Jahrgang 
1865
Seite
163
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Muſik ertönt, das Hurrah erfchallt und die ganze Menge ſtrömt herbei, den Preis austheilen zu ſehen.

Wir wären im Stande, dieſem Bilde gegenüber ein anderes den Blicken zu entrollen. Sie verſtehen uns und ſehen vielleicht in Ihrer Phantaſie bereits gebrochene Arme, blutige Naſen, blaue Augen, ſe Kleidungsſtücke; vielleicht auch eine blaſſe Geſtalt, kalt wie das Eis, aus welchem ſie gezogen wird, eine befrorne Bluums. Aber wir wollen die Mütter, die dieſes leſen, nicht ängſtigen, und den Knaben, die dabei ſtehen, nicht mißfallen.

Wir hoffen aber, daß bei uns geſchöfelt(ſo nennt der Oſtfrieſe das Schlittſchuhlaufen) werden möge, ſo lange es bei uns Eis gibt. Es iſt ein geſundes, eigenthümliches, nationales Vergnügen. Und wenn dann die Fremden ſchimpfen und ſich über unſere Schwerfällig⸗ keit aufhalten, wir wollen ſie aufs Eis bringen, damit ſie ſich von ihrem Unrecht überzeugen.

II. Der Fiſcher.

In einer niedrigen Hütte geboren, unter dem Brauſen der Stürme und dem Wüthen der Wogen erzogen, mag unſer Fiſcher mit Recht ein Sohn des Oceans genannt werden. Er iſt ein Amphi⸗ bium: das Land iſt ſein Vater, die See fſine Mutter. Doch nein! das Land iſt ſein Stiefvater, es ſchenkt ihm faſt nichts, es haßt ihn, es verſtößt ihn; die See iſt ſeine Mutter, ſeine gute, treuſorgende Mutter; das Land iſt ſeine Herberge, die See ſeine Wohnung; das Land ſein Tod, die See ſein Leben! Sein Weib und ſeine Kinder ſind die einzigen Bande, die ihn an den Erdklumpen feſſeln; ihnen gilt die Thräne, die beim Abſchied über ſeine gebräunte Wange vollt ihnen gilt der Freudenſchrei, der ihm bei der Heimkehr entſchlüpft, wenn er ſihen von weitem ſeine Lieben nach ihm ausſchauen ſieht

