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bequeme und unförmliche ſchottiſche Reiſemütze vom Kopfe gezogen hatte, begrüßte Marianne und Kallomeyzew, die ebenfalls auf die Treppe hinausgetreten waren, (Gallo⸗ meyzew erhielt ein kräftiges, engliſches shakehouds mit einem „Schwunge“ — als ob er eine Glocke läute — und dann erſt wandte er ſich zu ſeinem Sohnez er faßte ihn unter die Arme und hob ihn ſo zu ſeinen Lippen empor.
Während dieſes Alles vor ſich ging, kroch Neſhdanow ganz langſam, als ſei er ſich einer Schuld bewußt, aus der Kaleſche heraus und blieb, ohne die Mütze abzuziehen, mit finſterem Ausſehen an dem Vorderrade ſtehen. Valen⸗ tine Michailowna hatte, während ſie den Mann umarmte, über ſeine Schulter hinweg einen ſcharfen Blick auf dieſe neue Erſcheinung geworfen. Sipjägin hatte ſie davon be⸗ nachrichtigt, daß er einen Lehrer mitbringen würde.
Die ganze Geſellſchaft bewegte ſich nun unter fort⸗ gehenden Begrüßungen und Händedrücken mit dem neu⸗ angekommenen Hausherrn, die Treppe hinauf, auf welcher ſich zu beiden Seiten die Hauptdiener und Dienerinnen aufgeſtellt hatten. Sie traten nicht zum Handkuſſe heran — dieſe „aſiatiſche“ Sitte war längſt abgeſchafft; — ſon⸗ dern verneigten ſich nur ehrerbietig; Sipjägin erwiderte ihre Begrüßung mehr mit einem Zucken der Brauen und der Naſe, als mit dem Kopfe.
Neſhdanow ſchritt gleichfalls die breite Treppe hinan. Sobald er in's Vorzimmer trat, ſtellte ihn Sipjägin, der ihn ſchon mit den Augen geſucht hatte, ſeiner Frau, Anna Sacharowna, und Mariannen vor. Zu Kolja aber ſagte er: „Dies iſt Dein Fet Bitte ihm zu gehorchen! Reiche ihm die Hand!“ Kolja reichte ihm ſchüchtern ſeine Hand, betrachtete ihn aufmerkſam und als er, wie es ſchien, nichts Beſonderes oder Angenehmes an ihm gewahrte, klammerte er ſich von Neuem an ſeinen Vater an. Neſh⸗ danow fühlte ſich unbehaglich, wie damals im Theater. Er trug einen alten, unſcheinbaren Paletot; Geſicht und Hände waren mit Reiſeſtaub bedeckt.
Valentine Michailowna ſagte ihm einige liebenswürdige Worte, die er aber nicht recht hörte und nicht beantwortete.
Er bemerkte nur, daß ſie mit außerordentlich klaren, liebe⸗ vollen Augen auf ihren Mann ſah und ſich an ihn ſchmiegte.
An Kolja gefiel ihm deſſen pomadiſirtes und friſirtes Haar nicht und als er Kallomeyzew erblickte, dachte er bei ſich: Welch eine abgeleckte Schnauze! Den übrigen Perſonen ſchenkte er gar keine Aufmerkſamkeit. Sipjägin drehte ein paar mal würdevoll den Kopſ, als muſtere er ſeine Penaten,


