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gebraucht wird und darum ſehr geſchätzt iſt.— Tauſende von Tau⸗ ben niſten nämlich in denſelben, und man kann aus dieſem Umſtand auf die Menge Guano ſchließen, welche im Lauf der Zeit dadurch gewonnen wird.— In den übrigen Provinzen Perſiens werden dieſe induſtriöſen Thürme nicht angetroffen, und aus der ihnen zu Theil werdenden Sorgfalt erkennt man, welchen großen Werth die perſiſchen Landwirthe auf das dadurch erzielte Düngungsmittel legen.— r. Gaſtfreundſchaft in Java. F. Jagor ſagt in ſeinen Reiſe⸗ ſkizzen aus Java:„Ich kann nicht unterlaſſen, der großen Gaſt⸗ freundſchaft in Java und der Art ihrer Ausübung zu gedenken, denn ſie bildet einen der hervorragendſten Züge im dortigen Reiſe⸗ leben. Bei den Völkern lateiniſcher Abſtammung wird einem im erſten Auflodern der Gefälligkeit ſo viel mehr verſprochen, als ge⸗ halten werden kann, daß Alles nothwendig auf eine höfliche Formel hinauslanfen muß, die aber gerade, weil ſie nichts koſtet, ſo allge⸗ mein iſt, daß der oberflächliche Verkehr mit ihnen dadurch eine an⸗ genehme Färbung erhält. Die Engländer, die das, was ſie ver⸗ ſprechen, auch wirklich zu halten gedenken, zaudern vorſichtig mit ihrem Entgegenkommen und ſtoßen anſpruchsvolle Ausländer durch ihre kalte Gemeſſenheit ab. In Java wird die Formel der Spanier: „Sie ſind in Ihrem Hauſe, dies Haus iſt das Ihre“ zur Wahrheit, ohne je ausgeſprochen zu werden, wie überhaupt die unzähligen, dem Fremden erwieſenen Dieuſte aus Furcht, daß er ſie ablehnen könnte, nie zuvor angeboten werden. Daß der Bediente nach den kleinen Gewohnten, den Lieblingsgerichten, den Speiſeſtunden ſeines Herrn ausgefragt und daß darnach die Hausordnung abgeändert wird, iſt durchaus nichts Seltenes; aber nicht nur auf die Dauer des Beſuchs beſchränkt ſich die liebenswürdige Fürforge: mehreremal, wenn ich auf einem Berggipfel oder in einem abgelegenen Raſtang⸗ grahan das tägliche Huhn mit Reis eſſen wollte, fand ich den Tiſch mit allerlei Leckerbiſſen beſetzt, welche die Frau des Hauſes, in dem ich zuletzt eingekehrt war, dem Diener heimlich zugeſteckt hatte.“ Das Engliſche als Schulſprache in Japan. In den öffent⸗ lichen Schulen Japans ſoll das Studium der engliſchen Sprache künftig in ſo großem Umfange betrieben werden, daß es faſt als die Grundlage des Unterrichts anzuſehen ſein wird. Die Japaniſche Commiſſion, welche jüngſt die Vereinigten Staaten beſuchte, hat nach amtlicher Berathung die Buchhandlung von Putnam u. Comp. in Newyork beauftragt, der japaneſiſchen Regierung die Schulbücher zu liefern, die fortan für den öffentlichen Unterricht in Japan gebraucht werden. Die erſte Sendung iſt bereits abgegangen und beſtand aus 60 Kiſten im Gewicht von etwa 10 Tonnen: 13,000 Elementar⸗ Rechenbücher, Leſebücher, Grammatiken und Geographien, 1000 Schulbücher über Phyſik, Chemie, Geologfe, Phyſiologie und Aſtro⸗ nomie; 2500 Exemplare von Webſter's Wörterbüchern verſchiedener Ausgaben; 600 von Goodrich's Weltgeſchichte, 280 von Terrey's Naturgeſchichte, 100 deutſche und franzöſiſche Wörterbücher, 400 mi⸗ litäriſche Unterrichtsbücher, 10,000 Bücher mit kalligraphiſchen Vor⸗ ſchriften 2ꝛc. Alle dieſe Schulbücher in engliſcher Sprache werden unüberſetzt zum Unterricht der jungen Japaner benutzt werden. Indiſche Annehmlichſteiten. Nach der„Tijdſchrift voor Ne⸗ derlandſch India“ hat im Jahre 1862 der Tiger allein auf der Inſel Java 148 Perſonen verzehrt und 131 im Jahre 1863. 1862 wurden 46 Perſonen und 48 im Jahre 1863 eine Beute der Kro⸗ kodile; Schlangenbiſſe haben daſelbſt 1862 den Tod von 43 und 1863 von 22 Menſchen verurſacht. Es ſcheint jedoch, daß die holländiſche Regierung ſich die Ausrottung des Tigers auf Java in höchſt mittelmäßigem Maße angelegen ſein läßt. Die Prämie, welche im Jahre 1854 vom General⸗Gouverneur ausgeſetzt worden, erreicht kaum 22 Gulden(50 Fr.) für den Tiger. Eine Feſtnacht der Siameſen auf dem Menam. Im Herbſt feiern die Siameſen in Bangkok ein hübſches Feſt zur
Kleines Roman⸗ Magazin.