Schon als Knabe kannte er nichts Angenehmeres, als bis ans Knie die Hoſe zu ſchürzen und im Schaum zu waten und dann ſeine Händchen auf die feuchten Mähnen des alten Oceans zu legen; als Knabe ſchon begleitete er ſeinen Vater und gewöhnte ſich an das Schaukeln der Wogen; bevor er Jüngling wurde, war ihm dies ſchon ein Genuß geworden; als Mann iſt es ihm mehr als Bedürfniß, es iſt ihm das Leben ſelbſt. Ein andrer möge gleich der Auſter an der Schale feſt wachſen, er liebt das ungebundene Herumſchwärmen auf der Unermeßlichkeit; ein andrer liebe den grünen Schatten der Wälder, er den blanken Schaum der Gewäſſer; ein andrer die dumpfe Stadtmauer und die Ausſicht auf die nahen Dörfer, er denPflüger des Meeres und die Ausſicht auf den unabſehbaren Waſſerſpiegel und die blauen Wolken, ſo frei, wie er ſelbſt! Schon vor Sonnen⸗ aufgang iſt er unterwegs und ſobald er ſein Schiff erreicht hat, ſchwellt der Oſtwind die ſchnell aufgehißten Segel. Was kümmert ihn Kälte, Regen oder Hagel! Mit kräftiger Fauſt regiert er das Steuerruder, dasOeljegaktje(eine mit Oel getränkte Leinwand⸗ jacke), hält ihn trocken, der Südweſter beſchützt ſein Haupt, dicke wollne Handſchuhe beoanen) halten ſeine Hände warm und mächtige Seeſtiefeln wahren Füße und Beine. Und muthig geht's nun hinaus in die uſfen Se, Baken und Tonnen zeigen ihm ſeine Straße. Iſt nach mehrſtündiger Fahrt das Ziel erreicht, ſo wird das Netz am Beſaumaſt des Schiffes befeſtigt und dann hinabgelaſſen in die Tiefe des Meeres. Kaum ſieht ſein Auge noch die Inſel, wo die Herzen ſeiner Lieben ſchlagen; über ihm wölbt ſich der Himmel, unter ihm brauſt das Meer und der Tod iſt nicht weiter von ihm entfernt, als ſein Schiff dick iſt. Aber ſein kndiger Blick weiß den Sturm vom Himmel abzuleſen, und wenn es ſein muß, einen ſichern Ankerplatz zu finden trotz Wogendrang und ſchäumender Brandung. Segelnd zieht das Sa das den Boden berührende Netz gegen den Strom, denn alſo liegen die Fiſche auf Aeſung. Nichts bringt ſie wieder aus den Maſchen des Netzes, wenn ſie ſich einmal darin verſtrickt haben, als die Hand des Fiſchers, der von Zeit zu Zeit das Schiff beilegt, um das Netz emporzuwinden und den werthvollen Inhalt in den Bauch des Schiffes zu ſchütten, wo der durchlöcherte Boden friſches Srerpuſſer eulße den Fang bis zum nächſten Verkaufsplatze am Leben zu erhalten. So erwirbt er ſich ſein tägliches Brot durch tägliche Enthehuungen, ſtete Gefahren, ruheloſe Arbeit. Aber dieſes alles erträgt er gern und findet doppelten Lohn darin, wenn bei ſeiner Rückkehr ſeine Lieben ihm den Schaum von den Locken wiſchen, ihn mit tauſend Liebkoſungen begrüßen. Nur wenige Tage ruht er bei den Seinen aus. Sein Herz iſt nicht für Ruhe geſchaffen und baldigſt ſchwimmt er wieder auf ſeinem geliebten Element.

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Der Fiſcher iſt fromm, einfach, aufrichtig und ſtets zur Hilfe bereit. Kein Opfer iſt ihm zu groß, wenn er ſeinem Nächſten bei⸗ ſtehen oder ihn retten kann. Oft haben ſie durch ihren Muth und durch ihre Geiſtesgegenwart einander auf ihren Schifflein das Leben gerettet, wenn der Orkan es zu vernichten drohte. In einem ſolchen Falle iſt niemand ein unthätiger Zuſchauer. Alle helfen, alle Augen blicken empor zu Dem, der Wind und Wellen in ſeiner Hand hält.

Auch die kurze Ruhe des Fiſchers wird oft geſtört; ſein ſtarker Arm iſth häuſig die l Leit Hoffnung eines ſtrandenden Schiffes. Denken wir uns eine ſolche Nacht! Es ſchallt ein Nothſchuß durch das ſchweigende, hlnnernd danieder liegende Dorf, der Fiſcher iſt erwacht, wie durch ein Zauberwort iſt ſein Schlaf verbannt. In⸗ mitten des Sturmgeheuls und des Brauſens des Meeres hört er

den Schrei nach Rettung. Von nun an denkt er nicht mehr an ſich ſelbſt: die unglückliche Mannſchaft des Fahrzeugs dem Verderben zu

entreißen, iſt ſein einziger Gedanke, ſein einziger Wunſch. Raſch wirft er ſich in ſein zerbrechliches Boot und durchſchneidet die kochende Brandung. Auf jeder Woge rollt der Tod, in jedem Sturm klingt die Stimme der Vernichtung, von allen Seiten grinzt in dem offenen, brüllenden Abgrund ihm das Grab entgegen; aber nichts iſt im Stande ſeinen Muth zu dämpfen, ſeine Menſchenliebe abzukühlen. Nicht ſelten wird er dann das Opfer ſeiner edlen Selbſtverleugnung, aber meiſtens ſieht er doch ſeine Beſtrebungen mit einem günſtigen Erfolg belohnt und wer wagt es, die reine Freude zu malen, die dann ſein Herz durchzieht? Auch er iſt einbraver Mann, nur hat ſich für ihn noch kein Bürger gefunden.

