Ellenbogen hing ein gewundener Strick, deſſen Ende eine Schlinge war, die um ſeinen nackten Hals herumgelegt war.
— Da iſt er, da iſt er! rief es von alken Seiten um uns herum.
— Ein unverſchämter Böſewicht.
— Er aß Menſchenfleiſch in einer Kammer, wo es weder Fenſter noch Thüre gab, der Ungläubige.
— O, Gott ſei Dank, der verdiente zweimal gehängt zu werden!
Alle dieſe zurückgehaltenen Stimmen bildeten vereint ein dumpfes Gemurmel, ähnlich dem Geräuſche des Windes, der durch einen Wald geht. — Ueber mir ſprach man noch leiſer, aber ich hörte eine Frauenſtimme ſagen:
— Dieſer Menſch hat ſchöne Schultern.
Mein Vater ſtand einige Schritte vom Fuße des Pfahls bei dem offenen Sarge. Er bückte ſich, um ihn näher in Augenſchein zu nehmen, dann ſtieß er ihn verächtlich mit dem Fuße von ſich. Der Sarg ruſchte auf den Sägeſpänen hin, mit welchen das Gerüſt bis zum Rande des Schaffottes bedeckt war. — Mein Vater richtete ſich darauf in die Höhe und durchlief mit ſicherem Blicke die Menge.
— Welcher verhärtete Böſewicht! hieß es im Haufen.
— Er hat etwas Romantiſches im Blicke, murmelte die Stimme oben vom Fenſter. Es iſt ein ſchöner Mann.
— Nun, Mylady, ſchön oder häßlich, erwiederte die grollende näſelnde Stimme eines Greiſes; — bald wird er nichts mehr ſein, als der Leichnam eines gehenkten Juden.