Berſöhnung des Flußgottes für Verunreinigung ſeines Elementes, lches von Adolf Baſtian in ſeinen Völkern des öſtlichen Aſiens wie folgt geſchildert wird:„Am 26. October waren Abends alle Poote lebendig, um die Feuerwerke auf dem Fluſſe nicht zu ver⸗
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ſäumen. Ein ungeheurer Knäuel derſelben lag gegenüber dem Pa⸗ laſte des zweiten Königs verſammelt, und wurde durch die hin und her fahrenden Wachtſchiffe ans jenſeitige Ufer gedrängt, um die Mitte des Waſſers frei zu halten. Unter der herüberhallenden Muſik ſah man aus der Entfernung aus dem Palaſtthor eine lange Pro⸗ ceſſion von Lichtern hervortreten, deren Träger in der Dunkelheit nicht erkannt werden konnten. Bald darauf ergoß ſich in den Fluß eine ununterbrochene Feuerlinie, aus den brennenden Kerzen tra⸗ genden Schiffchen beſtehend, die in ſteter Erneuerung nach einander auf den Strom flott geſetzt wurden und erſt in weiter oder kurzer Entfernung allmählich wieder erloſchen. Dann ſtieg aus der Mitte des Waſſers ein dunkelglühender Feuerball auf und wie auf einen Zauberſchlag entzündeten ſich plötzlich überall auf den im Fluße ankernden Flößen glänzende Strahlenbäume, in den bunteſten Farben leuchtend und ſchimmernd. Dazwiſchen ſchoſſen Raketen empor, oder feurige Meteore, die am dunkeln Himmel in ſtrahlende Sterne zer⸗ platzten. Aehnliche Schauſpiele wiederholten ſich nachher vor dem Palaſte des erſten Königs, wohin die Zuſchauermenge weiter ge⸗ zogen war. In dieſer herrſchte reges und luſtiges Treiben. Man bombardirte ſich mit Knallerbſen und Zündern, ſtieß mit den Booten zuſammen, ſuchte ſich unter Lachen wieder flott zu machen und lud einander zum Theilnehmen an den mitgebrachten Eßwaaren ein. In einem Boote war eine Geſellſchaft Laos verſammelt, die ihre Rohrorgel ſpielten, während die mit Spitzhüten bekleideten Mädchen jodelten und ſangen, unter dem begleitenden Händeklatſchen der Zu⸗ hörer. In einem andern Boot ſah man einen ein Tamburin ſchla⸗ genden Mann mit wirr herabhängendem Haar und verzerrten Zügen in wilden Geberden umherſpringen und zuweilen bewegungslos hin⸗ ſtürzen. Während des Feuerwerks gab das Niederfallen der Ra⸗ keten zwiſchen die Boote und das Vermeiden derſelben neue Gele⸗ genheit zum Scherzen und Lärmen. Mehrere der Pagoden ſowie die Thürme des Palaſtes waren beleuchtet.“
Afrika.
Neue Baumwolle⸗-Sklaverei. Während man ſich freut, daß in Amerika durch den großen Krieg der Sklaverei ein Ende gemacht worden, wächſt vor der Thüre Europa's eine ähnliche, neue heran. Seit in Egypten, dieſem jetzt konſtitutionellen Lande, die Baum⸗ wollencultur einen Aufſchwung genommen, wächſt die Zahl der Sklaven von Jahr zu Jahr. In Nubien hat man förmliche Neger⸗ jagden organiſirt. Um Eines Sklaven habhaft zu werden, werden auf dieſen Jagden durchſchnittlich drei Menſchen getödtet und das Durchſchnittsleben in der Sklaverei überſchreitet ſelten vier Jahre. So koſtet alſo ein Jahr Sklavenarbeit ein Menſchenleben. Solches geſchieht unter„aufgeklärten“ Paſcha's, Bundesgenoſſen und Schütz⸗ lingen europäiſcher Staaten.
Kaffeehausleben in Kairo. Wer Kairo, das„ſiegreiche, beſchirmte“ Kahira, kennen lernen will, muß nicht allein das bunte Straßenleben beobachten, ſondern namentlich die„Esbecieh“, einen mitten in der Stadt gelegenen Garten, beſuchen, wo er Gelegenheit in Fülle hat, ſich mit Erfahrungen zu bereichern und zugleich zu genießen. Die ſchönen hohen Myrthen⸗ und Roſenhecken, der Duft goldblühender Mimoſen, das freundliche Grün von Granat⸗, Orangen⸗, Maulbeer⸗ und anderen Bäumen erfreuen Herz und Sinn. In der Esbecieh verſammelt ſich die ſchöne Welt Kairos, ein reges Treiben herrſcht in den Hauptgängen des Gartens und viele Völkerſchaften ſind hier vertreten. Man denle ſich ein tauſendfältiges Geſumme von Stimmen, ein ſtets wechſelndes Durcheinandertreiben, und dazu das Schreien der Stiefelputzer, der Blumenverkäuferinnen und Achvajies(Kaffeeſieder), gemiſcht mit den Tönen aus europäiſchen Opern; denn ein böhmiſches Muſikceorps— wo fände man dieſe muſikaliſche Nomaden nicht!— macht Kairo mit den Reizen franzöſi⸗ ſcher oder italieniſcher Ouverturen bekannt. Doch dieſer muſikaliſche Genuß iſt nicht der einzige, welcher hier geboten wird. In der Esbecieh hat jedes Kaffeehaus ſeine beſonderen Muſikanten, wahr⸗ ſcheinlich um den Lärm ſo vollſtändig als möglich zu machen. In dem einen„meiſtert der Finger“ einer längſt verblühten Harfeniſtin „durch die Saiten“, während ihr„Bruder“ die Flöte bläſt; in dem


