244
ſtabtiſcher Glaͤtte und plumper Unbeholfenheit gleich ferne Weſen der Bewohner, welches ihn ſehr anzog. In die Stadt fuͤhrte ſie nur dringende Nothwendig⸗ keit, und das Unbedeutende der Gegend lockte nicht leicht Wand r aus den hoheren Staͤnden herbei. So war denn Reinold, wenn er, ſeiner Gewohnheit nach, hie und da in eine laͤndliche Wohnung eintrat, uͤberall ein zwar freundlich, doch fremd angeblickter Gaſt, den ſeine Geſchicklichkeit, Bäume, Haͤuſer und ganze Gegenden abzuſchreiben — nach dem Aus⸗ druck der Landleute — nur noch merkwuͤrdiger machte. — Am Abend des zweiten Tages kam er an ein et⸗ was maleriſcheres Plaͤtzchen, als bisher, und eine ſchoͤne Eiche — hier ſchon ſeltener, als im höheren Norden von Deutſchland — lockte ihn, ſie abzuzeich⸗ nen. Er war etwas vom Wege zuruͤckgetreten, ſie auch aus der Ferne zu betrachten; und da ſie ihm im⸗ mer mehr gefiel, zog er ſchon ſein Buch mit land⸗ ſchaftlichen Studien zum Skizziren hervor. Doch ſiehe! da kam ein jugendlich bluͤhendes Maͤgdlein des Weges daher, welches ſchnell ſeine Aufmerkſamkeit on der betagten Koniginn des Haines ablenkte. Nicht groß, aber ſehr anmuthig gebildet, ſchwebte die


