Jahrgang 
1865
Seite
165
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen. Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

Ausgegeben im Derember 1863.

Fräulein

Aus vergangenen Tagen von George Heſekiel. (Schluß.)

So dauerte das Schreckniß den größten Theil der Nacht hindurch, es wurden auch etliche Fenſter von außen eingeſtoßen, doch fiel es keinem der Feinde ein, einzuſteigen und ganz unangefochten blieb die verrammelte Thüre. Wie namenlos nun auch das Entſetzen meiner lieben Frau Urgroßmutter war, welche mit jedem Augenblicke nament lich für ihre jungen Töchter das Schrecklichſte zu erwarten hatte, ſo kam doch nach vielen Stunden der Marter eine Art von Schlaf in ihre Augen. In dieſem Schlafe war es ihr, als ſei ſie allein in der Kirche geblieben und als bete ſie mit einer Inbrunſt, dergleichen ſie wachend ſelten empfunden. Da erſchien ihr die heilige Mutter Gottes und ſprach:Du haſt mich gerufen, ſiehe, hier bin ich, darum ſollſt Du Dich nicht fürchten; merke auf, wenn der erſte Sonnenſtrahl in mein Haus fällt und draußen abermals die Trompete ſchmettert, die ruft Dich; gehe eilend hinaus, tritt unverzagt vor den finſtern Reiter, der das Geſchwader ſchließt und ſage ihm, daß ſeine Königin ihm beföhle, Dich und die Deinigen in Sicherheit zu bringen. Mit dieſen Worten verſchwand die Himmelskönigin und aus ihrem Schlummer der Betäubung erwachte Frau von Reneſſe.

Sie ſchlug die Augen auf, ein Sonnenſtrahl fiel auf den Altar, draußen ſchmetterte die Trompete und in gewaltiger Weiſe erklang der Chorgeſang vorüberziehender Reiter:

Ein' feſte Burg iſt unſer Gott, Ein' gute Wehr und Waffen.

Dieſen Vers des lutheriſchen Liedes hatte meine liebe Frau Ur großmutter, obwohl ſie eine fromme Katholikin war, in ihren Kinder⸗ jahren häufig gehört; unwillkürlich fügte ſie leiſe den zweiten Vers hinzu:

Er hilft uns frei aus aller Noth,

Die uns jetzt hat betroffen! Dann aber ſprang ſie auf und rief mit lauter Stimme:Fort, fort, laßt mich hinaus!

Vergebens bemühten ſich ihre Begleiter, ſie zurückzuhalten. Mit Rieſenkraft ſchob ſie ganz allein den Beichtſtuhl zurück und öffnete die Thüre. Vor derſelben lag ein zerbrochener Pulverkarren, dieſer

Der Jahrgung läuft vom Ottober 18633 bis dahin 1865.

Zuliane Ludovike.

Abſchied, blieb aber auf der Stelle ſtehen, bis er ſah, daß Frau von

hatte die ganze Nacht hindurch den Eingang zum Kirchlein beſchützt. Mühſam ſtieg Frau von Reneſſe über den Karren hinweg ins Freie. In dichtgeſchloſſenen Gliedern zogen ſchwer geharniſchte Reiter vorüber. Sie achteten der Frau nicht. Da erſchien endlich auch der ſchwarze Reiter, den ihr die Himmelskönigin verkündet. Vor ihm beugte ſie ihr Knie zur Erde und ſprach zu ihm, wie ihr geheißen war. Als der ſchwarze Reiter den Befehl ſeiner Königin vernommen, ſprang er aus dem Sattel, freundlich wurde die finſtere Miene und nach mehreren Fragen und Antworten verlangte er auch die in der Kirche Gebliebenen zu ſehen. Da kamen auf der Mutter Zuruf die drei Töchter zitternd und zagend hervor, darnach das Gefolge und endlich auch der Schäferjunge. Allen aber ſprach der ſchwediſche Officier Muth ein. Als nun Frau von Reneſſe erklärte, ſie wolle in das Moſelthal hinabſteigen, um in Ley die Fähre zu ſuchen, da war der ſchwarze Reiter ſofort bereit, ihr das Geleit zu geben. Er ließ ſechs Reiter abſitzen und geleitete ſie hinunter bis zum Ausgange des Gebüſches, wo die Weinberge anfangen. Dort nahm er beweglichen

Reneſſe mit ihrer Begleitung glücklich unten an der Fähre angekom men; dann feuerte er zum letzten Gruß ſein Piſtol ab und verſchwand mit ſeinen Reitern im Gebüſch.

Das Kirchlein aber, ſo man das ſchwarze Bildchen heißt, weil das Muttergottesbild darin ein ſchwarzes Angeſicht hat, das hat meine liebe Frau Urgroßmutter zu frommem Gedächtniß des darin Erlebten von Grund auf neu erbauen laſſen und es iſt von da ab lange ein beſuchter Wallfahrtsort geweſen. Jetzt nun gehen drei Mädchen, die alle drei den Namen Reneſſe führen, auf der Rabenley und am ſchwarzen Bildchen luſtwandeln, und weiß keine, was ihrer Ahnmutter da oben begegnet!

Ohne auf den Vorwurf zu achten, welcher in den letzten Worten des greiſen Fräuleins lag, fragte Fräulein Siemering ſofort:Und was that die Frau von Reneſſe für den armen Hirtenknaben, dem ſie doch die erſte Warnung verdankte? 3

Sie hat einen tüchtigen Mann, einen waidlichen Geſellen aus