen Unheil, Graf, ruft die Königin ſich erhebend.Sprechen Sie. Was gibt es?Maje ſtät, ſtammelt der Graf.Das Volk von Paris marſchirt gegen Verſailles. Maria Antoinette verließ die Grotte. Sie warf noch einen Blick zurück auf ihren Lieblingsaufenthalt, dann befahl ſie den Wagen. Sie ſtieg hinein, die Thüren ſchloſſen ſich, der Wagen rollte aus dem Hofe des Schloſſes, krachend fiel das Gitter hinter ihr zu.

Die Königin eilte zu ihrem Gatten nach Verſailles. Sie hat

Klein⸗Trianon nie wieder betreten.

Am IJamilientiſche.

Auctions⸗ und Inventar⸗Anzeige.

Nachſtehendes Verzeichniß, das Inventar des Zimmers der unglücklichen Königin Maria Antoinette enthaltend, dürfte von Intereſſe ſein. Als die Königin nebſt ihren Angehörigen in den Temple⸗Thurm gebracht worden, und der König in den Anklagezuſtand verſetzt war, wurden die von der Köni⸗ gin bewohnt geweſenen Zimmer zu Verſailles ausgeräumt, die Sachen ver⸗ zeichnet und öffentlich verkauft. Die kaiſerliche Bibliothek zu Paris bewahrt in ihrer großartigen Manuſcriptenſammlung noch ein Original der Aufnahme.

licht ohne jedoch die genauere Beſchreibung der Gegenſtände, wie ſie im Origi⸗ nal enthalten ſind, zu bringen. 1 theis afesa am. und 30. Brumaire und 3. Frimaire des zweiten

Jahres der einen und untheilbaren Republik Frankreich.

Die Unterſchriebenen haben in der Wohnung zu Verſailles, ehedem von der Exkönigin Marie Antoinette, Frau Ludwig Capets bewohnt, folgende Sachen gefunden, verzeichnet und an das Directorium abgeliefert.

1. Ein Paar Kaminleuchter mit zwei Armen, 22 Zoll hoch, mit arabiſchen Zierrathen verſehen, zwiſchen den Armen eine Vaſe von Bronze in Feuer ver⸗ goldet. d

2. Einen vollſtändigen Feuerkaſten mit vergoldetem Deckel, auf vier Löwenfüßen ruhend, die durch Ketten verbunden ſind. An den Ecken Satyr⸗ köpfe, über denen vergoldete Flammen ſich befinden. Inwendig Blaſebalg, Zangen und Feuerhaken..

3. Zwei Kommoden 4 Fuß 2 Zoll breit, 3 Fuß 2 Zoll hoch, von einge⸗ legter Arbeit,(Marqueterie) mit Moſaikplatten und Bändern, gefertigt aus Amaranthenholz, mit ſchwarz und weißen Quadraten, vergoldeten Zierrathen,