Teil eines Werkes 
2. Theil (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

170

wenn meine Leſer ihn belauſchen wollten, ſie bis ins Innerſte ſeines Herzkämmerchens einführen. Wenn ich aber das könnte, oder wollte, ſo wüßte ich ihnen ein anderes, nämlich Herzkämmerchen, zu eröffnen, in dem ſie zur Stunde noch etwas weniger Beſcheid wiſſen. Es liegt daſſelbe unter einem allerliebſten weißſeidenen, mit veilchenblauem Atlas ausgeſchlagenen Feſtanzug und unter einem noch weit reizendern ſchwellenden Mädchen⸗ buſen verſteckt, und eben in jenem Augenblick ſoll es darin gar unruhig hergegangen ſein. So glaubten wenig⸗ ſtens die, welche es mit angeſehen, wie dieſes Herz⸗ kämmerlein abwechſelnd das Blut bald im Ubermaß nach den zarten Wangen pumpte, bald es wieder zurück⸗ zog und die Feuerröthe durch Lilienbläſſe verdrängte. Doch, ehe wir uns nach dem bunten Blumengerüſt, und durch den Kreis des Feſtgefolges zur lieblichen Königin hindrängen, wollen wir noch dem Wichtigſten aller Wichtigen bei dieſer Feier, dem Herrn Kantonsrath, Schützenmeiſter und Preisausſteller einen Beſuch abſtatten. Wir finden ihn in ſeinem Laubhüttenpallaſt, und zwar nicht von der beſten Laune. Gevatter Schaber hatte nämlich, trotz ſeiner Wirthſchaftsverrichtungen, denn doch

noch von jener Unterredung zwiſchen den zwei ungleich „