Sein Weib iſt ſeiner werth. Sie hilft ihm bei allen Vorbe⸗ reitungen zur Reiſe auf das Getreulichſte, ſie beſorgt allein alle Arbeiten des Hauſes und Fldes⸗ auch wenn er daheim iſt. Die Tage der Ruhe ſollen in der That Sabbathtage für ihn ſein. Mag der Feſtländer dieſe Muße Trägheit und Müßiggang nennen, ſie weiß es beſſer. Mit ergebener Freudigkeit ſieht ſie ihn einige Tage ſpäter wiederum ſcheiden und gibt ihm mit naſſem Auge ihren Erſt⸗ gebornen mit.

Ein Orkan wüthet! Der Blitz ſchmipgt eeifhliſamd ſeine blaue Fackel über die ſchwarzen Wogen. Der Donner rollt gegen den Wind mit ſtoßenden Schlägen, als ob ſeine Stimme jedesmal

durch den Sturm unterdrückt werden ſolle. Während dieſ Streites

der El lemente kocht und ſchäumt die See, wie ein ſiedender Keſſel auf unterirdiſchem Feuer und ſpritzt ihren Giſcht bis an die Hi ütte des Fiſchers. In dieſer iſt ein Schauſpiel der Verwirrung und der Angſt. Die ſechs Kinder, die zu Hauſe geblieben ſind, laufen halbnackt weinend durcheinander. Die älteſten beobachten bebend die Luft und ſtieren dann wieder auf die See, um beim Leuchten des Blitzes etwas unter⸗ ſcheiden zu können. Die jüngern ſuchen Schutz bei der Mutter und ſchreien nach dem Vater. Durch dieſes alles hin ertönen die Noth⸗ ſchüſſe eines geſtrandeten Schiffes und das Geſchrei der Fiſcher, welche damit beſchäftigt ſind, das Rettungsboot in See zu bringen. Das Weib des Fiſchers ſcheint den Sturm, der da draußen wüthet, nicht zu bemerken; ſie hat nur Augen für die Unruhe, die in der Hütte herrſcht. Mit wahrer Selbſtverleugnung ſucht ſie ihre ältern Kinder zu beruhigen, das jüngſte zu ſtillen. Endlich iſt es ihr gelungen. Aber wohin begibt ſie ſich jetzt? Was will ſie in jenem Winkel? Sie betet! Mit ſtiller Ruhe auf dem Antlitz kommt ſie zurück. Sie nirßt einen ſchüchternen Blick auf das empörte Element, wendet ihn aber ſofort himmelwärts und beginnt ſingend ihren j Aüngſten Liebling in Schlaf zu wiegen.

Der folgende Morgen! Das Schreckliche iſt geſchehen. Ihres Mannes Schiff liegt gekentert am Strande. Neur der Sohn hat ſich gerettet. Aber dieſer muß je eher, je lieber wieder hinaus auf das ſein liche Element, welches ihren Mann verſchlungen hat. Und doch

haßt ſie nicht das Leben. Der Dichter würde ihr das Verlangen in den Mund legen, bei ihrem Gatten im Schoße der blauen Wellen zu Iuhen Aber daran denkt ſie nicht. Was andere der Unthätigkeit zuführen würde, ſpannt und reizt ihne Thätigkeit. Wäre es möglich, ſo nae ſie ſelbſt mit an Bord. Da ſie aber nicht kann, ſo muß ihr Aelteſter die Stelle des Vaters vertreten. Sie wird ihm ihren Beiten zur Hilfe mitgeben. Haben ſie ein gleiches Schickſal des Herrn Wille geſchehe!.

Es iſt ein tapferes Geſchlecht, das des Fiſchers!

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