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Feder-Proben : eine Sammlung kleiner Erzählungen und Novellen / von J.W. Lembert
Entstehung
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thun, der ſeine Pflicht kennt und ehrt.“ — Nun fing er an, dem erſtaunten Pedro zu erzählen, wie ein Zufall ihn mit Maria bekannt gemacht, wie ihr Anblick ſein Herz bezwungen und ihre Sorgfalt, als jene Unpäßlichkeit ihn des Bewußt⸗ ſeyns beraubt hatte, den glimmenden Funken zur hellen, ewig lodernden Flamme angefacht habe. — „Adein,“ ſchloß der edelmüthige Jüngling, „ſie iſt Euer Weib, Ihr ſeyd ihrer werth. Ich kann nichts thun, als mein unglückſeliges Schickſal an⸗ klagen! — Rie ſehe ich Maria wieder; doch hier in ihrer Nähe zu weilen, iſt mir unmöglich⸗ — Ich werde mich noch in dieſer Stunde zum Vi⸗ cekönig begeben und ihn um eine Miſſion in eine entfernte Gegend, wo möglich in einen andern Welttheil bitten; dieſes Geſuch zu unterſtützen er⸗ ſuche ich Euch. Ihr werdet die letzte Bitte von deren Erfüllung meine Ruhe — wenn dieſes Herz anders jemahls wieder Ruhe finden kann — ab⸗ hängt, dem Sohne Eures Freundes nicht ab⸗ ſchlagen.“

Vergebens ſuchte ihn der tiefbewegte Pedro von ſeinem Vorhaben durch allerhand PVorſchläge abzubringen; er blieb unerſchütterlich bey ſeinem Eutſchluß, und Pedro ſah ſich gezwungen, ihn zum Vicekönig zu begleiten.